Virtuelle Apokalypse im Planetarium

Spannende Vorlesung mit verblüffendem Fazit am Vormittag, Anschauungsunterricht im Laupheimer Planetarium am Nachmittag: Die Studenten der Hochschule 50 plus waren begeistert.

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Das Weltall war Thema der Hochschule 50 plus. Foto: Claudia Burst

Geislingen. "Die Erkenntnis ist erst ein halbes Jahr alt: es gibt zirka 40 Millionen erdverwandte Planeten in unserer Milchstraße": Dieses verblüffende Fazit zog Professor Dr. Alfred Krabbe, Direktor des Sofia-Instituts der Universität Stuttgart, am Donnerstagvormittag vor mehr als 50 Studenten der Sommerausgabe der Geislinger Hochschule 50 plus. Mit "erdverwandt" sei dabei ein stabiles Klima und die gleiche Oberflächenschwerkraft gemeint. Dies bedeute jedoch noch lange nicht, dass es dort Leben gebe - "aber zumindest die Chance darauf", wie Krabbe betonte.

Davor hatte der Astrophysiker mit seinem anspruchsvollen, aber spannenden Vortrag deutlich gemacht, wie allein in den vergangenen fünf, sechs Jahren die Suche nach sogenannten Exoplaneten - also nach Planeten in anderen Sternensystemen - mehr und mehr von Erfolg gekrönt ist. Was davor der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen geglichen hatte, lässt sich laut Krabbe inzwischen durch unterschiedliche Forschungsmethoden von der Erde, aber auch von Satelliten und "Sternwarten im Weltall" wie dem Hubble-Teleskop aus immer mehr und besser finden.

Exoplaneten waren bis vor wenigen Jahren deshalb kaum zu entdecken, weil sie selber nicht leuchten, erläuterte Krabbe. Wegen der Leuchtkraft ihrer Sonnen, um die sich die Exoplaneten bewegen, waren sie für Astronomen praktisch unsichtbar. Der Professor ließ seine aufmerksam lauschenden Studenten mithilfe von Animationen und Grafiken teilhaben an der Entwicklung neuer Forschungen. Er selber forscht mit sogenannter InfrarotAstronomie, aber es gibt noch weitere Möglichkeiten wie DopplerSpektroskopie oder Transit-Photometrie, um Exoplaneten plötzlich sichtbar zu machen.

Der Referent ließ sich nach seinem mehr als einstündigen Vortrag auf die zahlreichen Fragen eines beeindruckten Auditoriums ein und gab auch für Nicht-Akademiker verständliche Antworten.

Der Nachmittag, der vom Stadtseniorenrat und Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) initiierten Sommerakademie, fesselte die Eintags-Studenten mit einer anschaulichen Zeitreise durch die Geschichte des Universums im Planetarium in Laupheim. Sie erlebten im Zeitraffer - unter Einsatz des modernen Zeiss-Sternenprojektors - eine Reise vom Urknall bis zur Apokalypse, dem Welten-Untergang.

Der Weg zurück in die Realität war schwierig, ging der Donner doch auch noch nach dem Abschalten der modernen Technik weiter - allerdings im Freien. Die 50-plus-Studenten beendeten den beeindruckenden Tag mit dem beruhigenden Wissen, dass "das Ende der Welt" zwar kommt, aber wohl erst in astronomisch weiter Ferne.

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