Steuern sprudeln kräftig

Das Göppinger Finanzamt hat dem Staat im vergangenen Jahr die zweithöchsten Einnahmen in seiner Geschichte beschert: Steuerzahler und Unternehmen überwiesen an den Fiskus 1 091 421 000 Euro.

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Von wegen ineffektive Behörde: 2011 nahm das Göppinger Finanzamt 1091 Millionen Euro Steuern ein. Foto: Archiv

Das häufig bemühte Vorurteil über unproduktive Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst kann das Finanzamt mit eindrucksvollen Zahlen widerlegen: Jahr für Jahr profitiert der Fiskus vom Göppinger Finanzamt und seinen 361 Beschäftigten mit Eurobeträgen in Milliardenhöhe. Rolf Laube, Leiter der 83 Mitarbeiter zählenden Finanzamtsaußenstelle Geislingen, hat fürs Jahr 2011 Bilanz gezogen. Dank der hervorragenden Konjunktur sprudelten die Steuern im Kreis Göppingen: Insgesamt waren es 1 Milliarde, 91 Millionen 421 000 Euro. Nur 2008 mussten die Steuerzahler mit 1,178 Milliarden Euro noch mehr Geld an den Staat abgeben.

Lohnsteuer, die die Arbeitnehmer zu zahlen haben, und die Umsatzsteuer auf Geschäfte der Unternehmen, machen den Löwenanteil der Steuern aus. Jährliche Schwankungen bei den einzelnen Steuerarten sind laut Laube an der Tagesordnung. So verzeichnete das Göppinger Finanzamt zuletzt bei Einkommenkommensteuer (Freiberufler, Landwirte, Gewerbetreibende, Rentner), Lohnsteuer und Körperschaftssteuern (Unternehmenssteuer) Zuwächse, während die Umsatzsteuer sank. Laube mutmaßt, dass Letzteres mit den immer höheren Exportquoten der heimischen Industrie zusammenhängt - denn auf Ausfuhrumsätze wird keine Umsatzsteuer erhoben. Erhöht haben sich die Einnahmen aus der pauschalierten Lohnsteuer. Laube: "Das erklärt sich durch die Zunahme der Minijobs." Dass es Großbetrieben gut geht, sei daran abzulesen, dass die Körperschaftssteuer 2011 gegenüber 2010 um über 50 Prozent auf 41,6 Millionen Euro stieg.

Im Kreis Göppingen und seinen 38 Gemeinden waren 2011 von 254 000 Einwohnern rund 85 000 Steuerzahler; allerdings gilt ein Ehepaar oder eine Familie als ein Steuerpflichtiger. Im Amtsbezirk gab es 9056 Gewerbetreibende und 3159 körperschaftssteuerpflichtige Betriebe. Dabei ist zu berücksichtigen, dass jemand, der mit einer Fotovoltaikanlage Strom ins öffentliche Netz einspeist, automatisch als Gewerbetreibender gilt.

Die Außenstelle Geislingen des Finanzamtes ist zuständig für 86 344 Einwohner bzw. 29 217 Steuerbürger in 15 Gemeinden in Geislingen, auf der Alb, im Täle, filstalabwärts bis Süßen und im Lautertal. Fast 30 000 Personen suchten das Kundenzentrum Geislingen auf, das Göppinger über 50 000. Das bedeutet eine Steigerung um ein Viertel.

Info Die Steuerverwaltung verschickt keine Vordrucke mehr für die Steuererklärung. Man muss sie auf dem Finanzamt oder im örtlichen Rathaus abholen. Bereits 33 Prozent machen die Steuererklärung per Computer (z.B. mit dem Fiskal-Softwareprogramm Elster). Das Finanzamt bittet, nach Übersendung der Steuererklärung bis zur offiziellen Nachricht von Rückfragen abzusehen.

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Kommentare

27.03.2012 14:09 Uhr

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