Unwetter stoppt viele Feste im Kreis Göppingen

Die Unwetter, die in der Nacht zu gestern übers Land gezogen sind, haben den Kreis Göppingen nur gestreift. Trotzdem waren im Filstalbereich acht Feuerwehren im Einsatz. Blitzschläge gingen ohne Brände ab.

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Aufräumen nach der Unwetternacht: Konzert auf dem Helfenstein endete abrupt. Foto: Christoph Wolfinger

Bereits eine Dreiviertelstunde vor Sonnenuntergang - der ist momentan um 21.30 Uhr - verfinsterte sich am Samstagabend der Himmel. Nach einem schwül-heißen Tag zog von Südwesten eine Unwetterfront heran. Für viele Feste bedeutete dies ein abruptes Ende.

In Geislingen war das Benefizkonzert auf dem Helfenstein betroffen. Als das Gewitter mit Sturm und Blitzen am Samstagabend gegen 21 Uhr immer bedrohlicher wurde, entschieden sich die Verantwortlichen zum Abbruch der Veranstaltung. Viele Besucher hatten jedoch ihre Autos im Tal geparkt und waren per Pendelbus zur Burgruine gebracht worden. Ihr Rücktransport erwies sich angesichts des Unwetters als schwierig, denn die Weiler Steige war von abgebrochenen Ästen übersät und der sintflutartige Regen hatte die Fahrbahn teilweise überflutet. Deshalb wurde die Feuerwehr zu Hilfe gerufen, die zur "Menschenrettung" ausrückte, wie Einsatzleiter Andreas Nuding es formulierte: Rund 200 Personen seien mit verschiedenen Feuerwehrfahrzeugen zur Feuerwache gebracht worden.

Durch heftige Sturmböen - die kräftigste wurde bei der Wetterwarte Stötten mit 84 km/h um 21.20 Uhr registriert - wurden mehrere Straßen durch umgestürzte Bäume oder abgebrochene Äste blockiert - so etwa die Steinenkircher, Stöttener, Waldhauser, Drackensteiner und Gammelhäuser Steige, die Straße durchs Roggental sowie die Strecken zwischen Gingen und Grünenberg sowie von Weißenstein nach Degenfeld. Noch weitaus heftiger tobte das Unwetter im Alb-Donau-Kreis. In Langenau wurden vier Wanderer in einem Wald von herabstürzenden Ästen verletzt. In Lonsee schlug gegen 3.30 Uhr der Blitz in eine Dachantenne, worauf im Haus viele Kabel verschmorten.

Bei der Polizeidirektion Göppingen hingegen gingen aus ihrem Zuständigkeitsbereich keine Meldungen über nennenswerte Sach- oder gar Personenschäden ein.

Auch die Stromversorgung war so gut wie nicht oder nur punktuell betroffen. Zwei Blitzeinschläge in Geislingen verliefen glimpflich. In jeweils einem Gebäude in der Karlstraße (zwischen Wilhelmsplatz und Wilhelmshöhe) und in der Danziger Straße wurden lediglich die Elektroinstallationen in Mitleidenschaft gezogen. Zu Bränden kam es nicht. In Gingen waren einige Gebäude vorübergehend stromlos, weil der Sturm die Freileitungen zusammengestoßen und dadurch einen Kurzschluss ausgelöst hatte. Die Meldung über ein brennendes Haus im Eybacher Öschle entpuppte sich gegen 22.20 Uhr glücklicherweise als Irrtum. Ein Nachbar hatte Funken aufsteigen sehen - doch diese stammten nur aus einem Terrassenofen, in dem zu diesem Zeitpunkt ein Feuer brannte. Dort hatten es sich offenbar einige Personen gemütlich gemacht, um das Gewitter zu verfolgen.

Bereits kurz nach 21 Uhr war auch aus der Seestraße in Wiesensteig verdächtiger Funkenflug gemeldet worden. Doch auch dort wars nur ein Kamin. Um 23 Uhr dann erneut ein Anruf aus Eybach: Vom Steilhang der Waldhauser Steige waren Geröllmassen auf die Rösgasse gespült worden und hatten die Straße auf eine Länge von etwa sechs Metern blockiert.

Zu den Festen, die beeinträchtigt wurden, zählte am Samstag auch die zweite Aufführung des Musicals "Barbarossa" bei den Freilichtspielen Adelberg. Dort wurden an die Besucher Regenschutzumhänge verteilt, ehe die Pause angesichts des Gewitters verlängert werden musste. Als das Schlimmste vorüber war, ging die Aufführung weiter.

Dass das Auto ein "Faradayscher Käfig" ist, in dem ein Blitzschlag unbeschadet überstanden wird, kann ein 48-jähriger Autofahrer jetzt aus eigener Anschauung bestätigen. Der Mann war bei Dornstadt auf der Autobahn in Richtung Stuttgart unterwegs gewesen, als sein Auto von einem Blitz getroffen wurde. Die Folge: Er blieb unverletzt, doch die Antenne schmorte bis auf den Sockel zusammen und die Bordelektronik wurde lahmgelegt. Das Auto musste deshalb abgeschleppt werden.

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