So lebt sich's hier: Familie Neubrand aus Eybach

Schlagzeug spielen und wandern, kicken und tanzen: Dank der vielen Vereine ist das Leben in Eybach für Familie Neubrand lebenswert. Sie erzählt an dieser Stelle, weshalb sie so gerne in dem Geislinger Stadtbezirk lebt.

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Andrea Neubrand wohnt seit ihrer Kindheit in Eybach. Dort ging die 48-Jährige zur Schule, dort fing sie mit acht Jahren das Klarinette spielen an. Damals gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Musikvereins Eybach, dessen Vorsitzende sie seit fünf Jahren – wieder – ist. Nur, dass sie inzwischen Tenorsaxofon spielt. Im Turnverein gehört sie seit vielen Jahren zur tanzenden Truppe; mit ihrem Mann Claudio Boscu engagiert sie sich zudem in der Eybacher Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins, weil die ganze Familie gerne wandert und die Gemeinschaft schätzt.

Für Claudio Boscu ist die Mitgliedschaft in Vereinen der einfachste Weg, auf dem Dorf Kontakte zu knüpfen. „Klar muss man selber auch offen und anpassungsfähig sein“, sagt der 51-Jährige, der erst vor elf Jahren von Altenstadt nach Eybach gezogen, aber dort gleich heimisch geworden ist. Er spielt im Turnverein Fußball und trainiert seit Jahren die C-Jugend. Fußball gehört zu seiner Leidenschaft, die er an Sohn Ricco weitergegeben hat.

Während der 14-Jährige seit der E-Jugend kickt und im Musikverein Schlagzeug spielt, kommt sein vier Jahre jüngerer Bruder Carlo interessenmäßig nach der Mama: Seit einem Jahr spielt er in der Bläserklasse in der Daniel-Straub-Realschule Trompete, er turnt und tanzt seit der ersten Klasse im Turnverein – als einziger Junge. Mit den Mädchen komme er gut klar, sagt Carlo: „Wieso nicht? Die kenn’ ich doch alle aus der Grundschule.“

Ach ja, und Biathlon hat er auch angefangen. Seit zwei Monaten chauffiert ihn seine Mama dafür extra nach Dornstadt. Skifahren macht ihm auch so richtig Spaß. Und wandern. Und Indianer spielen, zählt er eifrig auf. Entweder oben bei der Eybacher Hütte mit den anderen Kindern des Albvereins. Oder im Wald bei der Waldkapelle. Wobei es dort jetzt nicht mehr so unheimlich ist wie noch vor ein paar Jahren. Zum 100. Geburtstag der Waldkapelle rissen die Katholiken aus dem Dorf das ganze Gestrüpp um die Kapelle aus und schotterten den Weg dorthin frisch. „Da haben Papa und ich geholfen“, erzählt Carlo von dem Gemeinschaftswerk der Kirchen-Engagierten und des Albvereins.

„Man kennt sich, man hilft sich“, sagt Boscu, „und die meisten Eybacher sind ja sowieso in mehreren Vereinen Mitglied. Anders geht das doch gar nicht in einem Dorf.“ Als Beispiel nennt er die EM-Übertragungen im Feuerwehr-Magazin, die von „locker 50 bis 100 Leuten“ besucht wurden und die Mitglieder der beiden Kirchengemeinden, der Feuerwehr sowie die Jugendlichen des Bauwagens organisiert hatten.

Wo miteinander geschafft wird, wird auch miteinander gefeiert. Das beherrschen die Eybacher ebenfalls gut: „Wir gehen alle gern auf die Eybacher Feste“, sagt Neubrand. Das fange mit der Prunksitzung des Turnvereins an und gehe weiter mit dem Stegfest der Feuerwehr, dem Waldfest des Gesangvereins Cäcilia, dem Schuggelerfest des Musikvereins und dem Huttanz der Huttanzgesellschaft. Während Ricco kein Fest favorisiert, liebt Carlo das Schuggelerfest: Da darf er helfen, wenn seine Eltern im Ausschank arbeiten.

Aber auch der Alltag in Eybach sei „einfach schön“, sagt Andrea Neubrand. Weil es Kindergarten und Grundschule im Dorf gebe, hätten die Kinder schon früh die Wege alleine gehen können. „Hier ums Haus haben sie viel Platz zum Spielen, im Wald haben Ricco und seine Freunde gerne Lägerle gebaut, auf der Wiese hinterm Haus gekickt.“ Es gibt einen Bäcker, in dem auch andere Alltagsprodukte gekauft werden können, auch die Post ist dort integriert. Was Andrea Neubrand und ihr Mann am meisten genießen, ist die Ruhe im Garten und auf der Terrasse. „Da hört man nur Vögel zwitschern“, schwärmt sie.

Serie „So lebt sich’s hier“

Porträts: Sechs Stadtbezirke gehören zu Geislingen: Aufhausen, Eybach und Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler. Wie lebt es sich dort als Familie? Wie kommen die Kinder in die Schule, die Eltern zur Arbeit, und wie sieht die Freizeitgestaltung aus? In der GZ-Sommerserie erzählen Familien vom Leben in ihrem Stadtbezirk. 

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So lebt sich's hier

In unserer Serie „So lebt sich’s hier“ zeigen wir in diesem Jahr, was die Geislinger Stadtbezirke alles zu bieten haben.

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