Winterreutestraße bleibt nicht mehr lange in der Warteschleife

Der Weg für den Ausbau der Winterreutestraße in Stötten ist frei, die Geislinger Stadtverwaltung kann sich an die Ausschreibung machen.

|
Bislang mehr Feldweg als Dorfstraße: Die Winterreutestraße in Stötten.  Foto: 

Bereits Ende März hatte Geislingens Stadtverwaltung frohe Kunde vom Regierungspräsidium Stuttgart bekommen: Das Land bezuschusst über seinen Fördertopf „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ den Ausbau der Winterreutestraße im Stadtbezirk Stötten mit 265 000 Euro. Nun hat das Projekt, auf das die Stöttener schon Jahrzehnte warten, den nächsten großen Schritt in Richtung Vollendung gemacht: Mit dem einstimmigen Segen des Geislinger Gemeinderats kann die Stadt nun die Neugestaltung ausschreiben. Im kommenden Jahr soll es dann losgehen. „Wobei“, wie Oberbürgermeister Frank Dehmer scherzhaft bemerkte, „die Stöttener uns das eh erst glauben, wenn die Baumaschinen anrücken.“

Außerdem hat das Gremium zusätzliche 200.000 Euro als sogenannte überplanmäßige Ausgabe genehmigt. Hintergrund: Im aktuellen Haushalt sind bereits 800.000 Euro für die Winterreutestraße vorgesehen. Diese Summe basiert aber auf einer zwei Jahre alten und damit nicht mehr gültigen Kostenberechnung. Ursachen für die Steigerung sind laut Tiefbauamtschef Ulrich Weingart gestiegene Preise in der zurzeit boomenden Baubranche, aber auch die Verlegung eines Leerrohrs, in das einmal die Glasfaserleitung für schnelles Internet eingeblasen wird. Allerdings wird der Ausbau für die Anlieger nicht zum Nulltarif kommen, sie müssen Erschließungsbeiträge zahlen. In der Summe rechnet die Verwaltung mit 260.000 Euro an Einnahmen.

Die Winterreutestraße selbst bietet bislang noch ein eher jämmerliches Bild: „Die Straße weist sehr viele Aufbrüche und Verdrückungen auf und hat keine Entwässerung. Durch den nicht vorhandenen frostsicheren Aufbau der Straße gibt es sehr viele Frostaufbrüche, welche immer wieder vom Bauhof beseitigt werden müssen. Der Winterdienst ist durch die vielen Unebenheiten erschwert“, konstatiert Weingart in der Beratungsvorlage. Außerdem fehlen Randstreifen und Gehwege, weshalb laut Weingart die Winterreutestraße einen „ungeordneten Eindruck“ vermittelt.

Mit dem Ausbau werden solche Zustände der Vergangenheit angehören. Bislang erinnert die Winterreutestraße, die in südöstlicher Richtung verläuft, an einen unförmigen Schlauch, der an manchen Stellen zehn bis 14 Meter breit ist. Laut Entwurfsplanung wird die Fahrbahn nach dem Ausbau durchgehend sechs Meter breit sein. Daran schließt sich einseitig ein Gehweg an. Der wird bis zur Einmündung Vorderer Buch südlich der Fahrbahn verlaufen, ab dort bis zum Schlehenweg auf der nördlichen Seite. Zwischen Fahrbahn und Gehweg verläuft eine gepflasterte Rinne. Das Regenwasser wird über Einläufe in den Kanal geleitet.

Außerdem braucht die Winterreutestraße einen zeitgemäßen Unterbau. Sie bekommt auf der gesamten Länge eine 36 Zentimeter dicke Frostschutzschicht aus grobem Schotter, darauf eine 15 Zentimeter dicke Schottertragschicht sowie eine zehn Zentimeter dicke Bitumen-Tragschicht. Die Autos und sonstigen Fahrzeuge werden dann einmal auf einer vier Zentimeter dicken Asphaltdecke rollen.

Damit die Straße nicht zu einer langen Gerade wird, bekommt sie insgesamt drei sogenannte Verschwenkungen, das heißt sie macht leichte Knicke beziehungsweise Bögen – was vor allem der Verkehrsberuhigung dienen soll. Aus demselben Grund werden entlang der Straße im Abstand von etwa 40 Metern an sechs Stellen wechselseitig Baumquartiere angelegt. An diesen Stellen ist die Fahrbahn nur vier Meter breit. Am Ende der Ausbaustrecke, sprich: ab dem Schlehenweg, verengt sich die Fahrbahn auf drei Meter Breite und geht in den Feldweg über. Außerdem wird im Zuge des Ausbaus gleich noch die Verbindung von der Winterreute- zur Oberdorfstraße in Ordnung gebracht.  Als Straßenbeleuchtung sind LED-Lampen vorgesehen

Wie schon erwähnt, bekommt die Winterreutestraße gleich noch ein Leerrohr fürs Breitbandkabel. Dieses verbindet den Kabelverzweiger beim Rathaus mit dem beim Schlehenweg. Außerdem werden noch die Grundstücke an der Straße mit Micropipes angefahren. Diese ermöglichen es, Glasfaser direkt in die Häuser zu legen („Fiber to the Home“). Ansonsten wird im Wohngebiet Vorderer Buch die Vectoring-Technik zum Einsatz kommen. Dabei wird in einem Multifunktionsgehäuse, also in einem aufgerüsteten Kabelverzweiger, das Licht in ein elektrisches Signal umgewandelt und geht über die (entstörten) Kupferleitungen in die Häuser (“Fiber To The Curb“).

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Modegeschäft Esprit schließt in Geislingen

Im kommenden Dezember entfällt ein weiteres Angebot in der Geislinger Fußgängerzone: Esprit schließt. weiter lesen