Siechenkapelle ist Denkmal des Monats

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die ehemalige Siechenkapelle in Geislingen als "Denkmal des Monats" Januar 2013 ausgewählt.

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Seit Januar 2004 zeichnet die Denkmalstiftung Baden-Württemberg jeden Monat eines der von ihr geförderten Kulturdenkmale mit der Bezeichnung "Denkmal des Monats" aus. Für Januar 2013 hat die Stiftung die ehemalige Siechenkapelle in Geislingen ausgewählt. Zweck dieser Auszeichnung ist die Anerkennung der Leistungen, vor allem privater Denkmaleigentümer, zur Erhaltung und Instandsetzung eines Denkmals. Zum andern aber auch, die Information der Öffentlichkeit über Kulturdenkmale, die wegen ihrer besonderen Denkmalwertigkeit und Öffentlichkeitswirkung herausragen.

Die Siechenkapelle in Geislingen-Altenstadt ist Restbestand einer 1398 erstmals erwähnten Siechenhaus-Anlage, die 1811 abgebrochen wurde. Diesem Schicksal entging die Kapelle im Jahre 1993 mit knapper Not. Wollte doch der ehemalige Eigentümer, die Bundesrepublik Deutschland, das nur noch durch die Straßenbauverwaltung genutzte Gebäude beseitigen. Durch ein Verwaltungsgerichtsverfahren ist dieses Ansinnen abgewendet worden. Die Stadt Geislingen erwarb das Anwesen für den symbolischen Betrag von einer D-Mark.

Die Kapelle, ein spätgotischer Saalbau, weist qualitätsvolle spätgotische Wandmalereien mit einem Passionszyklus, einem Weltgericht, sowie einer Auferstehungsszene sowie interessante Baumerkmale mit Nischen, Fenster- und Türöffnungen auf. Es handelt sich somit um ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, das ein seltenes Dokument einer vergangenen Fürsorgeeinrichtung mit kunsthistorischem Rang darstellt, heißt es in der Pressemitteilung der Denkmalstiftung.

Der Erhaltung der Kapelle nahm sich eine mittlerweile gegründete Initiative des Kunst- und Geschichtsvereins Geislingen an. Im Jahre 1993 ist so zunächst der Bestand gesichert worden. Bereits seinerzeit hat die Denkmalstiftung Baden-Württemberg mit einer Zuwendung in Höhe von 60 000 D-Mark Hilfe geleistet. Allerdings drohte die Kapelle in den Folgejahren wieder Schaden zu nehmen, weil jegliche Nutzung, die zum Erhalt eines solchen Bauwerks unerlässlich ist, fehlte. Unterstützt durch viel bürgerschaftliches Engagement des Kunst- und Geschichtsvereins hat die Stadt schließlich die Erhaltung und Sicherung der Kapelle durch eine Sommernutzung betrieben. Aber noch sind künftig neue Pläne in der Siechenkapelle umzusetzen. Dabei geht es letztlich um eine Restaurierung der erhaltenen Reste der wertvollen Fresken. Diese wurden in diesem Jahr von Studenten der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart erfasst und kartiert. Mittel- und langfristig soll für die Wandmalerei ein stufenweises Restaurierungsprogramm erarbeitet werden.

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