Sich fragen, ob man "versöhnt sterben" kann

Viele Menschen fürchten sich davor, dass sie am Lebensende unnütz und einsam sind und nicht mehr über sich selbst bestimmen können. Sie haben Angst vor Schmerzen und vor einem schwer ertragbaren Schwebezustand zwischen Leben und Tod.

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Dr. Angelika Daiker ist überzeugt: "Wir gehen nicht auf ein Nichts zu!"  Foto: 

Viele Menschen fürchten sich davor, dass sie am Lebensende unnütz und einsam sind und nicht mehr über sich selbst bestimmen können. Sie haben Angst vor Schmerzen und vor einem schwer ertragbaren Schwebezustand zwischen Leben und Tod. Sie möchten in Würde sterben können: Die Trauerbegleiterin Dr. Angelika Daiker berichtete eindrucksvoll von ihrer Arbeit und ihren Erlebnissen als Leiterin des Hospiz Sankt Martin in Stuttgart. In der Vertreterversammlung des Forums Katholische Seniorenarbeit in Faurndau wurde drei Altenclubleitern klar, dass Sterbende besonderer Fürsorge und Zuwendung ihrer Mitmenschen bedürfen. Und dass sie im Hospiz umsichtig und mitfühlend betreut werden.

Wie das gelingen kann, darüber berichtete Daiker anhand zahlreicher Fragen, die sich in dieser letzten Lebenssituation auftun. "Wenn wir an das Sterben denken, fürchten wir uns vor allem vor dem Dahinsiechen. Auch die Einsamkeit, aber auch die Angst, der Familie zur Last zu fallen, beschäftige viele Todkranke. Die "Gäste", wie die Menschen im Hospiz genannt würden, erhofften sich vom Sterben, dass es schnell geht, dass sie gut Abschied nehmen können, nicht leiden müssen, dass jemand bei ihnen ist und dass sie würdig sterben können.

Hilfreich sei, sofern noch möglich, rechtzeitig eine Patientenverfügung mit Vollmacht zu erstellen, Menschen denen ich vertrauen kann, meine Wünsche zu kommunizieren.

"Um gut sterben zu können, braucht es eine Hoffnung, die mich nährt und trägt", sagte die Theologin überzeugt. Wichtig sei die Frage: "Kann ich bereits heute von mir sagen, dass ich versöhnt sterben könnte?".

Anhand der letzten sieben Worte Jesu erläuterte die Hospizleiterin hilfreiche Fragen zum Lebensende: "Was ist schuldhaft und unerledigt in meinem Leben? Kommt etwas danach oder ist am Ende alles aus? Wen lasse ich zurück und wie werden diese Menschen ohne mich weiterleben? Wie lebendig und tragend ist mein Glaube? Welche körperlichen Aspekte des Sterbens ängstigen mich? Habe ich gelebt und vollendet, was ich leben wollte? Wie groß ist mein Vertrauen, meine Hingabe, wenn es so weit ist?" Daiker ist davon fest überzeugt. "Wir gehen nicht auf ein Nichts zu!"

Dem hilfreichen Vortrag ging eine Gedenkminute an den langjährigen Vorsitzenden Winfried Dehner, der am 8. März nach langer schwerer Krankheit verstorben ist, voraus.

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