Wildsau rennt Skifahrer auf dem Kornberg um

Dieses "Naturerlebnis" wird Peter Bäuerle so schnell nicht mehr vergessen: Beim Skiwandern auf dem Kornberg wurde der Göppinger von einer Horde Wildsauen unsanft ins Gestrüpp befördert.

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"Ich hätte nie gedacht, dass eine Wildsau so schnell rennen kann." Können sie, das weiß jetzt auch der Göppinger Peter Bäuerle. Die Begegnung, die der 73-Jährige jüngst an den Hängen des zwischen Gruibingen und Gammelshausen gelegenen Kornbergs hatte, wird ihm nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Der Rentner ist ein begeisterter Sportler. Tolle Schneeverhältnisse - ideal für eine Skitour am Albtrauf. Bäuerle machte sich auf den Weg in Richtung Kornberg. "Dort oben gibt es einen wunderschönen Hang", den der Göppinger als Skipiste auserkoren hat. Einen Lift braucht der sportliche Senior nicht, Steigfelle an den Skiern tuns auch. So ausgerüstet stapfte Bäuerle den Weg, der vom Kornberg-Parkplatz zum Albvereinshaus führt, bergauf.

Auf einer Wiese sei er einem mit einer orangenen Schutzweste bekleideten Jäger begegnet, erzählt der 73-Jährige. Dabei habe er erfahren, dass am Albtrauf eine Treibjagd stattfinde. Nach Auskunft des Waidmanns sei jedoch Bäuerles Skihang weit genug vom Ort des Geschehens entfernt gewesen. "Ich bin dann den Weg gegangen, der mir empfohlen wurde", berichtet Peter Bäuerle.

Statt der verdienten Abfahrt nach dem anstrengenden Anstieg gabs jedoch ein "völlig neues Naturerlebnis". Bäuerle hatte gerade seine Skier von den Fellen befreit, "da hörte ich ein merkwürdiges Schnaufen". Viel Zeit zum Nachdenken hatte der Rentner nicht. Im D-Zug-Tempo stürmte eine Rotte mit etwa zehn Wildschweinen heran, direkt auf Bäuerle zu. "Die Bande war so schnell, dass ich nicht mehr ausweichen konnte." Das Leittier habe ihn seitlich erwischt und mit einem kräftigen Stoß an der Seite erwischt und "in die Landschaft geschmissen".

Peter Bäuerle hatte Glück, er kam mit Prellungen und Schürfwunden davon. Die Begegnung mit den Schwarzkitteln hätte durchaus schlimmer ausgehen können, meint der Leiter des Forstamts Göppingen, Martin Geisel. Den in Familienverbänden lebenden, von Bachen angeführten Tieren in freier Wildbahn zu begegnen, sei jedoch "ein sehr, sehr seltener Zufall", sagt Geisel. Wildschweine seien nicht angriffslustig. "Sie steuern Menschen nicht bewusst an", fügt der Forstamtsleiter hinzu. Naheliegender sei, dass die Rotte auf der Flucht gewesen sei.

So sieht das auch Peter Bäuerle, denn kaum hatte er sich von dem Schrecken wieder ein wenig erholt, eilten drei Jäger heran, die den Spuren der Tiere gefolgt waren. Blutspuren hätten darauf hingedeutet, dass eine der Sauen angeschossen wurde, hat der Göppinger von den Waidmännern erfahren. In solch einem Fall könne es jedoch durchaus vorkommen, dass die Tiere aggressiv werden, sagt Martin Geisel. Peter Bäuerle hat instinktiv richtig reagiert: "Ich habe geschrien." In der Regel wichen Wildschweine aus, wenn man sich kenntlich mache, bestätigt der Forstamtsleiter.

Geisel rät aber dringend dazu, die Warnschilder zu beachten und Jagdgebiete zu meiden. Schilder habe er keine gesehen, die Schwarzkittel seien weit weg vom eigentlichen Jagdgeschehen gewesen, sagt Bäuerle und fügt knitz hinzu: "Die Sauen haben die Jäger wahrscheinlich ausgetrickst und einen großen Bogen um sie herum gemacht." Obwohl ihm der Schrecken immer noch ein wenig in den Knochen sitzt, kann der 73-Jährige über das "völlig neue Naturerlebnis" schon wieder lachen. Das Skifahren am Kornberg jedenfalls will er sich nicht vermiesen lassen - vorausgesetzt, die Viecher halten sich künftig an die Gesetze der Jagd und tummeln sich dort, wo die Jäger mit der Flinte lauern.

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