Stadt Geislingen greift durch: Pitbull-Terrier beschlagnahmt

Warnschüsse vor den Bug renitenter Kampfhundebesitzer gab es genug. Nun hat die Stadt Geislingen durchgegriffen und einen Pitbull beschlagnahmt.

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Die Warnung an Geislingens Kampfhundebesitzer in den vergangenen Wochen von Seite der Stadt und der Polizei waren eindeutig: Haltet euch an die Spielregeln, leint eure Hunde an, verpasst ihnen einen Maulkorb, haltet euch von öffentlichen Orten wie Spielplätzen fern. Wenn nicht, machen wir Ernst. Am Freitag nun ließen Ordnungsamtsleiter Philipp Theiner und Polizeichef Jens Rügner Worten Taten folgen und beschlagnahmten den Pitbull-Terrier eines laut Theiner „uneinsichtigen Hundehalters“.

Die Polizei war am Freitagmorgen zusammen mit Spezialisten der Ulmer Polizeihundeführerstaffel angerückt, um dem 19-jährigen Mann das Tier abzunehmen. Außerdem verhängte Theiner gegen ihn ein Hundehaltungsverbot: Der Mann hatte sich trotz mehrmaliger Aufforderung beharrlich geweigert, mit dem Pitbull einen Wesenstest zu absolvieren. Dieser Test dient dem Nachweis, dass der Hund nicht gefährlich ist.

Der Einsatz war Schlusspunkt einer Kette von Provokationen: Elfmal hatten Polizeibeamte den 19-Jährigen erwischt, wie er – entgegen den im Land gültigen Vorschriften – seinen Hund ohne Leine und Maulkorb frei laufen ließ, elfmal hatten sie ihn ermahnt und angezeigt. „Wir haben damit nun ein deutliches Signal gesetzt“, sagt Theiner, „aus der Bevölkerung hat es immer wieder Beschwerden gegeben, dass sich die Menschen vor Kampfhunden fürchten.“

Die verstärkte Überwachung von Kampfhundehaltern und ihrer Tiere wird auf jeden Fall weitergehen, versichert Theiner. 14 dieser so genannten Listenhunde, deren Rassen per Gesetz als gefährlich oder potentiell gefährlich eingestuft werden, sind in Geislingen angemeldet. Die Halter schreckt nicht einmal die erhöhte Hundesteuer – 900 Euro statt 125 Euro – ab. „Auch wenn die Kontrollen gezeigt haben, dass sich viele Kampfhundehalter an die Vorschriften halten, fällt doch auf, dass immer wieder dieselben Personen durch die Polizei angetroffen werden, die gegen diese verstoßen“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Dabei bringt es nichts, wenn Hundebesitzer versuchen, mit Mischlingen oder vermeintlichen Sonderzüchtungen die Listeneinstufung zu umgehen. „Wir können als Behörde vermuten, dass ein Hund Kampfhundeigenschaften hat, das ist ein starkes Instrument“, sagt Theiner, „der Halter kann widersprechen, muss es aber selbst widerlegen.“

Dass solche Kontrollen ein adäquates Mittel sind, haben bereits die so genannten Schwerpunktsetzungen in der Vergangenheit gezeigt. Im September starteten Polizei und Ordnungsamt verstärkte Kontrollen mit dem Ziel, Probleme wie Alkohol und Drogen in der Öffentlichkeit einzudämmen und Szenebildungen zu verhindern. Mit Erfolg: Bis Dezember leitete die Polizei 20 Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ein und überführte zwei Dealer, außerdem erteilte das Ordnungsamt zehn Platzverweise bei Schulen, Kindergärten und Spielplätzen. „Null-Toleranz-Strategie“ nennt das Revierleiter Rügner.

Dasselbe gilt seither auch für die Raser- und Tuningszene im Stadtgebiet. In der Summe 3785 Tempoverstöße ahndeten Polizei und Ordnungsamt. Außerdem zog die Polizei im selben Zeitraum 16 getunte Autos aus dem Verkehr , die mit nicht zugelassenen Ein- und Umbauten aufgemotzt waren. Ein Vorgehen, mit dem die Ordnungsbehörden „auf dem richtigen Weg“ sind, wie Stadtrat Peter Maichle (CDU) in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses betonte: „Die Geschwindigkeitskontrollen haben richtig eingeschlagen“, lobte Maichle, „viele Menschen, die zuvor skeptisch eingestellt waren gegenüber Polizei und Ordnungsamt, sind nun voll überzeugt.“

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Kampfhunde

Viele Geislinger fürchten sich vor ihnen, die Polizei kontrolliert verschärft ihre Besitzer: Kampfhunde.

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