Türkheim: Idyllisch gelegen und mit viel Charme

Ortsporträt: In Türkheim sind alle Wohnbauplätze verkauft, freut sich der Ortsvorsteher. Auch in Sachen Gewerbegebiet blickt er optimistisch in die Zukunft.

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Türkheims romantische Seite: das alte Pfarrhaus. Viele junge Familien zieht es in den Geislinger Stadtbezirk.  Foto: 

Offen, freundlich, hilfsbereit: So charakterisiert Türkheims Ortsvorsteher Heinz Mekle sein Dorf auf der Albhochfläche. Der große Zusammenhalt mache sich zum Beispiel dann deutlich, wenn Bürger dabei helfen, die Feldwege auf Türkheims Gemarkung herzurichten, wie es dieser Tage geschieht. Aber auch die Tatsache, dass mehr als 40 öffentliche Blumenrabatte von den Anwohnern gepflegt werden, erfüllt den Ortsvorsteher mit Stolz.

986 Menschen leben in Türkheim, davon 29 in Wittingen und acht im Steinbruch. Auch viele junge Familien zieht es in die idyllisch gelegene Ortschaft. Mekle: „Alle Bauplätze sind verkauft. Die Nachfrage läuft gut.“

Was das Thema Grundversorgung anbelangt, sieht es in Türkheim nicht ganz so schlecht aus wie in anderen Kommunen vergleichbarer Größe: „Wir haben die Bäckerei Bopp, die auch die Nahversorgung mit einem kleinen Warensortiment übernommen hat“, sagt der Ortsvorsteher. Das angegliederte Café erfreue sich großer Beliebtheit. Darüber hinaus steuern gleich zwei Metzgereien regelmäßig den Geislinger Ortsteil an: Zum einen verkauft die Metzgerei Mayer aus Nellingen jeden Samstag im Gemeinschaftshaus ihre Ware; außerdem liefert sie mittwochs Bestellungen direkt in die Häuser ihrer Kunden. Zum anderen fährt die Metzgerei Geywitz aus Suppingen zweimal wöchentlich unterschiedliche Stationen im Ort an.

„Die Volksbank Laichingen hat eine Zweigstelle in Türkheim, die zweimal wöchentlich geöffnet hat“, informiert der Ortsvorsteher weiter. Einen Service vor allem für ältere Menschen bietet der in Türkheim wohnende Apotheker Michael Ziemann: „Bei Bedarf bringt er seinen Kunden die Arznei ins Haus“.

Um größere Einkäufe zu tätigen, sich die Haare schneiden zu lassen oder das Auto zu betanken, fahren die Bewohner vor allem nach Geislingen oder Amstetten, sagt Mekle. Im Gegenzug gibt es in der Albgemeinde einen Gasthof, der viele Gäste aus der Region anzieht: „Mit dem Landgasthof Rössle haben wir einen Familienbetrieb, der gutbürgerliches Essen anbietet und zum Feste feiern aller Art einlädt“, schwärmt der Ortsvorsteher. An sonnigen Tagen könne man im dortigen Biergarten verweilen; „auch ein Hotelbetrieb ist angegliedert“.

Apropos Feiern: Das können die Türkheimer auch, wenn das jährliche Spanferkelfest ansteht, zu dem der örtliche Sängerbund einlädt. Dann bevölkern zahlreiche Besucher die Ortsmitte und lassen sich den Braten schmecken, der mehrere Stunden im Holzbackofen schmort.

Außer dem Sängerbund gibt es in Türkheim die Landfrauen, den Obst- und Gartenbauverein, den Posaunenchor, die Freizeitsportgruppe, den Löschzug und den VdK. Treffpunkt ist regelmäßig im Vereinsraum im alten Schulhaus. Auch im Feuerwehrhaus ist ein Raum für alle Vereine zugänglich. Für die jungen Türkheimer ist im Gemeinschaftshaus ein Jugendraum eingerichtet; außerdem können sie sich in einem Bauwagen treffen, der sich in Richtung Aufhausen befindet.

Befriedigend ist für den Ortsvorsteher die Busverbindung von und nach Geislingen. Das Radwegenetz müsse noch in Richtung Aufhausen auf einer Länge von 300 Meter ausgebaut werden; „ansonsten sind wir über das Ulmer Radwegenetz gut angeschlossen“. Parkplätze könnte es im Ort mehr geben, betont er.

Optimistisch blickt Mekle in Sachen interkommunales Gewerbegebiet in die Zukunft, das sich bislang bekanntlich nur schleppend entwickelt: „Nach Biogas, ENBW und einem metallverarbeitenden Betrieb ist vor Kurzem ein weiteres Unternehmen mit etwa 35 Beschäftigten hinzugekommen“: die Firma Stewe aus Merklingen. Außer einigen Nebenerwerbslandwirten befinden sich darüber hinaus sechs Höfe im Haupterwerb in Türkheim und ein Hof in Wittingen.

Zu den Themen Bildung und Freizeitgestaltung nennt der Ortsvorsteher den städtischen Kindergarten, in dem alle Plätze belegt seien, die Geislinger Musikschule, die Kinder im Vereinsraum unterrichtet, die Krabbelgruppe und den Musikgarten sowie die drei Spielplätze und den Bolzplatz. Außerdem bieten die Landfrauen über die Wintermonate ein Bildungsprogramm, ergänzt er. Es gibt Sportgruppen für Frauen und Männer; „und fußballmäßig wird der SV Aufhausen von Türkheim aus unterstützt“. Zur Schule fahren die Kinder bis zur vierten Klasse nach Aufhausen und dann nach Geislingen.

Für die Zukunft wünscht sich Mekle eine Beteiligung Türkheims am Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Ziel dabei solle sein, Gebäudeleerstände im Zentrum zu vermeiden beziehungsweise zu beseitigen, damit den Dorfmittelpunkt aufzuwerten und die Wohnqualität zu erhöhen. Darüber hinaus sollen historisch wichtige Plätze und Gebäude, wie die Kirche sowie das Rat- und Gemeinschaftshaus, mit Infotafeln bestückt werden.

Porträts Sechs Stadtbezirke gehören zu Geislingen: Aufhausen, Eybach und Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler. In der Serie „So lebt sich’s hier“ stellen wir sie während der Sommerferien vor und berichten immer freitags, wie das Wohnen und Arbeiten in den Stadtbezirken aussieht. Alle ­Beiträge zur Serie finden Sie auf www.swp.de/geislingen

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