Singende Handwerker auf dem Dachstuhl

Der verkaufsoffene Sonntag und der Tag des Handwerks und der Energie haben viele Menschen in die Fußgängerzone gezogen. Dennoch fragten sich manche, ob es gut ist, beide Veranstaltungen am gleichen Tag zu machen.

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„Geislingen strahlt heute richtig“, finden Walter und Marianne Höß, die am Sonntag extra aus Ulm nach Geislingen gefahren sind, um den Handwerker- und Energietag zu besuchen. Die Fünftälerstadt sei ein wahres Ausflugsziel und „viel besser als das überfüllte Ulm“, erzählen die Rentner. Die beiden sind jedoch nicht die Einzigen gewesen, die bei Sonnenschein und herbstlichen Temperaturen durch die Stadt schlenderten. Neben dem Tag des Handwerks und der Energie ließ auch der verkaufsoffene Sonntag viele Besucher in die Fußgängerzone kommen.

Zum ersten Mal in der Fünftälerstadt stellten sich die Innungen und Energieakteure des Landkreises vor. Der von der Kreishandwerkerschaft organisierte Aktionstag fand bis jetzt jedes Jahr in Göppingen statt. Ist dort mehr los gewesen? „Nein“, erwidert Hans-Michael Maurer von der Schreinerfirma Maurer. „Aufgrund des verkaufsoffenen Sonntags haben wir mit einigen Besuchern gerechnet, doch dass so viele kommen, hätte ich nicht gedacht“, erzählt Klaus Heschke, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Göppingen. Er sei sehr zufrieden mit dem diesjährigen Aktionstag. Zimmerer, Schornsteinfeger, Raumausstatter und weitere bauten ihre Stände auf, bei denen die Besucher selber ihr Handwerksgeschick testen konnten. Hämmernde Handwerker zeigten den Besuchern nicht nur ihr Talent, sondern sangen noch auf einem drehenden Dachstuhl. Ein paar Meter weiter wird der Gesang jedoch von einer kreischenden Säge übertönt.

Die Geislinger Geschäfte boten Schnäppchenpreise und viele Aktionen an. Vor vielen Essensläden durften Kunden kostenlos probieren – Schlangestehen inklusive. „Wir essen uns durch Geislingen“, scherzt Anna Wörter, die mit ihrer Freundin zum Sonntagsshopping ging. Interessiert am Handwerk waren die beiden jedoch nicht. Auch Armin Knoblauch, Stuckateur aus Böhmenkirch, ist sich nicht sicher, ob es „gut war“, die zwei Events auf den gleichen Tag zu setzen. Viele Bummler seien nur wegen des Einkaufens gekommen. Da findet er es schade, weil sich die Resonanz für die Handwerker in Grenzen halte.  Günter Rösch, Geschäftsführer von Männermode Rösch, stuft den Andrang ebenfalls als „in Ordnung“ ein.

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