WMF-Chef Peter Feld verlässt Geislingen

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Peter Feld, seit 2013 Vorsitzender der  Geschäftsführung der WMF-Gruppe, verlässt zum Ende des Jahres das Unternehmen auf eigenen Wunsch. Das teilte Mittwochabend Konzernsprecher Kai Hummel mit.

Nach Abschluss des „Closings“, also des Verkaufsprozederes, hat der neue Eigentümer der WMF-Gruppe, die französische Groupe SEB, einen neuen Chef bestellt. Vergangene Woche erklärte die SEB, dass die Kartellbehörden dem Kauf der WMF zugestimmt haben. Die Groupe SEB will dem Aufsichtsrat der WMF daher am 5. Dezember 2016 die Ernennung von Volker Lixfeld vorschlagen, der bislang Senior Vice President der Groupe SEB in Westeuropa war und seit über 15 Jahren für SEB tätig ist.

Peter Felds Abschied nach dreieinhalb Jahren komme „im Zuge der Übernahme und auf eigenen Wunsch“, erklärte Hummel gestern Abend. Ob er bereits eine neue Aufgabe anvisiert, wusste auch er nicht. Johannes Huth, der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende von WMF, bedankt sich mit den Worten: „Unter der Führung von Peter Feld hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren hervorragend entwickelt und ist bestens gerüstet für eine erfolgreiche Zukunft.“

 WMF sei in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Das Unternehmen habe insbesondere das Geschäft mit Profi-Kaffeemaschinen ausgebaut und seine Weltmarktposition gestärkt.  Der Verkauf der WMF an die Groupe SEB sei auf Basis eines Unternehmenswertes von 1 585 Millionen Euro zum 31. Dezember 2015 sowie der Annahme von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 125 Millionen Euro abgeschlossen worden. Des Weiteren wurden pauschal 70 Millionen Euro gezahlt als Kompensation für die Zuordnung der WMF-Ergebnisse des laufenden Geschäftsjahres 2016 zur Groupe SEB.

Ein KOMMENTAR von Michael Rahnefeld: Schon ist er wieder weg

Er kam als Nivea-Mann (Beiersdorf AG) und geht als Barista, denn das Kaffeemaschinengeschäft der WMF hat unter der Ägide von Peter Feld beim Geislinger Konsumgüterunternehmen einen rasanten Aufschwung genommen. Man denke nur an das Engagement in Indien oder die Übernahme von „Schaerer USA“. Insgesamt ist die WMF unter Feld zu dem geworden, was man in Neudeutsch so schön als Global Player bezeichnet. Hausintern war das nicht immer ganz lustig. Vor allem, was die Straffung der Organisation  und die Schaffung neuer Strukturen betrifft. Da blieb so mancher Mitarbeiter auf der Strecke, denn unter dem hemds­ärmelig wirkenden Manager wurde doch auch stark Personal abgebaut. So gab’s beispielsweise vormals fünf Geschäftsbereiche, die eingedampft wurden. Oder die Logistik. Früher auf 33 Lager in Deutschland verteilt, jetzt nur noch auf zwei, eines davon in Dornstadt, das andere im Norden, in Bergkamen. Auch die Integration anderer Marken wie Silit und Kaiser unter das Dach der WMF war für viele Mitarbeiter dort mit Konsequenzen verbunden. Der Personalabbau wurde zwar in Absprache mit dem Betriebsrat  überwiegend sozialverträglich geregelt, dennoch sind damit auch Einzelschicksale verbunden. Diese sollte man im Hinterkopf behalten, wenn heute das Unternehmen nach der Neuaufstellung mit dem „Best Brand Awards“ gekürt als beste Wachstumsmarke gilt. Als Manager hat Feld sein Feld gut bestellt, die aktienrechtliche Umgestaltung hat er nicht zu verantworten. Mal schauen, wo’s Barista  jetzt hintreibt.

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