Viel günstiger als kalkuliert

Das hat Seltenheitswert: Eine Gebäudesanierung kommt deutlich günstiger als kalkuliert. Dies ist beim MAG-Bau der Fall. Mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt, wurde mit 1,9 Millionen abgerechnet.

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Jetzt ist die Fassadensanierung am MAG-Bau beendet. Vor der Fertigstellung im Dezember besichtigte der Gemeinderat die Baustelle (links Karl Vogelmann vom Stadtbauamt, rechts Stadtrat Wolfgang Rapp). Foto: Markus Sontheimer

Mit einem spätvormittäglichen Sekt-Stehempfang feierten gestern im Foyer vor dem Kapellmühlsaal Vertreter der am Bau beteiligten Behörden den offiziellen Abschluss der gut 18 Monate währenden Fassadensanierung am Büro- und Kulturhaus in der MAG in Geislingen. Die energetische Sanierung betraf den Altbauteil, der fast ausschließlich vom Finanzamt mit seinen 86 Beschäftigten auf drei Etagen genutzt wird. Das Büro- und Kulturhaus gehört zu 50 Prozent der Stadt (Volkshochschule, Bücherei, Stadtarchiv), zu 40 Prozent dem Land (Finanzamt) und zu zehn Prozent dem Landkreis (Kfz-Zulassungsstelle). Gemäß dieser Anteile werden die Sanierungskosten verteilt.

"Das war ein Kraftakt für uns alle", betonte Geislingens Oberbürgermeister Wolfgang Amann. Er nahm wie die anderen Partner erfreut zur Kenntnis, dass sich die Baukosten um 600 000 Euro verringert haben. Nachdem es in den Räumen des Finanzamtes an allen Ecken und Enden durch klaffende Fenster- und Mauerritzen hereingezogen hatte, sei die energetische Sanierung dringend geboten gewesen, betonte der OB. Baubeginn war im Juli 2010. Der optische Gesamteindruck der Fassade aus den 60er Jahren sei bewusst erhalten geblieben, sagte Amann.

"Am lebenden Organismus" seien die Arbeiten ausgeführt worden, also beim laufenden Dienstbetrieb, was die betroffenen Finanzbeamten "klaglos hingenommen" hätten, hob Regierungsdirektor Dr. Stefan Horrer vom Staatlichen Hochbauamt Schwäbisch Gmünd hervor. Er verwies lobend auf das ungewöhnliche, aber "bestens funktionierende Joint Venture" mit der gemeinsamen Gebäudenutzung durch Land, Landkreis und Stadt. Verwaltet wird das Objekt seit zehn Jahren von der "RD-Immobilien-Verwaltung" des früheren GSW-Geschäftsführers Reinhard Dünn.

Als "Zukunftsinvestition nach Jahren des Jammerns" bezeichnete Friedrich Hees die Sanierung. Der Leiter des Finanzamts Göppingen bestätigte ebenso wie sein Geislinger Außenstellenleiter Rolf Laube, dass die Beschäftigten in der Gebäuderenovierung auch ein klares Hoffnungssignal sehen, dass das Finanzamt in Geislingen weiterhin Bestand haben wird.

Wie der auf Fassadenplanung spezialisierte Architekt Martin Hesse aus Kornwestheim gegenüber der GEISLINGER ZEITUNG erläuterte, wurden an den 2500 Quadratmeter Fassade alle Fenster ausgetauscht - rund 500 an der Zahl. Die alten waren undicht, ihre Metallrahmen waren Kältebrücken. Dämmende Profile und Dreifach-Verglasung sorgen nun für deutlich bessere energetische Werte, auch alle Verkleidungen an den Außenwandflächen wurden gedämmt. Den Effekt genossen die Finanzamtsmitarbeiter bereits in diesem strengen Winter: Die Räume wurden problemlos warm, die Einsparung bei den Heizkosten beträgt - trotz steigender Energiekosten - 25 bis 30 Prozent.

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