TRIP-TIPP: Skulpturensommer im Botanischen Garten in Ulm: Kunststücke für drei Monate

Im Botanischen Garten in Ulm wurde der 1. Skulpturensommer eröffnet. Arbeiten von 27 Künstlern aus Deutschland, Österreich und Tschechien sind zu sehen.

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Der studentische Anteil an der Ausstellung ist groß - nicht nur aus Ulm. Der Grund: Die Ulmer Studenten schlossen sich mit dem Musischen Zentrum der Universität Bochum - Ulm und Bochum sind die einzigen Unis mit einer solchen Einrichtung - kurz. Und von dort kamen auch bemerkenswerte Arbeiten, etwa Alexandra Czechs "Vierecke". Die Bochumerin hat an einem Tulpenbaum einen Gutteil der Blätter zu Quadraten geschnitten. "Diese Arbeit hat schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt", berichtet Gartenmeister Zindl, den besorgte Besucher auf diese Anormalität aufmerksam gemacht hatten.

Auch gerade die studentischen Arbeiten haben viel Witz und Charme. So haben die Ulmerinnen Jelena Gerke und Tanja Andabak in ihrer Arbeit "Mann im Ohr" das Innenohr nachgebaut, und Nol Hennissen aus Bochum hat aus Stahlbetonmatten ein "Möbiusband" in die Landschaft gelegt, eine Hommage an Max Bill, die wiederum mit der benachbarten Plastik des Blaubeurers Dieter Gassebner wunderbar harmoniert.

Überhaupt wurde großer Wert darauf gelegt, Arbeiten auszuwählen, die auch mit dem Ausstellungsort korrespondieren. Etwa "Ficus elasticae ZAG" des Reutlingers Bertl Zagst. Der hängt geschnürte Schläuche von Lastwagenreifen als skurrile Gummifrüchte in einen Baum. Oder Raendchens Lieblingsexponat: Der Pilsener Benedikt Tolar hat aus einem Altpapier-Container eine Mini-Ferienwohnung samt Sonnenschirm, Markise, Fenster und Tür gebastelt und in den Wald gestellt.

Der Ausstellungsort hat aber auch manche Künstler zu neuen Materialien geführt - etwa den Neu-Ulmer Steinbildhauer Wolfgang Endrass. Statt in Stein hat er seine Ideen im Rasen als Land-Art ausgeführt. Und der Neuenkirchener Hawoli hat mit dem gespielt, was viele Gärten umgibt: In seiner Arbeit "ad interim" verschwindet ein Jägerzaun im Boden.

Es gibt also in den nächsten drei Monaten jede Menge zu sehen auf dem rund drei Kilometer langen Rundweg durch den Botanischen Garten - und im Tropengewächshaus auch zu hören. Dort haben die Emu-Experimentalmusiker des Musischen Zentrums in fünf künstlichen Blüten eine Klanginstallation verpackt.

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