WMF: Mehr Bewerber als Stellen

Das Ausbildungszentrum der WMF hat in Geislingen am Samstag seine Pforten geöffnet: Die Azubi stellten Jugendlichen und ihren Familien ihre Berufe vor - und davon wurde reger Gebrauch gemacht.

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Auch anhand praktischer Versuche demonstrierten die WMF-Lehrlinge den interessierten Jugendlichen, auf was es in ihrem Beruf ankommt.  Foto: 

Freundlich, fast schon familiär war die Stimmung am Samstag im Ausbildungszentrum der WMF. Beim Tag der offenen Tür stellten Auszubildende ihre Berufe vor: Die Bandbreite reichte vom kaufmännischen Bereich über Berufe mit technischem Schwerpunkt wie Elektroniker und Werkzeugmechaniker bis zur Datenverarbeitung. Interessenten, die aus erster Hand etwas über Berufspraxis und Ausbildungsanforderungen erfahren wollten, gab es reichlich, darunter viele Schüler in Begleitung ihrer Eltern und ehemalige Auszubildende der WMF, die jüngere Geschwister oder Freunde für ihren Beruf begeistern wollten.

Die WMF-Azubi ließen sich einiges einfallen, um den Besuchern zu demonstrieren, auf was es in ihren Berufen ankommt. Dabei setzten sie nicht auf trockene Vorträge, sondern ließen die Interessenten ganz praktisch bei kleineren Projekten, die sie selbst konzipiert und umgesetzt hatten, mit anpacken. Die Elektronikspezialisten halfen den Besuchern bei einfachen Lötarbeiten und beim Programmieren eines Schleifroboters oder eines Pneumatikmotors und sensibilisierten sie für das Thema Arbeitssicherheit am Beispiel einer Deckelpresse. Da der Altersunterschied zwischen den Auszubildenden und den Interessenten - meist Schülern kurz vor der Berufswahl - so gering ist, kommt dabei erst gar keine Schüchternheit auf, erklärt Jörg Mayer, der Ausbilder für Elektroberufe.

Ein Stockwerk höher wurde den Jugendlichen (und ihren Familien) die Scheu vor großen Maschinen genommen. Die Besucher stellten zusammen mit den Azubi in mehreren Arbeitsschritten aus einem kleinen Metallzylinder einen praktischen Küchenmagneten inklusive WMF-Gravur her. Dabei merkten sie schnell, dass die gewaltigen Fräs- und Graviermaschinen zwar mit gebührender Vorsicht und natürlich Fachkenntnis benutzt werden müssen, aber nicht "beißen". "So sollen die Jugendlichen die Angst vor den Maschinen verlieren", erläutert Ausbilder Horst Miller. "Sie sehen: Es passiert etwas an der Maschine, aber dem Bediener selbst passiert nichts."

Zur Zeit haben 105 Azubi einen Ausbildungsvertrag mit der WMF. Dazu kommen noch 143 weitere in den WMF-Filialen. Trotz der angekündigten Umstrukturierung der Firma und dem damit verbundenen Verlust von Arbeitsplätzen werde sich die Zahl der Ausbildungsplätze nicht verringern, versichert Ausbildungsleiter Karl Grözinger. "Wir bleiben 2015 auf dem gleichen Niveau." Lediglich bei Silit würden in Zukunft Ausbildungsplätze eingespart.

Was die Zahl der Bewerber angeht, kann die WMF nach wie vor aus dem Vollen schöpfen: Viel mehr Jugendliche möchten eine Ausbildung bei dem Unternehmen beginnen als es offene Stellen gibt. "Wir sind in einer beneidenswerten Situation", meint Ausbildungsleiter Grözinger. Trotzdem bekomme bei der WMF nicht nur eine "Elite" aus Einserkandidaten einen Ausbildungsvertrag, betont er, sondern eine "gute Mischung" aus begeisterungsfähigen und lernbereiten jungen Menschen aus allen drei Schularten.

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