Studenten helfen Leukämiekranken

Rund 120 Studenten lassen sich am Mittwoch bei einer Typisierungsaktion an der Geislinger Hochschule registrieren und sind nun potenzielle Stammzellspender.

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Wattestäbchen in den Mund, drehen und fertig: Die Registrierung für die Stammzellspenderdatei der DKMS geht einfach und schnell, stellen die Studenten der HfWU fest.  Foto: 

Sich für die Stammzellspenderdatei der DKMS regis­trieren zu lassen, dauert nicht lange: Eine Minute lang mit dem einen Wattestäbchen die rechte Innenseite der Wange ausreiben, dann eine zweite Minute lang die linke Seite. Vorher noch Adresse, Alter, Größe, Gewicht, Telefonnummer und E-Mail-Adresse angeben. Unterschreiben. Fertig.

„Ich wollte mich schon lange typisieren lassen. Und hab’s doch irgendwie nie gemacht“, erzählt die Studentin und Geislinger AStA­-Vorsitzende Maren-Anne Reichert davon, wie sie auf die Idee kam, an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Geislingen eine solche Typisierungsaktion der DKMS zu organisieren (mehr zum AStA und zur DKMS im Infokasten).

Von 10 bis 14 Uhr verwandelt sich an diesem Mittwoch ein Raum im Untergeschoss der Hochschule in der Parkstraße in einen Typisierungsraum. Fünf Tische stehen in Reih und Glied – auf der einen Seite die 15 Studenten, die die vier AStA-Mitglieder bei dem Projekt unterstützen. Sie lassen sich vor Beginn von Lara Luz vom Tübinger DKMS-Aktionsteam in ihre Aufgabe einweisen.

Luz hat alle nötigen Utensilien dabei: in Folie eingeschweißte Wattestäbchen, Registrierungsblocks, Papp-Kuverts für die benutzten Stäbchen sowie Info-Blätter und Flyer. Weil alle Spenderangaben anonymisiert werden, werden die Hüllen der einzelnen Registrierungsblätter nur mit Barcodes beklebt.

Den Helfern gegenüber sitzen all jene Studenten, die sich in die Stammzellspenderdatei eintragen lassen wollen. Allein in den ersten beiden Stunden kommen schon 55, am Schluss sind es rund 120 Teilnehmer.

Maren-Anne Reichert ist schon zur Mittagszeit begeistert vom Interesse ihrer Kommilitonen: „Ich bin voll zufrieden. Dabei beginnt die Mittagspause ja erst um 13 Uhr.“  Wer um diese Zeit auftaucht, hat entweder gerade Vorlesungsende oder muss gleich zur nächsten Veranstaltung. Mal eben registrieren, das geht aber immer.

Findet zum Beispiel Lewhat Woldeghiorghis. Die Studentin hält die Aktion für „sehr gut“ und ist der Meinung, dass jeder die unkomplizierte Möglichkeit, sich registrieren zu lassen, nutzen sollte. „Dadurch kann man vielleicht irgendwann mal  anderen Menschen das Leben retten.“

Luftballons weisen den Weg in den Typisierungsraum. Vor dem Haupteingang des Gebäudes backen die drei AStA-Organisatorinnen Maren-Anne Reichert, Meggy Wennberg und Evelyn Neifer Waffeln und verkaufen diese sowie Brezeln an ihre Kommilitonen. Viele spenden zusätzlich Geld. Und weil die Bäckerei Winkler sowohl Brezeln als auch Waffelteig gesponsert hatte, kam der Erlös von 450 Euro in vollem Umfang der DKMS zugute.

Denn – auch das hat Lara Luz zu Beginn erklärt – die Auswertung jeder einzelnen Spende im DKMS-Labor kostet 40 Euro. Die Erstuntersuchung sei die Wichtigste, weil bei ihr alle sogenannten HLA-Merkmale bestimmt würden. Zehn dieser Merkmale müssen mindestens mit den Merkmalen eines Leukämie-Patienten übereinstimmen, der einen Stammzellspender braucht. Nur dann kommt einer der Studenten irgendwann vielleicht als Lebensretter zum Einsatz.

AStA Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) an der HfWU ist Ansprechpartner für Studenten, ­organisiert Sport- und Freizeitangebote, sucht auf ­Nachfrage Förderprogramme etwa für Exkursionen von Studenten und organisiert immer ­wieder Aktionen wie solche an
diesem Mittwoch.

Zahlen Alle 15 Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Dia­gnose Blutkrebs. Bei der DKMS, der weltweit größten Spenderdatei, sind inzwischen sieben Millionen Menschen ­registriert. Pro Tag ­werden 18 Spenden ­vermittelt. Trotzdem findet jeder siebte ­Leukämiekranke keinen passenden Stammzellspender.

Fakten Um für eine Stammzellspende infrage zu kommen, ­müssen mindestens zehn Merkmale im Blut des Spenders mit denen im Blut des Kranken übereinstimmen.

Info Mehr zur Spende auf www.dkms.de

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