Wofür steht Geislingen?

Was verbindet man bundesweit mit Geislingen? Am ehesten die Steige und die WMF. Was hat sich von der Perle im Bergeskranz sonst noch bis zum fernen Hamburg herumgesprochen?

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Mann denkt eventuell an Klinsi, Allgöwer und Co. Die schmachvolle Niederlage des HSV im legendären Pokalspiel gegen den SC dürfte bei den Hanseaten kaum noch erinnernswert sein, denn die Leidensfähigkeit des HSV wird ja in letzter Zeit ohnehin überstrapaziert. (Nebenbemerkung eins: Wir in Geislingen gedenken natürlich weiterhin dieser ruhmreichen SC-Heldentat - ein kleines Beispiel für ein Nord-Süd-Gefälle.)

Und was fällt wohl der hochkulturell ambitionierten Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" zu Geislingen ein? Vielleicht Christian Friedrich Daniel Schubart? Weit gefehlt.

Die Wochenzeitung widmet ihr jüngstes "Zeit-Magazin" Baden-Württemberg, dem "tollsten Bundesland der Welt". (Nebenbemerkung zwei: Unsereins hätte natürlich weniger großspurig, dafür liebenswürdiger vom tollsten Bundesländle gesprochen).

Also. Auf den 48 Seiten dieses Heftes werden 28 Orte im Ländle gewürdigt - darunter Geislingen. Da schau her! Und worum geht es nun? Um die "ballorientierte Raumdeckung", die Fußballtrainer Helmut Groß 1981 in Geislingen erfunden habe. Gegenüber der bisherigen reinen Manndeckung zeigte sich das neue "Sischdem" so überlegen, dass der SC von der fünften in die dritte Liga aufstieg. (Nebenbemerkung drei: Leider machte die ballorientierte Raumdeckung Schule, womit der Wettbewerbsvorteil des SC bald dahin war. Heute kickt er übrigens in der siebten Liga)

Der besagte ganzseitige Beitrag im "Zeit-Magazin" trägt den Titel: "Geislingen an der Steige. Warum gibt es so viele schwäbische Trainer in der Bundesliga? Eine Taktikanalyse von Heike Faller". Bei ihrer Betrachtung von Groß über Rangnick und Löw landet die Autorin zwangsläufig natürlich auch bei einem echten aktuellen Geislinger, bei Hoffenheims Chefcoach Markus Gisdol.

Damit nicht genug: Unter den wichtigsten Adressen im Ländle aus der "Zeit"-Perspektive findet sich sogar Böhmenkirch. Ja, Heilix Blechle, lass me ganga. Es handelt sich dabei um einen Geheimtipp, einen neudeutschen "hidden champion": Das Kräuterelixier namens "Gyld", das die Gebrüder Christoph und Philipp Elwert aus elf Kräutern in stylischen Flakonflaschen ansetzen. Ha, da guck na.

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