Zum Auftakt ein Markt der Chancen

In Geislingen startet ein weiteres bürgerschaftliches Pilotprojekt, das zu einem positiveren Image der Stadt und zu mehr Wir-Gefühl beitragen soll.

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"Nachhaltige Kommunalentwicklung - Gemeinsam auf dem Weg in die Zukunft": So lautet der Titel eines Städtetags-Projekts, das bis Ende 2014 in Geislingen konkrete Formen zeitigen soll. Nur fünf baden-württembergische Städte wurden dafür ausgewählt, neben Geislingen Lörrach, Bad Säckingen, Waldkirch und Horb. Dass Geislingen zum Zug kommt, liegt nicht zuletzt an den Erfahrungen hier mit praktizierter Bürgerbeteiligung, sei es mit Bürgerräten, Internetbefragungen und bürgerschaftlichen Gremien. Zum Pilotprojekt fand am Donnerstag ein Informationsabend im erweiterten Kreis des "Lenkungsausschusses Bürgerschaftliches Engagement" statt.

Wie dabei Fachberater Martin Müller vom Städtetag darlegte, ist der Ansatz weit gefasst: Ökologie, Ökonomie (z. B. Einzelhandel und Tourismus) und Soziales (demografischer Wandel, Betreuung) sollen für eine nachhaltige Stadtentwicklung berücksichtigt werden. Der Mitgestaltungsprozess soll andererseits in konkrete Projekte und konkretes Tun münden. Akteure sind bei der Stadtverwaltung die Fachbereichsleiter mit dem OB; eingebunden wird der Gemeinderat; und als dritte Säule die Bürgerschaft. "Auf dem gemeinsamen Weg in die Zukunft wollen wir möglichst viele Bürger mitnehmen", sagte Oberbürgermeister Wolfgang Amann.

Die Verwaltungsgruppe hat Vorarbeit geleistet und Zielsetzungen vorgeschlagen: Demnach ist eine Imagekampagne geplant, die die positiven Seiten der Stadt und des Gemeinwesens bewusst machen und den Gemeinsinn stärken soll. Als Vorgehensweise gab Müller diese Reihenfolge vor: "Schimpfen, spinnen, schaffen." Als thematische Grundgedanken nannte er als Stichworte, um Einwohner in Geislingen zu halten: Inklusion, Integration und Respekt beziehungsweise Toleranz. Vier konkrete Projekte sind angedacht: ein vierter Bürgerrat; Mehrgenerationenwohnen; mehr Sauberkeit in der Stadt; und ein Markt der Chancen. Letzterer findet am Samstag, 29. März, statt. Grundlage dafür sind 29 Vereine, die bereits ihre Angebote, Probleme und Defizite darlegen wollen. Aber alle gesellschaftlichen Gruppen sollen sich zwecks Vernetzung daran beteiligen, um aus diesem Markt ein buntes Fest zu machen, das die ganze Vielfalt der Stadt aufzeigt, meinte Müller.

Skeptische Einwürfe kamen unter anderem von der Aktionsgemeinschaft 5-Sterne: Axel Bosch gab zu bedenken, dass der Facheinzelhandel vor dramatischen Veränderungen stehe. Weil Verbraucher zunehmend übers Internet einkauften, werde der Niedergang des lokalen Handels prognostiziert. Er sehe nun aber keine Anknüpfungspunkte zum Beispiel für einen Markt der Chancen. Dem hielten andere Teilnehmer der Runde und auch Müller entgegen, dass man zum Beispiel ein Bewusstsein dafür schaffen müsse, welchen Erlebnis- und Begegnungswert das Einkaufen vor Ort habe. Und dass die Geislinger deshalb auch nicht in anderen Städten ihre Einkäufe erledigen sollten.

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