Kastanien unbedingt erhalten
Hohenstadt. Es soll ein Dorfplatz für alle werden. Bürgermeister Günter Riebort forderte die 50 Besucher eines Informationsabends deshalb gleich zu Beginn auf, mit Vorschlägen nicht hinterm Berg zu halten.
Rund 50 Bürger waren der Einladung der Gemeinde Hohenstadt zu einem Informationsabend zur Dorfplatz-Erneuerung und zur Ortskernsanierung gefolgt und lauschten hoch interessiert den Ausführungen des Geschäftsführers des Bad Boller Planungsbüros mquadrat, Manfred Mezger. Bürgermeister Günter Riebort forderte die Besucher gleich zu Beginn auf, sich rege an den Planungen zu beteiligen und frei heraus zu sagen, wie sie sich die Sache vorstellen. Schließlich solle es ein Dorfplatz für alle Hohenstadter werden.
Dass Hohenstadt die Ortskernsanierung angegangen sei und jetzt seine Ortsmitte umgestalten wolle, verdanke sich letztlich der Teilnahme am landesweiten Förderprogramm "Entwicklung ländlicher Raum" (ELR), erklärte Mezger. Die Ortskernsanierung sei derzeit mit etwa 335 000 Euro veranschlagt. 70 Prozent davon sollen durch Zuschüsse finanziert werden. Ohne diese Fördermittel wäre die Ortskernsanierung nicht möglich, machte Bürgermeister Riebort klar. Er rechne indessen fest mit einer Zusage.
Das Planungsbüro mquadrat hat unterdessen schon die Stärken und die Schwächen des Hohenstadter Ortskerns erforscht. Eine solche Analyse ist Grundbedingung jedes Antrags auf Zuschüsse. Der Bürgermeister sagte, Handlungsbedarf bestehe vor allem beim Platz vor dem "Lümmelheim", dem Vereinsheim der Pfingstlümmel. Hier wolle man eine attraktive Fläche zum Aufenthalt und für Feste im Dorfmittelpunkt schaffen. Die Kastanien gelte es unbedingt zu erhalten, die Treppe der Kirche solle verbreitert und die Linksabbiegerspur zurückgebaut werden (wir berichteten).
Die Idee, auf dem Dorfplatz einen Brunnen aufzustellen, kam bei den Bürgern sehr gut an. Wie er genau aussehen soll, ist aber noch offen. Riebort sagte, er könne sich als Thema gut das Wappentier der Helfensteiner, den Elefanten, vorstellen.
Im Übrigen war es auch den Bürgern wichtig, die Kastanienbäume zu erhalten. Dem Kriegerdenkmal solle man wieder zu mehr Beachtung verhelfen.
Außerdem äußerten Besucher den Vorschlag, hinter den Kastanien Parkplätze einzuplanen. Dies sei Gemeindegrund und eine Überlegung wert, meinte auch Bürgermeister Riebort. Viele Eltern parkten bisher vor dem "Lümmelheim", was nach der Sanierung nicht mehr möglich sein wird, da Poller den Vorplatz des "Lümmelheims" abgrenzen werden.
Der lange und schneereiche Winter veranlasste die Besucher zur Frage an den Planer, wie denn später der Vorplatz zu räumen sei, denn mit schwerem Räumgerät könne dann nicht mehr gefahren werden.
Auf die Frage nach einem Lebensmittelgeschäft in der Ortsmitte, das die Hohenstadter schon lange schmerzlich vermissen, sagte Bürgermeister Riebort, dass die Gemeindeverwaltung schon oft darüber nachgedacht habe. Es habe sich aber nie jemand bereiterklärt, den neuen Dorfladen zu betreiben, da am Ende des Monats wohl kaum ein Gewinn zu erwarten sei. Außer Kleinigkeiten werde das meiste heute eben doch im Supermarkt gekauft. Er verfolge die Idee jedoch weiter und mache sich Gedanken, wie sie umzusetzen wäre. "Dass so was nicht von heute auf morgen geht, wissen wir alle, aber ich bleibe dran", versprach der Bürgermeister.
Manfred Mezger hat auf jeden Fall viele Informationen und Anregungen erhalten, die er in seine Planungen mit aufnehmen wird und dem Gemeinderat in Kürze vorlegen will.
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Autor: MARGIT WEBER | 20.03.2010
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Bürgermeister Günter Riebort (rechts) und Manfred Mezger vom Bad Boller Planungsbüro mquadrat erläuterten bei der Informationsveranstaltung, wie man den Hohenstadter Dorfplatz umgestalten könnte. Foto: Margit Weber
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