Teilhabepaket: Kreis viel besser als der Bund

Nach massiven Startschwierigkeiten erreicht der Landkreis mittlerweile rund 70 Prozent der Kinder, die Anspruch auf das Teilhabepaket haben.

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Rund 1,3 Milliarden Euro macht der Bund für höhere Teilhabechancen von rund 2,5 Millionen Kindern aus einkommensschwachen Familien locker. Schulmaterial oder Beiträge für Musikunterricht, Sportvereinzugehörigkeit oder auch Schulmahlzeiten sollen mit dem so genannten Bildungs- und Teilhabepaket vergünstigt und dadurch vielen Kindern und Jugendlichen erst möglich gemacht werden.

Doch das Programm lief schleppend an. Erst vor zwei Tagen kritisierte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) das Paket als Flop: Nur ein Fünftel der Mittel für Hartz-IV-Kinder seien abgerufen worden. Noch im Herbst sah es im Landkreis Göppingen ähnlich aus. Mehr als 6000 Kinder gelten im Filstal als leistungsberechtigt. "Im Oktober 2011 hatten nur rund 32 Prozent der Anspruchberechtigten einen Antrag gestellt", teilte Herbert Juhn, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters, kürzlich in der Sitzung des Sozialausschusses mit. Zum Stichtag 15. Februar 2012 lag die Quote bei nahezu 70 Prozent. "Das ist schon eine starke Abweichung im Vergleich zum Bund", ist Juhn zufrieden. Und auch die Kreisräte sowie Landrat Edgar Wolff waren froh, dass das Geld schließlich doch dort ankommt, wo es gebraucht wird.

10 832 Anträge sind bislang beim Jobcenter und beim Kreissozialamt, die die Anträge abwickeln, eingegangen. "7208 wurden bewilligt", sagte Juhn. Rund 90 Prozent der Anträge seien bearbeitet, den Rest nehmen sich die Sachbearbeiter in den kommenden Wochen vor. Dass das Interesse nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile so groß ist, führt Herbert Juhn auf eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit in Schulen, Rathäusern oder Vereinen zurück. Dennoch werde man nicht alle Leistungsberechtigten erreichen: "Wenn wir 80 Prozent schaffen, können wir zufrieden sein."

Sowohl beim Jobcenter als auch bei der Wohngeldbehörde des Kreissozialamts steht die Hilfe beim Schulbedarf an erster Stelle. Diese Leistungen werden jedoch von Amtswegen ausbezahlt, ein Antrag ist nicht notwendig. Unterstützung für die Mittagsverpflegung, die Teilhabe an Kultur und Sport sowie Klassenfahrten werden ebenfalls sehr häufig beantragt - und in den meisten Fällen auch bewilligt.

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