Stadtwald wirft Gewinn ab

Die städtischen Wälder bescheren derzeit mehr Einnahmen als erwartet. Grund: steigende Holzpreise und im laufenden Jahr weniger Sturmschäden. Nur Wege wurden durch Unwetter stark beschädigt.

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Der Erlös aus dem Holzverkauf städtischer Wälder wird in diesem Jahr den kalkulierten Überschuss deutlich übertreffen - von 43.000 auf mindestens 65.000 Euro. 2014 wird sogar mit einer noch positiveren Entwicklung gerechnet. Darauf wies Martin Geisel, Leiter des Staatlichen Forstamts, in der jüngsten Sitzung des Geislinger Gemeinderats hin. Insbesondere das "Energieholz" sei stark gefragt, weshalb der Festmeter (ab Waldstraße) nun 62 Euro koste; auch die Flächenlose ("Schlag" genannt) würden entsprechend teurer.

Die positive Bilanz wird für 2013 bereits gezogen, obwohl man dem kalkulierten Einschlag um knapp tausend Festmeter hinterherhinkt. Für 2014 sieht der Erlösplan Einnahmen aus dem Holzeinschlag (6140 Festmeter, davon 70 Prozent Laubholz) von rund 305.000 Euro vor, woraus ein Überschuss von mindestens 50.000 Euro erwartet wird.

Unklar, welche Waldwege hergerichtet werden

Neben den Kosten für Waldarbeiter, Unternehmer und Holzvermarktung in Höhe von 130.000 Euro schlagen weitere Faktoren zu Buche - wie etwa 17.000 Euro fürs Sanieren von Fahrwegen. Inwieweit auch Wanderwege wieder hergerichtet werden, die insbesondere im Bereich Tegelberg durch ein Unwetter verwüstet worden waren, ist nach Angaben des Forstamts-Chef noch unklar. Auf eine Frage von GAL-Stadtrat Bernhard Lehle, erklärte Geisel, dass für markierte Wanderwege der Albverein zuständig sei. Derzeit werde geklärt, für welche anderen die Stadt aufkommen wolle. Geisel ist der Auffassung, dass manche Waldgebiete mit Trampelpfaden "übererschlossen" sind und nicht unbedingt benötigt werden.

Rund 21.000 Euro sind im kommenden Jahr für die Erholungsfunktion des Waldes vorgesehen. Schwerpunkt: eine stabile Grillstelle am Helfenstein sowie neue Hinweistafeln auf der Schildwacht und im Vögelestal. Außerdem muss "der chronisch durch brachialen Vandalismus" zerstörte Waldlehrpfad beim Helfenstein erneut hergerichtet werden.

SPD-Fraktionschef Dr. Hansjürgen Gölz verlangte Auskunft über den Zustand des Waldes. Antwort von Geisel: Am Albtrauf gebe es "keine gravierenden Verschlechterungen". Allerdings wiesen ältere Buchenwälder "nur mittelmäßigen Gesundheitszustand auf". Derzeit bereite das Eschentriebsterben erhebliche Sorgen. Seien zunächst nur jüngere Bestände betroffen gewesen, so greife diese Krankheit nun auch auf ältere über. Geisel sieht darin "eine akute Bedrohung dieser wichtigen Mischbaumart im Buchenwald".

Starker Wildverbiss bei Stötten und Waldhausen

Was die Jagd anbelangt, müssten die Abschussquoten insbesondere im Bereich Stötten und Waldhausen erhöht werden. Dort habe man starken Wildverbiss festgestellt.

Nur noch einmal aber, so Geisel, werde nun für drei Jahre ein behördlicher Abschussplan festgelegt. Ab 2016 seien dafür Jagdpächter und -verpächter allein verantwortlich.

Eine andere Änderung steht bereits zum 1. Januar an: Nachdem Kuchens Revierleiter Wolfgang Stegmaier in den Ruhestand trat, wurden Umstrukturierungen vorgenommen - mit der Folge, dass ab Januar die beiden verbliebenen Revierleiter mehr Flächen erhalten: Gottfried Schön ist künftig allein für den Stadtwald sowie für die Gemarkungen Eybach, Altenstadt und Stötten zuständig; Rainer Geiger erhielt die Staatswälder rund um Geislingen von Aufhausen bis ins Roggental und ist für die Gemarkungen Aufhausen, Türkheim, Weiler und Waldhausen verantwortlich.

Mehr Waschwären als vermutet

SPD-Stadtrat Jürgen Peters hegte Zweifel an Geisels Versprechen, die Wälder könnten trotz des reduzierten Personalbestands weiterhin gut betreut werden. Der Forstamtsleiter hielt dem entgegen, dass sich die Zuständigkeitsbereiche flächenmäßig für jeden Revierleiter nur um acht Prozent erhöht hätten. Durch organisatorische Änderungen würden hingegen bisherige Doppelzuständigkeiten eingespart. Allerdings: Die Größe der Reviere liege "im oberen Durchschnittsbereich". Bezogen auf den derzeitigen Aufgabenkatalog sei man tatsächlich an der Obergrenze angelangt.

Und wies denn mit den Waschbären aussehe, wollte Bernhard Lehle wissen. Geisel erklärte, deren Population sei "größer als vermutetet". Dies lasse sich daraus schließen, dass häufig überfahrene Tiere aufgefunden würden. Geisel: "Wir haben im gesamten Landkreis Waschbären."

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