Frost bremst Schleichverkehr

Treffelhausen.  Der mit der Sperrung der Weißensteiner Steige erwartete "Lkw-Schleichverkehr" über Treffelhausen fällt geringer aus als befürchtet. Allerdings liegt das vermutlich in erster Linie am strengen Winter.

Seit 30. Januar ist die Weißensteiner Steige wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten gesperrt. Seitdem wird der Durchgangsverkehr auf der B 466 aus Richtung Heidenheim in Böhmenkirch über zwei Strecken umgeleitet: Lkw über zwölf Tonnen müssen über Steinenkirch, Eybach und Geislingen ins Untere Filstal fahren. Alle übrigen Verkehrsteilnehmer können den um einiges kürzeren Weg über Treffelhausen, Schnittlingen und die Messelbergsteige nach Donzdorf nehmen.

Um den drohenden Schleichverkehr von Lkw vorzeitig auszubremsen, wurde die Messelbergsteige für die Dauer der Umleitung eigens für den Schwerverkehr über zwölf Tonnen gesperrt. Ob sich die Brummifahrer daran halten, steht auf einem anderen Blatt, weshalb man vor allem in Treffelhausen und Schnittlingen der Sperrung der Steige mit Bangen entgegensah. "Die ersten zwei, drei Tage war Chaos, dann hat der Verkehr aber wieder deutlich abgenommen", schildert Ortsvorsteher Erwin Lang die Lage in Treffelhausen. Lang will dem Frieden nicht so recht trauen, zumal er glaubt, dass die plötzliche Verkehrsberuhigung in erster Linie auf den strengen Wintereinbruch zurückzuführen ist. "Bei minus 20 Grad läuft auf dem Bau nichts mehr und daher sind auch insgesamt weniger Lkw unterwegs." Da es aber irgendwann wieder wärmer wird und die Weißensteiner Steige bis in den August hinein gesperrt ist, ist sich Lang sicher, dass auch der Lkw-Verkehr im Ort wieder zunehmen wird.

Vor diesem Hintergrund ärgert sich der Ortsvorsteher, dass der für die Dauer der Umleitung versprochene zusätzliche Zebrastreifen im Dorf immer noch fehlt. Die vereinbarte Fußgängerampel auf der Sankt-Vitus-Straße ist zwar montiert "und eine echte Hilfe", wie Lang betont. Für den Zebrastreifen auf der Roggentalstraße hinter dem Kreisel Richtung Weißenstein hat es dann aber ebenso nicht mehr gereicht wie auf der Hauptstraße in Schnittlingen: Bei der extremen Kälte würde die Farbe nicht auf der Fahrbahn halten, wurde Lang beim Landratsamt erklärt. "Dabei weiß man dort schon seit der Verkehrsschau Mitte November, dass die Zebrastreifen gemacht werden müssen", schüttelt Lang den Kopf.

Genauso unverständlich ist dem Ortsvorsteher, warum das Landratsamt gleich 23 Firmen für 70 Lkw Ausnahmegenehmigungen zum Befahren der Messelbergsteige ausgestellt hat: "Das ist schon sehr viel", kritisiert Lang. Neben dem Steinbruch-Betrieb Wager-Fischer und dessen Hauptkunden habe man insbesondere Firmen, die regelmäßig Richtung Schwäbisch Gmünd fahren, den Umweg über Geislingen nicht zumuten können, verteidigt Fritz Brunner, stellvertretender Leiter des Straßenverkehrsamtes, die Entscheidung. Ortsvorsteher Lang überzeugt auch das nicht: "Wer aus Richtung Heidenheim nach Gmünd will, fährt viel einfacher und besser über Bartholomä und Heubach."

Mit der Umleitung wird auch ein alt bekanntes Problem in Treffelhausen zum nun wieder öfter zu beobachtenden Schauspiel: Vor allem Lkw, die von Schnittlingen kommen und Richtung Weißensteiner Steige fahren, sparen sich den (eigentlich vorgeschriebenen, aber umständlichen) Dreiviertel-Rundkurs im Kreisverkehr und fahren stattdessen einfach geradeaus und absolvieren den Kreisel damit in verkehrter Richtung. Die Polizei wolle das in den nächsten Tagen verstärkt kontrollieren, versichert Rathausmitarbeiterin Daniela Röhm.

Auf der Umleitungsstrecke durch Steinenkirch rollen zurzeit ebenfalls weit weniger Lkw als erwartet: Der Verkehr habe zwar etwas zugenommmen, sei aber bei Weitem "nicht so stark wie wir befürchtet haben", erläutert Ortsvorsteher Günter Pallaoro. Auch Pallaoro ist gespannt, obs nur am Wetter liegt oder der Fernverkehr die Weißensteiner Steige nun generell großräumig umfährt.


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Autor: THOMAS HEHN | 10.02.2012

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