Umgang der Generationen mit Hightech

Wer kennt das nicht, wenn das der Drucker nicht druckt und der Touchscreen sich von nichts beeindrucken lässt. Da sind nicht nur die Älteren ratlos. Auch die Jugend hat so ihre Probleme mit der "Hightech".

|
Alter Mensch mit modernem Tablet-Computer: Jugendliche helfen beim Umgang mit der neuen Technik gerne weiter.  Foto: 

 "Das mit der Technik ist ja immer so eine Sache. Sie kann einen glücklich machen oder zur Weißglut bringen", sagt Carina Burst, 18. "Vor allem den "Alten" und dem weiblichen Geschlecht sagt man nach, dass sie sich sehr schwertun mit neuen Geräten jeglicher Art, sei es dem Computer, dem Handy oder dem Flachbildfernseher. Ich selbst bin nun wirklich nicht der "Technik-Checker", aber ich weiß, was man so wissen muss. Seit ungefähr sechs Jahren nutze ich jetzt schon den Computer und ich komme recht gut mit ihm zurecht.

Dank meinem Informatiklehrer hab ich auch etwas Ahnung von Datenbanken und Java. Am Fernseher weiß ich, wie man an-, aus- und umschaltet, was mir völlig reicht, und über mein Handy bin ich ebenfalls Herr geworden. Weiß ich etwas nicht, frage ich meinen Vater, meine Brüder oder meine Cousins, denn der Stolz und die Ehre des männlichen Geschlechts lässt es nicht zu, aufzugeben, bevor der Fehler behoben ist. Jedoch bin ich stolz, sagen zu können, dass ich meinem Vater in der Zehn-Finger-Schreibtechnik überlegen bin. Vor ein paar Jahren haben wir beide einen Zehn-Finger-Schreibkurs besucht, und da ich viel am Computer schreibe, hatte ich es ziemlich schnell drauf. Mein Vater jedoch sucht heute noch mühevoll nach bestimmten Tasten (obwohl er ebenfalls viel am Computer schreiben muss) und das gibt mir die Möglichkeit, ihn ein bisschen zu ärgern.

Denn sonst hab ich meinem Vater in technischer Hinsicht nicht viel entgegenzusetzen. Gegenüber meiner Mutter fühle ich mich da doch schon begabter. Wenn sie zu mir kommt und nicht weiß, wie man auf ihrem neuen Touch-Handy beispielsweise Kontakte löscht, kann ich sagen "Ach Mama, das ist doch easy . . ." Meinen Großeltern hab ich erst selten etwas Technisches erklären müssen, diesen Part haben da eher meine Brüder übernommen. Wenn überhaupt, dann wie man eine SMS schreibt, aber das wars auch schon. Im Gegenteil - ich glaube meine Oma hat mir in Sachen Computer mehr erklärt als ich ihr. Da beide Großeltern noch arbeiten und meine Oma viel Büroarbeit leistet, kennt sie sich recht gut mit der "Technik von heute" aus. Sie war es, die mich in meinen neuen Computer eingewiesen hat. Aber in sozialen Netzwerken wie Facebook bin ich ihr dann zum Glück doch noch überlegen."

Dass das "Nichtverstehen" bisweilen am Unwillen liegen kann, weiß Pia Nägele, 14. "Ich selber kenne mich mit der neuen Technik nicht aus, dafür aber meine Eltern um so mehr. Meiner Oma gehts wie mir: Wie kann ich nochmal eine SMS lesen oder schreiben?, fragt sie dann. Wenn die Uhr umgestellt werden muss, weiß sie oft nicht wie und wo sie welche Tasten drücken muss. Das weiß ich dann gerade noch so, aber wenn ich etwas Neues kaufe, dann brauche ich erst mal eine Weile, bis ich mich reingefunden hab und ich es richtig versteh. Übrigens ist mir aufgefallen, dass die ältere Generation mit der neuen Technik gar nicht klarkommen will. Wenn ich es meinen Großeltern erklären will, heißt es gleich: Ich versteh das sowieso nicht mehr, ich bin viel zu alt für das. Spätestens dann frag ich mich immer: "Warum hast du es dann gekauft?" Okay, vielleicht waren sie sich darüber nicht im Klaren, auf was sie sich da einlassen, aber spätestens dann, wenn sie es merken, könnten sie es zurückgeben, verschenken oder verkaufen. Aber helfen tut man trotzdem gerne, egal bei was, solange man sich auskennt, ist ja alles gut.

Leonie Konrad, 15, hilft ihrer Oma auch gerne bei Technikangelegenheiten: "Jedes Mal, wenn ich meine Oma besuche, schaue ich unter anderem auch nach ihrem Handy. Da sie ihr Handy noch nicht lange hat, kennt sie sich noch nicht besonders gut damit aus. Dabei achte ich auf Kleinigkeiten, wie den Akkustand oder ihr Guthaben, für den Fall, dass man eines von beidem aufladen muss. Da mein Vater beruflich ab und zu für mehrere Tage verreisen muss, bin ich während seiner Abwesenheit auch zu Hause für kleinere technische Probleme verantwortlich. Meistens kann ich diese Probleme dann aber selbst lösen, zumal sie auch nur selten vorkommen."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Eislinger Bluttat: Täter stach morgens zu

Das Verbrechen in der Eislinger Tiefgarage geschah am vergangenen Donnerstag gegen 7 Uhr. Der vermutete Tathergang hat sich bestätigt. weiter lesen