So lebt sich’s hier: Waldhausen als Wohlfühlort für Familien

Viele Blumen prägen das Ortsbild. Das ist engagierten Grünpaten zu verdanken. Für Reiner Strehle ist solch ein Einsatz typisch für den Geislinger Stadtbezirk Waldhausen.

|
Ortsvorsteher Reiner Strehle (rechts) im Gespräch mit seinem Vorgänger Karl Bühler. An den liebevoll gepflegten Pflanz-Inseln – hier am Bahnhöfle – ist gut sitzen.  Foto: 

Waldhausen ist ein Wohlfühlort“, sagt Reiner Strehle. Ob der Ortsvorsteher das neutral beurteilen kann, ist fraglich. Immerhin ist er 1948 in Waldhausen bei einer Hausgeburt zur Welt gekommen und liebt „sein“ Dorf.

Waldhausen sei vor allem ein Wohlfühlort für Familien, erklärt Strehle – und das belegt er mit Zahlen: 75 Familien machen den größten Teil der 250 Einwohner des Geislinger Stadtbezirks aus. „Vor fünf Jahren hab ich mal 62 wartende Kinder an der Bushaltestelle gezählt“, unterstreicht Strehle seine Aussage. Die meisten Kinder gingen nach Geislingen zur Schule, die Kleinen vorwiegend nach Eybach in den Kindergarten. Eine professionelle Kinderbetreuung im Ort gibt es nicht. „Diese Nische füllen bei uns noch großteils Oma und Opa aus“, sagt Strehle nicht ohne Stolz. Ausflugsziele mit den Kleinen gibt es auch: Entweder den schönen Spielplatz beim Bahnhöfle oder den Sportplatz mit seinem Spielplatz zum Kicken und Spielen.

Die meisten Erwachsenen pendeln für den Job in ein weites Umfeld zwischen Ulm und Stuttgart. Waldhausen selbst hat nur fünf kleine Familienbetriebe, und Strehle bezeichnet seinen Ort daher als „reines Wohn- und Schlafdorf“. Vom „Bauerndorf“-Image hat sich Waldhausen im Lauf der vergangenen vier Jahrzehnte weit entfernt. „Anno 1972, bei der Eingemeindung, hatten wir im Dorf noch 23 Milchbauern, heute ist es noch ein einziger“, beschreibt Strehle die Situation; darüber hinaus gebe es noch zwei Schweinebauern, zwei Getreide- und einen Biobauern.

Seit dem Jahr 2000 ist Waldhausen um 25 Prozent gewachsen. Das ist dem Baugebiet „Roßhülbe“ zu verdanken, das 2010 um die „Roßhülbe II“ erweitert wurde. „Dort sind noch vier große Bauplätze frei“, berichtet der Ortsvorsteher. Läden für die Grundversorgung, eine Apotheke oder Ärzte gibt es zwar keine im Ort, dafür besucht zweimal pro Woche ein Backwagen Waldhausen, einmal in der Woche zudem ein Metzger. „Unser Aushängeschild ist die funktionierende Gastronomie, da sind wir nobel versorgt“, betont Reiner Strehle und zählt das „Stadelcafé“ auf, das Restaurant „Ochsen“ und „Unterbauers Besen“.

Was die Straßen und die Verkehrsinfrastruktur betrifft, lobt der Ortsvorsteher das gute Radwegenetz um den Ort und das funktionierende Rufbus-System. „Aber sonst haben wir absolut null Busverbindung in den Ferien“, schränkt er ein und schimpft gewaltig über den katastrophalen Zustand der Waldhausener Steige. „So was ist verkehrstechnisch eigentlich überhaupt nicht zumutbar.“ Die gesamte Bürgerschaft hoffe auf die Unterstützung der Politiker und Verantwortungsträger.

Die Steige sei im Winter auch schlecht zu räumen. „Immer mehr Waldhausener orientieren sich deshalb Richtung Gerstetten“, sagt Strehle; die Straßen dorthin seien gut in Schuss, und es gebe alles zu kaufen, was man benötige.

Als lebendig charakterisiert der Ortsvorsteher das Zusammenleben im Dorf. Das liege vor allem an den Vereinen und Institutionen wie der Feuerwehr, dem Männergesangverein, den Landfrauen, der Kirchengemeinde und dem Verein Schdoifuaß. Die Feuerwehr bezeichnet er als „starke Truppe“, die Landfrauen als „sehr rührig“ und den Männergesangverein als „voll im Aufwind durch unsere fähige Dirigentin und gleich mehrere junge Neuzugänge“.

Aber am meisten freut sich der Ortsvorsteher momentan über das beeindruckende Engagement von zehn Grünpaten. „So ein Einsatz ist typisch für Waldhausen“, sagt er stolz und präsentiert die bunten Pflanz-Inseln, die im ganzen Ort verteilt sind. „Sie sind das i-Tüpfelchen, die unser schönes Orts-Gesamtbild rund machen.“

Porträts: Sechs Stadtbezirke gehören zu Geislingen: Aufhausen, Eybach und Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler. In der Serie „So lebt sich’s hier“ stellen wir sie während der Sommerferien vor und berichten immer freitags, wie das Wohnen und Arbeiten in den Stadtbezirken aussieht.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

So lebt sich's hier

In unserer Serie „So lebt sich’s hier“ zeigen wir in diesem Jahr, was die Geislinger Stadtbezirke alles zu bieten haben.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Stadtmarketing: Geislingen braucht Strahlkraft

50 Teilnehmer diskutieren bei einem Stadtmarketing-Workshop, wie man mehr Menschen für Events in Geislingen begeistern kann. weiter lesen