Thema Nachlassregelung: Alles eine Frage der Vorsorge

|
Michael Prottengeier (rechts im Bild) ist Referent des Vortragsabends „Den Generationenwechsel selbst ­gestalten“ in der Sparkassen-Filiale am Geislinger Sternplatz.  Foto: 

Den Generationswechsel selbst gestalten: So lautete der Titel eines Vortrags rund um das Thema Tod und Krankheit in der Sparkassen-Filiale am Geislinger Sternplatz. Rund 100 Zuhörer waren auf Einladung der Kreissparkasse und des DRK-Kreisverbands gekommen, um von Rechtsanwalt Michael Prottengeier mehr über Vorsorge im Todesfall zu erfahren. Der Referent ist ein ausgewiesener Kenner auf dem breiten Feld der Möglichkeiten, seinen Nachlass zu regeln und persönliche Vollmachten so abzufassen, dass nach dem Ableben keine Streitigkeiten bei den Hinterblieben entstehen.

Zunächst ging Prottengeier auf das sogenannte Berliner Testament ein, auch als Ehegattentestament bekannt. Das heißt, zunächst erbt der hinterbliebene Ehepartner, nach dessen Tod dann die Kinder. Diese Testamentsform sei zwar sehr beliebt, regle aber jedoch lediglich die klassische Erbfolge und berge damit bei sich verändernden Zeit­abläufen und Familienverhältnissen einige „Fallstricke“.

Eins von vielen Beispielen: Ein Ehepartner stirbt, der andere heiratet erneut, stirbt dann aber in dieser neuen Ehe zuerst. Damit könnte es passieren, dass in der Folge dessen leibliche Kinder nichts erben. Rechtliche Besonderheiten, aber auch die Hand des Fiskus könnten bei der Testamentseröffnung so zu einem, laut Prottengeier, „bösen Erwachen“ führen. Die Zahl der Fälle, bei denen es Schwierigkeiten mit dem Berliner Testament gebe, sei hoch, sagte der testierte Testamentsvollstrecker.

Der Experte riet außerdem dringend davon ab, ein Testament selbst zu verfassen. Zudem mahnte er an, rechtzeitig eine General- und Vorsorgevollmacht auszustellen. Damit sei man auf dem richtigen Weg, bereits vor dem Tod darüber zu verfügen, wer beispielsweise bei Verlust der Entscheidungsfähigkeit handeln und die notwendigen Entscheidungen treffen soll.

Von einer Schenkung rät der Referent ab, da bei einer eventuellen Pflegebedürftigkeit nicht mehr auf dieses Eigentum respektive Vermögen zurückgegriffen werden kann – mit der möglichen Folge, dass der Betroffene in die Armut fällt.

Der Stuttgarter Jurist verstand es, das große Feld der Vorsorgemöglichkeiten den aufmerksamen Zuhörern aus allen Altersgruppen allgemeinverständlich nahe zu bringen. Kurioses aus den jährlich rund 400 Beratungsgesprächen, die Prottengeier führt, sorgte für eine gelockerte Atmosphäre. Zuvor hatte Martin Veil, der als Generationsberater und Testamentsvollstrecker bei der Kreissparkasse für Kunden zur Verfügung steht, über sein Arbeitsgebiet berichtet – verbunden mit der Offerte, sich von ihm in Sachen Vorsorge und Vermögen beraten zu lassen.

Die vielseitigen ehrenamtlichen Aufgaben des DRK-Rettungswesens Göppingen beschrieb Kreisgeschäftsführer Alexander Sparhuber. Dabei warb er auch dafür, sich ehrenamtlich zu engagieren. Sparkassen-Regionaldirektor Tassilo Scheible hatte bereits bei der Begrüßung betont, dass er sich darüber freue, dass inzwischen mehr als 2100 Menschen im Landkreis Göppingen diese Vortragsreihe besucht und viele das Beratungsangebot angenommen hätten.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Binder: Nur Sanierung der Waldhausener Steige ist sinnvolle Lösung

Der Geislinger Abgeordnete Sascha Binder drängt weiter auf eine rasche Sanierung der Waldhausener Steige. weiter lesen