1500 Hästräger beim Westerheimer Rosenmontagsumzug
1500 Hästräger haben sich am Rosenmontag über zwei Stunden lang durch Westerheim geschlängelt. Die Sonne schien strahlend vom blauen Himmel, derweil die Stimmung nicht immer so recht in Fahrt kam.
Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE |"Stelza Hoi" - die gastgebende IGF (Interessengemeinschaft Fasnet) hat mit dem Narrenschiff und der Kindertanzgarde in Westerheim den Rosenmontagsumzug eröffnet - und der Rest der IGF, Hellstera-Male, Tanzgarde, sowie Schrezen, angeheizt von den Schalmeien, beendeten das über zwei Stunden dauernde Fasnetsspektakel. Dazwischen wälzte sich der Narrenwurm mit den Maskenträgern, zwölf Musikgruppen und 17 teils originellen Festwagen. Der Westerheimer Umzug lockt die Zünfte von nah und fern. So mischten heuer die Esslinger Zwiebelgoscha ebenso im Fasnetstreiben mit, wie die Galgenberghenker aus Göppingen oder die Zollbruckhexa aus Neckartailfingen. Aus der anderen Himmelsrichtung waren etwa die Illertaler Waldschrath, die Erbacher Schella-Bebbl oder die Laudr Deifl aus Herrlingen angereist.
Bei strahlendem Sonnenschein zogen die Gruppen durch das dennoch eiskalte Westerheim. Vielleicht war es doch die Kälte, welche die Stimmung etwas lähmte. Denn irgendwie schafften es die drei Moderatorenteams nicht immer, das Publikum anzuheizen, sodass der Narrenruf der Hästräger teilweise unbeantwortet blieb.
Auch die Maskenträger schienen nach dem vierwöchigen Fasnetsmarathon etwas müde, deren Possen mit den Zuschauern, die zahlreich die Straßen säumten, hielten sich in Grenzen. Dennoch musste man auf der Hut sein, sonst konnte es vor allem den jugendlichen Zuschauern passieren, dass einem die Beine zusammengebunden wurden, oder man seiner von einer Hexe stibitzten Kopfbedeckung hinterherjagen durfte. Mancher Unachtsame erhielt auch mal einen Klaps mit dem Hexenbesen auf den Popo oder ein Zeichen ins Gesicht gemalt. Am besten weg kamen die Kinder, die ihre Tüten unter den Bonbonregen hielten oder von den, urplötzlich zahm gewordenen, Hexen und Geistern Naschwerk in die Hände gedrückt bekamen.
Dröhnend - mal vor Musik aus den Lautsprecherboxen, dann wegen aufheulender Motoren - bahnten sich die Festwagen in riesigen Dimensionen ihren Weg durch den Umzug. Und dann kam für ein paar Minuten, bis sie vorübergezogen waren, Partylaune mit Schalmeien, Guggenmusik oder Fanfaren auf. Faszinierend am Umzug waren die schaurig, aber schönen Masken sowie die unterschiedlichsten Narrenkostüme, die es in dieser Vielfalt im Rosenmontagsumzug immer wieder in Westerheim zu bewundern gibt.





