Will Bagger rollen sehen

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Peter Maichle  Foto: 

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es gebe Grund zum Jubeln: Der B10-Weiterbau ist im Bundesverkehrswegeplan mit entsprechenden Prioritäten aufgeführt. Zwar erst innerhalb eines Zeitraumes von 14 Jahren – aber immerhin, so scheint es, haben die Forderungen und der Druck aus dem Kreis Göppingen in Berlin ihre Wirkung gezeigt. Ohne Miesmacher zu sein, muss man natürlich angesichts der eher frustrierenden Erfahrungen aus der Vergangenheit die positiven Nachrichten aus der Verkehrspolitik ein bisschen relativieren. Wir von der Bürgeraktion B10-neu haben die Meldungen jedenfalls mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgenommen. Positiv ist, dass für den derzeit schon laufenden Weiterbau bis Gingen-Ost nicht nur die Brückenbauwerke finanziert sind, sondern endlich auch der gesamte Streckenverlauf. Dass ab Herbst nächsten Jahres Gingen entlastet wird, darüber besteht kein Zweifel mehr. Und wer sich im Dickicht der vielen Prioritäts-Kategorien des Bundesverkehrswegeplans auskennt, der weiß, dass der Weiterbau bis Geislingen-Mitte (Y-Häuser) nun in der allerhöchsten Stufe aufgeführt ist. Das ist zwar erfreulich, doch muss die Weiterführung durch den Schildwacht-Tunnel ins Rohrachtal in einem Zuge geschehen, weil sonst die Stadt Geislingen vollends ganz im Verkehr ersticken würde. Wir werten es deshalb als hoffnungsvolles Signal, dass der Bundesverkehrswegeplan nun auch die Planung für eine vollständige Umgehung Geislingens  vorsieht – eine Forderung, die wir als Bürgeraktion B10-neu schon lange erhoben haben. Denn eine Entlastung Geislingens kann nur durch den Schildwacht-Tunnel erfolgen.

Der kritische Einwand darf aber erlaubt sein, dass wir schon wieder ein neues Schwarze-Peter-Spiel zwischen Berlin und Stuttgart aufziehen sehen, weil bereits angedeutet wird, dass es allein an der Landesregierung liege, die Verantwortung für die Tunnelplanung voranzutreiben. Viel zu oft schon haben wir hinsichtlich der B10 die  politischen Querelen zwischen Bund und Land ertragen müssen – egal, welche wechselnden Koalitionen und Oppositionen hier wie dort das Sagen hatten.

 Der Zeitraum von 14 Jahren erfordert einen langen Atem und ständigen Druck, weil sich bis 2030 auch neue politische Fronten bilden können. Trotz der momentanen Euphorie  bleibe ich bei meiner Feststellung, die ich schon wiederholt geäußert habe: „Ich glaube das alles erst, wenn die Bagger anrollen.“

Peter Maichle

Vorsitzender Bürgeraktion B10 neu

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