Zum Eis gibt’s das Lachen gratis dazu

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Er grinst. Er strahlt. Es scheint, als habe Pasquale Stoduto niemals schlechte Laune. Zwölfstündiger Arbeitstag im Perche No? Kein Grund, genervt zu sein. „Es macht mir eben Spaß“, sagt der 60-Jährige fröhlich. So wie er es ausspricht, glaubt man ihm das gerne. Anders darf er vielleicht auch gar nicht denken  – so viele Stunden wie der Italiener täglich in seinem Eiscafé verbringt. Seine Glücksformel klingt denkbar einfach: „Es ist schön, wenn nette Kunden kommen, Freunde oder Familie. Wir reden ein bisschen miteinander, und schon bin ich glücklich.“

Glücklich ist der Italiener auch dank seiner Frau Birgit. Die beiden haben sich 1976 kennengelernt. Stoduto arbeitete damals im Park-Hotel am Bahnhof, seine spätere Ehefrau machte nebenan an der Berufsschule ihre Ausbildung zur Frisörin. Heute leitet er mit ihrer Hilfe das Perche No in der Fußgängerzone.

Trifft sein italienisches Temperament auf deutsche Sachlichkeit? „Nein, nein“, antwortet er – natürlich lachend. „Ich bin da eher der Deutsche und meine Frau die Italienerin.“

Einen deutschen Pass hat der „italienische Deutsche“ aber nicht. Auch dafür findet er eine überraschend knappe wie einleuchtende Antwort: „Hab ich nie gebraucht.“ Er hätte womöglich einen, wenn es in Geislingen ein Meer gäbe, erzählt er amüsiert: „Das ist das einzige, das mir hier fehlt.“ Nein, seine italienische Seite ist ihm ebenfalls wichtig. Auch seine Kunden liebten es, wenn er sie auf italienisch begrüße. „’Buona Sera’  klingt doch viel melodischer als ‚Guten Abend’, oder?!“, fragt er rhetorisch.

Wie andere Geislinger mit Migrationshintergrund, die ein Geschäft führen, schafft auch Stoduto Arbeitsplätze: In den heißen Monaten kümmert er sich mit sechs Kollegen um die Gäste, in den kalten sind sie zu viert. Voll beschäftigt sind aber immer nur drei Personen. Seit über 40 Jahren arbeitet der Italiener nun schon in der Gastronomie. Vor dem Perche No leitete er das Kuchener Restaurant Piccolo Mondo. Gefallen hat ihm beides, aber eines macht ihn nun richtig glücklich: Kommt ein Kunde und schwärmt, wie sehr ihm das Eis geschmeckt habe, geht für den 60-Jährigen schon wieder die Sonne auf. Er macht es nämlich selbst. Im Piccolo Mondo dagegen stand er nicht in der Küche. „Hat da ein Kunde das Essen gelobt, habe ich mich gefreut und es dem Koch gesagt.“ Das muss er jetzt nicht mehr. Das Kompliment geht direkt an ihn.

Verständlich, dass ihm das gefällt. Im Sommer bereitet er schon mal bis zu 20 Wannen Eis pro Tag zu. Das beschäftigt ihn fünf bis sechs Stunden. Bei so viel Mühe tut es gut, wenn die Kunden zufrieden sind. „Ich liebe es, Eis zu machen“, verrät er. Er steht dann in seinem „Labor“, ist dort ganz alleine und vollkommen konzentriert. Die Ruhe braucht er, denn beim Zubereiten von Eis komme es auf jedes Gramm an. „Es macht mir Spaß, so exakt zu arbeiten.“ Klingt nach deutscher Genauigkeit.

Auch für den Kuchen stellt er sich in die Küche. Einer seiner Freunde ist Konditormeister und brachte ihm das Backen vor fünf Jahren bei. Dafür hat der 60-Jährige ebenfalls ein Faible, aber das Eiszubereiten thront trotzdem ganz oben auf seiner Liste an Dingen, die ihm Spaß machen. Gar nicht schlecht, wenn Hobbys fest zum Arbeitsalltag gehören.

Die GZ-Serie „Welt in einer Stadt 2016“ stellt Menschen mit Migrationshintergrund aus dem Geislinger Wirtschaftsleben vor. Hintergründe, Umfragen und Porträts gibt es auf: www.swp.de/wies2016

Dort finden Sie zur aktuellen Folge auch eine kleine Anekdote: „Witzbold und Seelentröster“.

Was erzählen Sie anderen Menschen über Deutschland?

„Wenn Deutschland nicht so ein gutes Land wäre, wäre ich nicht schon seit 42 Jahren hier.“

Welche Ecken mögen Sie ganz und gar nicht in Geislingen?

„Mir würde einfach alles gefallen, wenn es in Geislingen auch ein Meer gäbe.“

Ich will auf meine Muttersprache nicht verzichten, weil...

„Die Deutschen mögen es sehr, dass ich Italienisch rede. Das gehört für sie einfach zum Flair.“

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Welt in einer Stadt 2016

In diesem Jahr dreht sich bei „Welt in einer Stadt“ alles um den Wirtschaftsfaktor: Die GZ diskutiert die Bedeutung von Migranten für die Wirtschaft.

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