Torfmoor lockt die Besucher

Das älteste Naturschutzgebiet im Kreis Esslingen, das Schopflocher Torfmoor, wird 70 Jahre alt. Im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb gibt es dazu eine Sonderausstellung. Gestern wurde das Jahresprogramm vorgestellt.

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Die Sonderausstellung und den neuen Flyer im Blick: Wolfgang Wohnhas, Jürgen Schedler, Matthias Berg und Sonja Strobel (von rechts). Foto: Jean-Luc Jacques

Seit Mai 2011 zeigt sich das auch für den Albtrauf im Kreis Göppingen zuständige Naturschutzzentrum (NAZ) Schopflocher Alb in neuem Glanz. Im vergangenen Jahr lockte es mehr Besucher denn je, von Mai bis Ende Dezember waren es 26 888 Besucher. Das Naturschutzzentrum ist Nordportal des Biosphärengebiets und Infostelle des Geoparks Schwäbische Alb.

Nur das Geburtstagskind "Schopflocher Torfmoor" begrüßen jährlich noch mehr Menschen. Bis zu 70 000 Frauen, Männer und Kinder nehmen den Holzschwellenweg und folgen dem rund zwei Kilometer langen ausgeschilderten Rundweg durch das Naturschutzgebiet.

Rechtzeitig zum runden Geburtstag des aktuell 77 Hektar großen Naturschutzgebietes gab das Regierungspräsidium ein aktualisiertes Faltblatt heraus, das Dr. Jürgen Schedler, im Regierungspräsidium zuständig für die Schutzgebiete, gestern ebenso vorstellte wie die Entstehungsgeschichte des Schopflocher Torfmoors auf einem etwa 17 Millionen Jahre alten Vulkanschlot.

Durch die Torfstecherei und Entwässerung ab 1784 blieben jedoch vom einstigen Moor nur noch zwei Torfhügel übrig. Am 26. Februar 1942 wurde das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt. Doch es war noch ein weiter Weg bis zur heutigen "Perle" auf der Schopflocher Alb. Nur ungern erinnert sich der Vorsitzende der Schopflocher Torfmoor-Stiftung, Ehrengauobmann Heinz Dangel vom Albverein, an die Anfänge nach dem Krieg, als er wegen seines aktiven Eintretens für das Naturschutzgebiet angefeindet wurde.

Der Konflikt "mehr Albtourismus kontra Naturschutz" wurde vom Geschäftsführer des Naturschutzzentrums, Dr. Wolfgang Wohnhas, thematisiert. Hauptziel ist dabei die Besucherlenkung in den Naturschutzgebieten. Der stellvertretende Esslinger Landrat, Matthias Berg, sagte zu, die Ranger auf das Problem hinzuweisen. "Wir tun alles, um die Besucher zu sensibilisieren und zu informieren."

Dies wird angesichts steigender Besucherzahlen notwendig sein, denn das Nordportal, das auch Infostelle des Geoparks Schwäbische Alb ist, will die erreichte Besucherzahl noch ausbauen und hofft durch ein attraktives Programm und interessante Kooperationen, etwa mit den Volkshochschulen Kirchheim und Bad Urach sowie den "Obstlern" und der Schwäbischen Landpartie, neue Gäste zu gewinnen. Dazu kann auch das neu eingerichtete Biosphärenlädle seinen Teil beitragen. "Wir wollen nicht nur Informationen vermitteln", so NAZ-Leiter Wolfgang Wohnhas, "sondern nach dem Motto Genuss und Geist Besucher ansprechen und auf heimische Produkte aufmerksam machen".

Deshalb zählt Wohnhas auch den 16. Bauernmarkt im Herbst mit dem Schwerpunktthema "Obst" zu einem der vier Programmhöhepunkte in diesem Jahr, die allesamt im 88 Seiten starken Heft stehen. Bereits von Mitte März bis zum Sommer wird das Naturschutzzentrum passend zum Geburtstag des Torfmoors die Sonderausstellung "Schopflocher Moor" zeigen. Ergänzt wird sie durch ein umfangreiches Begleitprogramm wie einem Familientag, Vorträgen und Exkursionen.

Natürlich fühlt sich das Naturschutzzentrum auch dem "Streuobstparadies" zugehörig, weshalb es im Herbst zusammen mit dem Freilichtmuseum Beuren und dem Landwirtschaftsamt in den Streuobstwochen gemeinsame Veranstaltungen anbietet.

Insgesamt zählt das Programmheft neben 135 Einzelveranstaltungen, darunter naturkundliche Führungen, Vorträge und Fortbildungen, auch drei Sonderausstellungen. Diese befassen sich neben dem Schopflocher Torfmoor auch mit den typischen Alb-Biotopen sowie mit "Kultur und Natur am Albtrauf".

"Eine wichtige Aufgabe des Naturschutzzentrums ist die Umweltpädagogik", weist Wolfgang Wohnhas auf einen weiteren Arbeitsschwerpunkt des Zentrums hin. Darunter fallen Führungen, das "Grüne Klassenzimmer", Workshops für Schulklassen, Kindernachmittage und Kindergeburtstage zu Naturthemen, das Sommerferienprogramm sowie das Junior-Ranger-Camp für Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren.

Im Jahr 2012 gibt es aber noch ein Schmankerl: Der Steinbruch Lauster am Naturschutzzentrum wird die natürliche Kulisse für die Uraufführung des Stückes "Rulaman" der Theaterspinnerei Frickenhausen abgeben. Zwölf Aufführungen sind geplant. Das Programm des NAZ liegt in den Rathäusern im Kreis Göppingen aus.

Info www.naturschutzzentren-bw.de

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