WMF wiegt 1,6 Milliarden Euro schwer

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  Der Verkauf der WMF-Gruppe an die französische Groupe SEB ist abgewickelt: Knapp 1,8 Milliarden Euro legt die französische Groupe SEB für den Kauf der WMF-Gruppe quasi auf den Ladentisch. Um den Deal zu schultern, nimmt sie Kredite in Höhe von 1,3 Milliarden Euro auf. Das verkündete vorgestern ­Abend die Firma SEB per Pressemitteilung, die aus börsenrechtlichen Gründen erst in den Abendstunden eintraf. Zuvor hatte die WMF überraschend den Rückzug ihres geschäftsführenden Vorstands, Peter Feld, bekannt gegeben.

Der bisherige Eigentümer der WMF, der US-amerikanische Finanzinvestor KKR, verkauft die WMF  auf Basis des Unternehmenswertes zum 31. Dezember 2015 in Höhe von 1,585 Milliarden Euro. Die SEB übernimmt auch die Pensionsverpflichtungen des Geislinger Unternehmens in Höhe von 125 Millionen Euro. Zusätzlich erhält der bisherige Eigentümer 70 Millionen Euro als pauschale Kompensation dafür, dass die Betriebsergebnisse der WMF schon im laufenden Geschäftsjahr 2016 der Groupe SEB zugeordnet werden. Daraus ergibt sich ein Gesamtpreis in Höhe von 1,78 Milliarden Euro.

„Der Erwerb wird fremdfinanziert“, schreibt die Groupe SEB in ihrer Mitteilung. Aus ihrem Bankenpool erhielt sie einen sogenannten Brückenkredit in Höhe von 1,3 Milliarden Euro, dessen Refinanzierung bereits weit fortgeschritten sei. Insider vermuten, dass der SEB dies durch den seit Mai gestiegenen Aktienkurs erreicht hat.

Der US-amerikanische Finanz­investor KKR hatte die WMF im Jahr 2012  erworben. Damals wurde das Unternehmen mit 600 Millionen Euro bewertet. Die seinerzeit älteste Aktiengesellschaft Baden-Württembergs wurde Anfang 2015 aufgelöst und in eine GmbH überführt mit dem Ziel, das Unternehmen zu verkaufen. Zwischenzeitlich wurden Gerüchte laut, chinesische Investoren stünden vor der Tür.

Bei der französischen Groupe SEB handelt es sich um einen Konzern, der sich auf Küchen-Elektrogeräte spezialisiert hat. In ihrer neuen Zusammensetzung wird die Groupe SEB einen Pro-Forma-Umsatz in Höhe von rund sechs Milliarden Euro er­zielen, heißt es in der Mitteilung. Die Zahl der Mitarbeiter steigt durch die Übernahme auf weltweit rund 30.000. Die WMF-Gruppe beschäftigt weltweit rund 5700 Menschen, davon rund 2000 am Stammsitz in Geislingen. Mit WMF wechseln auch die Marken Kaiser, Silit, Schaerer und Hepp zur SEB. Der französische ­Spezialist für Küchengeräte vereinigt bekannte Marken wie Emsa, Krups, Moulinex, Ro­wenta oder Tefal unter seinem Dach.

Neuer Chef in Geislingen wird Dr. Volker Lixfeld aus Bochum, der zuvor Vizepräsident bei SEB war. Der 51-jährige Peter Feld bleibt noch bis nächstes Jahr im Amt. Karsten Dyba

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