LED-Beleuchtung in der Höhle

Sontheim.  Glühbirnen, Energiesparleuchten, Karbidlampen und ewig rußende Fackeln sind Vergangenheit. Als erste Schauhöhle der Alb ist die Sontheimer Höhle mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet worden.

Die Sontheimer Höhle (Alb-Donau-Kreis) ist im vergangenen Jahr mit einer neuen LED-Beleuchtung (Leuchtdioden) ausgestattet worden. Damit hat sie als erste Schauhöhle der Schwäbischen Alb Abschied von den energiefressenden Glühlampen genommen. Auch das Klima in der Höhle wird dadurch nachhaltig verbessert, heißt es in einer Mitteilung des Sontheimer Höhlenvereins.

Die Vorstellung und Einweihung der LED-Beleuchtung findet am heutigen Freitag im Kreise geladener Gäste statt. Am morgigen Samstag und am Sonntag können interessierte Besucher zum reduzierten Eintrittspreis von einem Euro die Höhle mit der neuen Beleuchtung anschauen. Durch den Einsatz von Hochleistungs-Leuchtdioden wird die Wärmeabstrahlung auf ein Minimum reduziert, Moos und Algen können sich nicht mehr ausbreiten. LED-Strahler sind überdies bekannt für Energieeffizienz, die Schauhöhle soll nur noch 20 Prozent der Strommenge verbrauchen, die eine herkömmliche Beleuchtung benötigt.

Die insgesamt 150 LED-Lampen wurden von der Firma Germtec aus Herborn (Hessen) installiert. Die Idee kommt von Höhlenforschern, die sich Gedanken über eine naturverträgliche Beleuchtung für Schauhöhlen gemacht haben. Dabei spielte auch der Fledermausschutz eine wichtige Rolle: Herkömmliche Energiesparlampen sind zwar auch sparsam, benötigen aber ein Vorschaltgerät, das Töne in hohen Frequenzen ausstrahlt. Dadurch könnten die vom Aussterben bedrohten Tiere gestört werden. Die Betreiber wollten aber kein Risiko eingehen, zumal die Höhle als größtes natürliches Fledermausquartier der Schwäbischen Alb gilt.

Neu ist auch ein Geländer aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Es steht dort, wo zuvor ein Seil den Führungsweg abgegrenzt hat. In den Handlauf des Geländers sind ebenfalls LED-Leuchten integriert, die den Weg beleuchten. Über einen separaten Stromkreis werden die Besonderheiten der Höhle, wie schöne Tropfsteinformationen und die über 20 Meter hohen Schächte, angestrahlt. Dabei wurden die Lampen so raffiniert versteckt, dass der Besucher sich oft fragen muss, wo das Licht überhaupt herkommt. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben auf rund 50 000 Euro.

Die erste elektrische Beleuchtung wurde in den 60er Jahren installiert, um die Höhle ohne Karbidlampen und Fackeln für Besucher zugänglich zu machen. Schon dadurch konnte das Höhlenklima wesentlich verbessert werden. Zuvor wurden mit  dem offenen Licht nicht nur die Fledermäuse ausgeräuchert, es setzte sich  auch jede Menge Ruß an den Höhlenwänden ab. Die Reste sieht man teilweise heute noch.

Aus dem Jahr 1825 stammt ein Gedicht von David Friedrich Strauß mit dem Titel "Illumination (Beleuchtung) des berühmten Erdlochs bei Sontheim". Damals haben Bauern der Dörfer Sontheim und Ennabeuren ein alljährliches Höhlenfest gehalten, bei dem die Höhle mit Fackeln ausgeleuchtet wurde. Nach 186 Jahren bricht für die Sontheimer Höhle nun ein neues Zeitalter der Beleuchtung an: Herkömmliche  Lichtquellen würden in der Höhle zu Farbverzerrungen führen. Vom morgigen Samstag an können Besucher  die zahlreichen Tropfsteine in ihrer wahren Farbenpracht bewundern, weil das Licht der LED dem Tageslichtspektrum entspricht.

Info Die Schauhöhle ist von Mai bis Oktober an Samstagen von 14 Uhr bis 17 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen ab zehn Personen, die unter der Woche eine Höhlenführung wünschen, können sich unter Telefon: (07389) 90 64 04 anmelden.


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Autor: SWP | 29.04.2011

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