Stadtkapelle spielt sehr coole Blasmusik

Die Geislinger Stadtkapelle hat ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Der jüngste Auftritt zeigte erneut Facetten des Ensembles, die in Richtung Zukunft weisen.

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Die Stadtkapelle Geislingen zieht bei ihrem Jahreskonzert alle Register und beweist eindrücklich, dass sie unter der Leitung von Normand ­DesChênes auf einem sehr guten Weg ist.  Foto: 

Volles Rohr Musik erlebte das Publikum am Samstagabend in der Geislinger Jahnhalle. Fast vier Stunden lang gab es beim Jahreskonzert der Stadtkapelle Geislingen zum Teil sehr coole Blasmusik auf die Ohren. Das Jugend-Gemeinschaftsorchester, das Saxofon-Quartett „Sax Fource“, der Musikverein Ottenbach und die Stadtkapelle Geislingen unterhielten die gut 200 Zuhörer mit einem abwechslungsreichen, fast schon zu vollen Programm. Die musikalische Reise startete in Moskau, führte die Zuhörer ins Zauberland und weiter in den Schwarzwald, um sie nach kurzen Stopps in Spanien und Kuba ein bisschen erschöpft, aber durchaus glücklich im Weißen Rössl am Wolfgangsee abzusetzen.

Begrüßt wurde das Publikum vom neuen Vorsitzenden der Stadtkapelle Roman Kotschi, der auf das gelungene, mehrseitige Programmheft hinwies, auf die nicht minder sorgfältig gestaltete Dekoration von Blumen Vogt und nicht zuletzt auf den Fragebogen, den jeder Besucher am Eingang erhalten hatte. Damit fragte die Stadtkapelle ab, woher das Publikum von dem Konzert erfahren habe. So will sie in Zukunft ihre Ankündigungen möglichst effektiv an den Mann und die Frau bringen.

Über 60 Nachwuchsmusiker

Mit über 60 jungen Musikern war die Bühne der Jahnhalle zu Beginn des Konzertes besetzt: Das Jugend-Gemeinschaftsorchester unter der bewährten Leitung von Alexander Bilgery setzt sich zusammen aus dem Nachwuchs der Musikvereine Geislingen und Nellingen, der Bläserklasse 9b der Daniel-Straub-Realschule und Schülern der Musikschule Geislingen.

Das Riesen-Ensemble trumpfte mit einem vollen Klang auf und überraschte zudem damit, wie homogen die einzelnen Gruppen aufeinander eingestimmt sind. Bilgery setzt auf ein frisches Repertoire: Nach dem schwungvollen „Moskau“, das durch die Gruppe Dschinghis Khan bekannt wurde, wechselten sie bei den weiteren Stücken ohne Probleme Stil und Rhythmus und boten bis zum Latin-Mix als Zugabe puren Hörgenuss.

Bevor die Gäste aus Ottenbach loslegten, betraten vier junge Saxofonisten, bereits spielend, die Jahnhalle und marschierten auf die Bühne. Sax Fource sind Marco Knigge (Sopran-Sax), Philipp Kohn (Alt-Sax), Nico Nusser (Tenor-Sax) und Matthias Döbler (Bariton-Sax) aus dem Jugendblasorchester, die sich in Eigen­initiative zusammengetan haben und sich ein Repertoire erarbeiten. Mit großer Spielfreude und witziger Choreografie spielten sie unter anderem ein Medley aus Michael-Jackson-Songs und ein mitreißendes Stück mit Balkan-Beat.

Die Ottenbacher Musiker boten unter dem feinen Dirigat von Sina Fuchs anspruchsvolle Programmmusik dar, beschrieben mit orchestralem Sound unter anderem den Schwarzwald, das Castrum Alemorum und verschiedene Abschnitte einer Reise im Glacier Express.

Und dann – nach der Pause, nach den Ehrungen – kam endlich auch die Stadtkapelle unter der Leitung von Normand DesChênes. Es lag weder an der Auswahl der Stücke noch an der Qualität der Darbietung, wenn der eine oder andere schon unruhig war. Es war schlichtweg spät geworden, als die 35 Musiker mit Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ starteten.

Wer bis um 23 Uhr durchhielt, kam darüber hinaus in den Genuss von Melodien aus Bizets Oper „Carmen“ und in den monumentalen Sound, der die Musik zum „Herr der Ringe“-Film ausmacht. Er konnte mitwippen zu kubanischen Rhythmen und in den Operettenklängen von „Im Weißen Rössl“ schwelgen. Mitreißend wie eh und je kam der Radetzky-Marsch als Zugabe daher, gefolgt von einem afrikanischen Stück, zu dem sich auch nochmal die Jugend mit auf die Bühne gesellte.

Fast zu viel des Guten, aber ein weiterer Beweis der Stadtkapelle und ihrem Nachwuchs, dass sie auf dem richtigen Weg ist.

Wolfgang Pallas wurde vom Vorsitzenden des Blasmusik-Kreisverbandes Roland Ströhm dreifach ausgezeichnet: Er erhielt die Ehrennadel in Gold mit Diamant für 50 Jahre fördernde Mitgliedschaft im Blasmusikverband, die Erich-Ganzenmüller-Medaille in Bronze für besondere Verdienste um die Förderung der Blasmusik und er wurde Ehrenmitglied des Vereins.

Andreas Stecher, Hornist, erhielt die Ehrennadel in Gold mit Diamant für 40 Jahre aktive Tätigkeit im Verband.

Michael Bopp erhielt die Förderermedaille in Silber für 15 Jahre Tätigkeit in der Vereinsvorstandschaft.

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