So lebt sich's hier: Familie Marchtaler aus Türkheim

Die Menschen und die Natur begeistern Familie Marchtaler an ihrer Heimat Türkheim. Vor fünf Jahren zog sie von Geislingen in den Stadtbezirk. Der GZ erzählen Marchtalers, weshalb sie so gerne in dem Geislinger Stadtbezirk leben.

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Von der Terrasse aus haben Uli, Margit und Sohn Niklas Marchtaler freien Blick auf die Felder. Die schöne Natur ist einer der Gründe, weshalb die Familie das Leben in Türkheim so genießt.  Foto: 

Von Geislingen nach Türkheim, von der Stadt aufs Land also, und das mit dem 13-jährigen Sohn. Ein Kulturschock? Ganz im Gegenteil, versichern Uli, Margit und Niklas Marchtaler. Die Familie sehnte sich nach mehr Platz und kaufte vor fünf Jahren ein Haus am Rande des Geislinger Stadtbezirks. Dort fühlte sie sich von Anfang an wohl. Zum einen wegen des Hauses mit seinem schönen Garten und der traumhaften Aussicht über die angrenzenden Felder. Zum anderen aber wegen der Menschen: „Das hat schon angefangen, als wir noch renoviert haben“, erzählt Margit Marchtaler davon, wie die Nachbarn ein Straßenfest organisiert und sie gleich mit dazu eingeladen hätten. „Schon damals haben wir viele Leute aus der Straße kennen gelernt und Niklas die Nachbarskinder.“

„Hier gibt’s viel mehr Gleichaltrige als vorher in Geislingen“, sagt Niklas.  Er gehört fest zum Jugendkreis der evangelischen Sankt-Vitus-Kirche, in dem er viele Freunde hat. „13 Leute standen damals, nachdem wir hergezogen sind, plötzlich an der Haustür, haben geklingelt und mich zu ihrem Jugendkreis eingeladen“, erinnert sich der heute 18-Jährige an die erste Zeit. In den Jahren darauf traf er sich mit den Freunden vor allem zum Kicken auf dem Fußballplatz, ging mit ihnen zum Grillen ins Vögelestal oder zum Volleyballspielen nach Oppingen. Inzwischen sind viele mobiler, seither geht es auch mal zum Minigolfen oder ins Kino nach Geislingen oder in die Pizzeria nach Nellingen. „Auf dem Dorf ist das Kennenlernen viel einfacher“, meint Niklas.

Seine Eltern stimmen ihm zu. Sie haben dieselbe Erfahrung gemacht und schon einige enge Freundschaften geschlossen. Um schneller Anschluss zu finden, traten die Marchtalers kurz nach ihrem Umzug nach Türkheim in den örtlichen Obst- und Gartenbauverein (OGV) ein. „Dort gibt es immer wieder nette Ausflüge, Feste oder Veranstaltungen“, erzählt Uli Marchtaler, den die Tatsache fasziniert, dass man die Leute, die man vom OGV kennt, auch in der Kirche trifft. Oder bei Dorffeiern oder beim Einkauf am Geflügel-Auto, das alle zwei Wochen Bio-Geflügel aus Westerheim ins Albdorf bringt. „So kennt man das von Geislingen nicht“, konstatiert der Systementwickler, der als Abteilungsleiter bei der WMF für die Programmierung der Kaffeemaschinen verantwortlich ist. Zur Arbeit fährt der 48-Jährige mit dem Auto und nimmt meist Niklas mit in die Schule. „Ich hab’s auch schon mit dem Bus probiert, aber mit dem Auto ist es praktischer. Und bequemer“, sagt Uli Marchtaler.

Seine Frau Margit arbeitet von zu Hause aus als staatlich anerkannte Kosmetikerin. „Das war mit ein Grund, dass wir uns für diese Immobilie entschieden haben“, erklärt sie. „Hier können meine Kunden vom Eingang aus direkt das Kosmetikstudio erreichen, ohne vorher die Wohnung durchqueren zu müssen.“

Der Umzug hat Margit Marchtaler beruflich nicht geschadet: „Die Geislinger Kundinnen fahren rauf, und viele weitere aus dem Ort oder aus Aufhausen und Nellingen sind dazu gekommen“, erzählt die 47-Jährige. Dazu beigetragen habe die Aktion „Ein Dorf stellt sich vor“, die Ortsvorsteher Heinz Mekle im April 2012 initiiert hatte. „Er kam extra her und bot uns an mitzumachen. Das war richtig klasse“, schwärmt sie und erinnert sich, wie ungezwungen die Dorfbewohner daraufhin auf sie zugekommen seien. Ab und zu macht Margit Marchtaler Werbung im örtlichen Mitteilungsblatt. „Das Heft ist klasse, da kriegt man viel mit, was im Dorf so los ist“, sagt ihr Mann.

Von allen Aktivitäten in Türkheim erfahren die Marchtalers auch bei vielen anderen Gelegenheiten: Während des Plauschs beim Bäcker zum Beispiel oder sonntags in der Kirche. „Im Gegensatz zu Geislingen stehen die Leute hier nach dem Gottesdienst noch zusammen und plaudern. Dafür gibt es sogar extra ‚Tee im Turm’“, erzählt Margit Marchtaler. Vom kirchlichen Miteinander ist sie so begeistert, dass sie sich vor zweieinhalb Jahren bereit erklärt hat, sich als Kirchengemeinderätin zu engagieren. Als Kirchengemeinderätin hilft Margit Marchtaler nicht nur bei vielen kirchlichen Aktionen wie etwa beim Aufbau fürs „Public Viewing“ in der Kirche mit, sie blickt als Synodale auch über den Türkheimer Kirchturm hinaus in den Kirchenbezirk.

Was alle drei als weiteren „kleinen Luxus“ empfinden, ist das Eis-Auto, das im Sommer an schönen Tagen Türkheim besucht und gut frequentiert wird, sowie der Metzger-Verkaufsbus, der zweimal die Woche kommt.

Die Marchtalers lieben die Landschaft und die Tatsache, dass sie zum Nordic-Walken oder Spazierengehen einfach vom Haus aus losmarschieren können und sofort mitten in der Natur sind. Auch im Winter sei es schön hier oben, ist sich die ganze Familie einig. Dann führt eine Langlaufloipe direkt am Haus vorbei.

„Aber am schönsten ist, dass es hier einfach viel mehr Sonne gibt als unten in Geislingen“, sagt Uli Marchtaler und schmunzelt.

Serie „So lebt sich’s hier“

Porträts: Sechs Stadtbezirke gehören zu Geislingen: Aufhausen, Eybach und Stötten, Türkheim, Waldhausen und Weiler. Wie lebt es sich dort als Familie? Wie kommen die Kinder in die Schule, die Eltern zur Arbeit, und wie sieht die Freizeitgestaltung aus? In der GZ-Sommerserie erzählen Familien vom Leben in ihrem Stadtbezirk.

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