Studiendekan rät: Gleich ein Netzwerk aufbauen

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Schulleiter Roland Rimbach (rechts) und Studiendekan Christoph Binder.  Foto: 

Wie geht’s weiter nach dem Schulabschluss? Studieren ja, aber was? Und welche Anforderungen bringt das Hochschulleben mit sich? Die Oberstufenschüler der Kaufmännischen Schule Geislingen (KSG) können seit diesem Schuljahr Reutlinger Studenten in ihrem Studienalltag begleiten, einen direkten Einblick ins Campusleben erhalten und so eine Entscheidungshilfe für ihre Zukunft bekommen. Möglich macht dies die neue Kooperation mit der ESB Business School der Hochschule Reutlingen, schreibt die KSG in einer Pressemitteilung.

Professor Dr. Christoph ­Binder, Studiendekan für International Management an der ESB Business School, stellte die Hochschule an der KSG vor und gab den Schülern Tipps fürs Studium. Schulleiter Roland Rimbach erklärte vorab, dass die Business School in einem aktuellen Ranking der Zeitschrift „Wirtschafts-Woche“ im Bereich Betriebswirtschaftslehre bei den Personalveranwortlichen von Unternehmen deutschlandweit auf Platz 1 liege – dies mache sie zum attraktiven Partner für das Geislinger Wirtschaftsgymnasium.

Der gebürtige Böhmenkircher Christoph Binder betonte in seinem Vortrag mehrere Aspekte, die ein Hochschulstudium ausmachten. Ein wesentlicher Punkt sei die gelebte Internationalität, weshalb Auslandsaufenthalte an der Business School einen integralen Bestandteil des Studiums darstellten. Sie ermöglichten es den Studenten, wichtige Kompetenzen wie Offenheit, Flexibilität, Selbstorganisation und Durchhaltevermögen zu erwerben. Die Identifikation mit Land und Leuten werde gefördert und Sprachkenntnisse vertieft – dies sei von großem Vorteil für das spätere Arbeitsleben. Die Business School ermögliche Doppelabschlussprogramme mit Partner­universitäten in ganz Europa sowie Brasilien, China, den USA oder Mexiko, so Binder. Die Bachelor-Studenten absolvierten in den Programmen die Hälfte ihres Studiums in Landessprache an der jeweiligen Partnerinstitution. Dies erhöhe ihre Berufschancen enorm. Dank Kooperationen mit internationalen Großkonzernen ergäben sich zudem direkte Kontakte zu den Unternehmen.

Dass viele Wirtschaftsgymnasiasten noch unsicher seien, wie es für sie nach dem Abitur weitergehen soll, zeige die Relevanz einer solchen Veranstaltung, schreibt die KSG. Der Reutlinger Gast ging deshalb auch auf allgemeinere Themen rund ums Studieren ein und verwies etwa auf das neue deutschlandweite Bewerbungsverfahren für Unis und Hochschulen, bei dem man sich online auf mehrere Studienprogramme pro Hochschule gleichzeitig bewerben kann. Dies soll langwierige Nachrückverfahren minimieren.

Den Schülern legte der Studiendekan ans Herz, sich von Anfang an ein aktives und verlässliches Netzwerk aufzubauen. Dies werde zu Beginn des Studiums und Berufslebens oft unterschätzt. Praktika seien unerlässlich für erste Praxiserfahrungen – nicht nur, weil viele Unternehmen sie voraussetzten, sondern weil sie auch die Entscheidungsfindung erleichterten.

Schon bei der Bewerbung werde das persönliche Interview immer bedeutender; außerschulisches Engagement sowie ein über das Schulwissen hinausgehende gesellschaftspolitische Interesse könne die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen.

Welche Voraussetzungen brauchen ­Bewerber bei Ihnen?
Sehr gute bis gute schulische Leistungen, außerschulisches Engagement, Offenheit und Neugierde sowohl für betriebswirtschaftliche Fragestellungen als auch für ein Studium im internationalen Kontext, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sowie Durchhaltevermögen.

Welchen Tipp geben Sie Erstsemestern mit auf den Weg?
Studieren ist eine große Chance. Man sollte ein Studium wählen, das einen motiviert, Neugierde weckt und dabei hilft, über das Fachwissen hinaus wichtige Fähigkeiten zu entwickeln: Netzwerke aufzubauen, interkulturell kompetent und verantwortungsbewusst zu handeln. Das Berufsleben ist später von einem ständigen Lernprozess geprägt, dem man mit Offenheit und Neugierde begegnen sollte.

In welchen Branchen arbeiten Ihre Absolventen später?
Wir bilden Generalisten aus – mit einem klaren Schwerpunkt national wie international, um später sowohl bei führenden Großunternehmen, Beratungen und Banken als auch im ­Mittelstand arbeiten zu können.

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