Trotz vieler Regentage war der Juni zu trocken

Kurioser Juni: Er war bei der Wetterwarte Stötten zu trocken - und dies, obwohl es nur an neun Tagen nicht geregnet hat. Der Temperaturdurchschnitt lag um 1,7 Grad überm langjährigen Mittel.

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Juni: Monat der Wiesenblumen.

So richtig frühsommerlich bleibt der Juni nicht in Erinnerung. Die Monatsbilanz der Stöttener Wetterstation zeichnet aber das Bild einer Witterung, wie sie zu dieser Jahreszeit in Mitteleuropa durchaus normal ist. Immerhin gab es sechs sogenannte Sommertage (Maximum über 25 Grad) - und damit in dieser Saison bereits acht. Dem langjährigen Durchschnitt zufolge, sind das Jahr über 13 zu erwarten.

Der Höchstwert wurde am 29. Juni gemessen, als nachmittags 28,1 Grad notiert wurden.

Der tiefste Wert datiert mit nur 3,8 Grad vom 5. Juni; in dieser Nacht gabs auch mit 4,1 Grad die tiefste Erdbodentemperatur.

Unterm Strich errechnet sich ein Monatsmittel von 15,2 Grad. Gegenüber dem Durchschnitt sind dies 1,7 Grad zu viel. Damit, so hat Wetterbeobachter Martin Melber herausgefunden, liegt der Juni unter allen bisherigen 66 Stöttener Beobachtungsjahren an 13. Stelle.

Bei den Niederschlägen fehlen16 Prozent zum langjährigen Soll. Insgesamt fielen pro Quadratmeter 113,8 Liter - das meiste am Unwetterabend des Monatsletzten - nämlich 22,3 Liter. Der regenreichste Juni in der Stationsgeschichte war übrigens jener von 1971 mit 259,9 Litern, der trockenste wurde 1962 mit nur 32,4 Litern registriert.

Die Sonne hat ihr Soll diesmal mit 93 Prozent nahezu erfüllt. Insgesamt war sie 201,9 Stunden lang zu sehen - am längsten mit 14,4 Stunden am 16. des Monats. Die meiste Juni-Sonne gabs bisher in Stötten 1976 mit 324 Stunden, die wenigste 1956 mit 115,8 Stunden.

Wie viele Gewitter es gab, lässt sich bei der Wetterwarte Stötten nicht mehr exakt feststellen. Denn seit der Deutsche Wetterdienst für sie den Nachtdienst abgeschafft hat, finden in der Zeit zwischen 21 und 5 Uhr keine Beobachtungen mehr statt. Deshalb weist die Juni-Bilanz nur fünf Gewitter aus, die tagsüber waren. Blitz und Donner aus der Unwetternacht vom Samstag tauchen also nicht auf. Nur an der Windmessung lässt sich ablesen, dass etwas Heftiges gewesen sein muss: Die kräftigste Böe des Monats fegte am 30. Juni mit etwa 83 km/h über die Alb hinweg.

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