Zukunft ist gesichert: Alb-Fils-Kliniken stellen Medizinkonzept vor

Die Alb-Fils-Kliniken haben ihr Medizinkonzept vorgestellt: Die Geislinger Helfenstein-Klinik muss auf ihre Gynäkologie-Station verzichten, wird aber zum Spezialisten für Orthopädie und Chirurgie.

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Das neue Medizinkonzept der Alb-Fils-Kliniken im Kreis Göppingen enthält ein klares Ja zum Krankenhaus in Geislingen: „Wir wollen die Helfenstein-Klinik nachhaltig und zukunftsfähig weiterentwickeln“, sagte Dr. Jörg Noetzel, der medizinische Geschäftsführer der Alb-Fils-Kliniken am Freitag in einer Pressekonferenz vor der Kreistagssitzung, in der das Konzept vorgestellt wurde. Ein solches Signal sei gerade angesichts des Neubaus in Göppingen wichtig, „denn wir wissen um die Ängste, dass die Helfenstein-Klinik im Zuge dessen geschlossen werden könnte“, sagt Noetzel.

Dass das Geislinger Krankenhaus während der vergangenen Monate ganz genau auf dem Prüfstand war, verhehlte er jedoch nicht. Man habe verschiedene Standortkonzepte erwogen, sich aber gegen eine Reduzierung etwa auf ein ambulantes Versorgungszentrum oder die Entwicklung zur reinen Fachklinik entschieden, so Noetzel.

Dagegen sprachen die Zahlen. Denn: Jeder siebte Patient im Kreis Göppingen wird in der Helfenstein-Klinik stationär behandelt, 71 Prozent der Patienten werden als Notfall eingeliefert. „Die Helfenstein-Klinik wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen“, bestätigt Noetzel. Die Notfallversorgung mit der Zentralen Notaufnahme sei existenziell wichtig für das Obere Filstal.

Der medizinische Geschäftsführer bekannte, er sei „ein begeisterter Fan“ der Helfenstein-Klinik. Dort herrsche ein „besonders positiver und familiärer Geist“. Das bereits vorhandene Profil will man nun schwerpunktmäßig ausbauen: So sollen planbare Eingriffe in der Endoprothetik – wie die Einsetzung einer künstlichen Hüfte –, Orthopädie und minimalinvasiven Chirurgie sukzessive von Göppingen nach Geislingen verlagert werden. Für die Patienten dieser Fachrichtungen soll der Gang nach Geislingen künftig selbstverständlich werden, erklärt Noetzel.

Komplexere Operationen sollen dagegen zunehmend nach Göppingen verlagert werden, da die größere Klinik am Eichert besser für solche Eingriffe ausgelegt sei.

Die Station der gynäkologischen Abteilung in Geislingen wird gar ganz geschlossen und nach Göppingen verlegt. Der Anlass dafür sei gewesen, dass Chefarzt Dr. Theodor Dinkelacker zum August 2016 in Ruhestand geht, erklärt Noetzel – wohl wissend, dass die Geislinger nach der Schließung der Geburtsklinik sensibel auf diese Nachricht reagieren werden.

„Eine ambulante gynäkologische Behandlung mit Vor- und Nachsorge wird es in Geislingen weiterhin geben“, beruhigt der medizinische Geschäftsführer. Dinkelacker werde weiterhin eine Praxis betreiben und ambulante Eingriffe vornehmen, auf Wunsch auch Patientinnen in Göppingen operieren. Zusätzlich zu den bereits eingerichteten Hebammensprechstunden soll das Angebot für Pränataldiagnostik und die Betreuung von Frauen mit Risikoschwangerschaften ausgebaut werden.

Die Klinik am Eichert in Göppingen wird derweil zum „Maximalversorger“ und soll sich in den Bereichen Krebsmedizin, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Unfallversorgung, große Baucheingriffe und Mutter-Kind-Behandlung stärker als bisher profilieren. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Standorten soll intensiviert werden – dabei setzt man auf Videokonferenzen und die Angleichung von Arbeitsabläufen.

„Für die Patienten im Raum Geislingen wird sich nichts ändern“, fasst Jörg Noetzel zusammen. Nach wie vor werde es in der Fünftälerstadt eine heimatnahe Behandlung und Nachsorge in allen Fachbereichen geben.
 



Info Am 29. Oktober um 18 Uhr gibt es im Gemeinschaftsraum der Helfenstein-Klinik eine Infoveranstaltung zum Medizinkonzept für die Geislinger Bürger.

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