Mammutstoßzahn und Venus

Stuttgart.  Größer und attraktiver - der Alb-Donau-Kreis präsentiert sich auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart mit erweiterter Standfläche. Werbung ist wichtig: Die Übernachtungszahlen gehen leicht zurück.

Der große Stoßzahn eines Mammuts ist zu sehen, das Geweih eines Urzeit-Hirschs und Faustkeile. Daneben sortieren junge Archäologinnen das Geröll, das aus den Höhlen der Schwäbischen Alb stammt -vielleicht tauchen wieder Bruchstücke einer Venus oder einer Knochenflöte auf. Der Stand des Alb-Donau-Kreises auf der großen Tourismusmesse CMT in Stuttgart bietet jetzt Raum für Vorführungen. Anders als im Vorjahr belegt der Kreis jetzt auch die Standfläche, auf der sich zuletzt die Stadt Ulm präsentiert hat. Bis zum kommenden Sonntag, 24. Januar, zeigen die Städte und Gemeinden dort, was sie für Touristen attraktiv macht. Mitarbeiter des Landkreises bieten zudem Prospektmaterial an - von Radkarten bis zum Höhlenführer.

Die Werbung für den Tourismus ist wichtig. Denn im Vergleich zum Vorjahr sind 2009 die Übernachtungszahlen im Alb-Donau-Kreis leicht zurückgegangen. Rund 377 575 Übernachtungen sollen es von Januar bis November vergangenen Jahres gewesen sein, das ist ein Rückgang um 4,27 Prozent gegenüber 2008. Die Entwicklung sei vor allem dem wirtschaftlichen Einbruch und der darauf folgenden Zurückhaltung bei Geschäftsreisen anzulasten, sagte der stellvertretende Landrat Hartmut Melzer gestern am Stand des Alb-Donau-Kreises. Denn in den klassischen Urlaubsmonaten habe es ähnliche Werte wie in den Vorjahren gegeben. Die Aufenthaltsdauer im Kreis blieb unverändert bei zwei Tagen. Erfasst werden aber in der Statistik nur Betriebe ab neun Betten. Insgesamt liege die Zahl der Übernachtungen im Kreis deshalb um einiges höher.

Der stellvertretende Landrat wies außerdem auf den neuen Internet-Auftritt des Kreises hin, der pünktlich zur CMT ins Netz gestellt wurde. Auf rund 100 Seiten werden jetzt Themen wie die Höhlen, wandern, radeln und Freizeit im Alb-Donau-Kreis vorgestellt. Rund 100 000 Besucher informierten sich online im vergangenen Jahr.

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden im Kreis nutzten gestern die Gelegenheit, die Aktivitäten ihrer Kommunen ins rechte Licht zu rücken. Nach den sensationellen Funden im Hohlen Fels will Schelklingen nun seine Tourismusangebote kontinuierlich weiterentwickeln. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit Blaubeuren und Laichingen, sagte Bürgermeister Michael Knapp. Blaubeuren versucht derweil, mit einem durchgehenden Programm die Gäste zu einem längeren Aufenthalt zu bewegen. Einer der Höhepunkte des Programms in diesem Jahr sei die Eröffnung der Sonderausstellung "Urmutter contra Pin-Up-Girl - Sex und Fruchtbarkeit in der Eiszeit" am 27. März, sagte Bürgermeister Jörg Seibold. Dabei ist die mittlerweile weltbekannte Venus vom Hohlen Fels im Original zu sehen. Außerdem feiert Blaubeuren in diesem Jahr das 500-jährige Bestehen des "Badhauses der Mönche". Von Juli bis August treten Künstler auf der Sommerbühne am Blautopf auf.

Ehingens Oberbürgermeister Johann Krieger stellte zwei Aspekte in den Mittelpunkt: Erstens die Bierkulturstadt Ehingen - 43 Biere und fünf Brauereien gibt es in der Stadt. Dieser Aspekt soll im Jahr 2010 mehr Touristen nach Ehingen locken. Zweiter wichtiger Punkt ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb - für 2010 ist in Dächingen das dezentrale Informationszentrum geplant. Ein weiterer wichtiger Punkt für Ehingen sei der Donau-Radwanderweg. Pünktlich zur CMT erscheint auch das neue Gästezimmerverzeichnis der Stadt Ehingen.

"Höhle, Höhe, Heidehof" - diese drei Punkte prägten den Tourismus in Laichingen, sagte Bürgermeister Friedhelm Werner. Die Tiefenhöhle sei eine wichtige Attraktion in seiner Gemeinde. Außerdem finde der Kletterwald und der Campingplatz Heidehof einen großen Zuspruch bei den Gästen. "Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass der Tourist ein Thema in seinem Urlaub näher kennenlernen will", sagte Werner. Das könnte im Alb-Donau-Kreis etwa das Thema Höhlen und Urzeit-Funde sein. "Wir sollten den lernenden Urlaub in den Vordergrund stellen", sagte Werner.

Westerheims Bürgermeister Hartmut Walz betonte besonders die Bedeutung des Biosphärengebiets für die Gemeinde. Die Schertelshöhle Westerheim gehöre zum Netzwerk der Informationszentren im Biosphärengebiet. Die Übernachtungszahlen in der Gemeinde seien 2010 leicht zurückgegangen, das liege an der geringeren Zahl von Dauercampern, sagte Walz. Im Juli begeht die Gemeinde ihre 1150-Jahr-Feier. Walz erwähnte, dass Westerheim der höchstgelegene Ort im Kreis sei, es gebe über 30 Kilometer gespurte Langlaufloipen.

Info

Besondere Programmpunkte:

Mittwoch, 20. Januar: Heidanei mir Schwoba, Amüsantes und Geschichten von der Alb, vorgetragen von Elisabeth Kern, Westerheim

Donnerstag, 21. Januar: Den Wald von oben sehen, Kletterwald Laichingen

Freitag, 22. Januar: Osterbrunnen und handbemalte Ostereier, Gemeinde Oberstadion

Samstag, 23. Januar: Erlebnis Bierkulturstadt Ehingen mit Tast und Fühlspiel Sonntag, 24. Januar: Blauhöhle - im Reich der schönen Lau, Höhlentaucher Blaubeuren


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Autor: BERNHARD RAIDT | 19.01.2010

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