Rund 2150 Menschen in Heimen

Die Zahl der Pflegeheimbewohner im Kreis steigt, doch 70 Prozent der Pflegebedürftigen leben daheim. Ihre Angehörigen haben Anspruch auf Auszeit.

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Über 70 Prozent der Pflegebedürftigen im Kreis Göppingen leben zu Hause. Ihre Angehörigen wissen oft nicht, dass ihnen eine Auszeit zusteht.  Foto: 

"Die Zahl der Pflegeheimbewohner ist im Kreis Göppingen innerhalb von zehn Jahren um mehr als ein Viertel gestiegen", erklärt Roland Schwarz, Geschäftsführer der IKK classic in der Region Esslingen-Göppingen. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamts stieg die Zahl von 1686 Menschen Ende 2001 auf 2142 im Dezember 2011. Die Zahl der Pflegeheime hat sich in diesem Zeitraum von 19 auf 33 erhöht. "Durch den demografischen Wandel ist davon auszugehen, dass in Zukunft noch mehr Menschen in Pflegeheimen betreut werden müssen, darauf muss sich auch der Kreis Göppingen einstellen", so Schwarz weiter.

Mehr als 70 Prozent der Pflegebedürftigen im Kreis Göppingen werden jedoch in den eigenen vier Wänden betreut, zwei Drittel davon von den eigenen Angehörigen - ohne Unterstützung von ambulanten Pflegediensten. Viele Menschen, die sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern, verzichten allerdings aus Sorge um deren Wohlergehen auf Erholungsurlaub. Dabei seien Auszeiten von der Pflege wichtig, betont Schwarz. "Oft wissen Betroffene nicht, dass die gesetzliche Pflegeversicherung für so eine Situation mit der Verhinderungspflege Hilfe anbietet." Die Verhinderungspflege kann für maximal 28 Tage im Jahr in Anspruch genommen werden, wenn es zuvor bereits für mindestens sechs Monate eine Pflege im häuslichen Bereich gab. Bis zu 1550 Euro stehen dem Pflegebedürftigen für diese Zeit zur Verfügung. Daneben wird das bisherige Pflegegeld zur Hälfte fortgezahlt.

Mit dem Geld kann die Ersatzpflege entweder mit einem professionellen Pflegedienst oder einer Privatperson finanziert werden. Wird die Pflege von einem nahen Verwandten oder einer im Haushalt des Pflegebedürftigen lebenden Person sichergestellt, beträgt die Ersatzleistung die Höhe des üblichen Pflegegelds. Das sind je nach Pflegestufe 235 Euro, 440 Euro oder 700 Euro im Monat. Daneben können auch tatsächliche Aufwendungen wie Verdienstausfall oder Fahrtkosten in einer Höhe von bis zu 1550 Euro erstattet werden.

Ist die Pflege in den eigenen vier Wänden vorübergehend nicht möglich, können Pflegebedürftige bis zu vier Wochen lang eine Kurzzeitpflege in einer Einrichtung in Anspruch nehmen. Auch hier steht ein Zuschuss von bis zu 1550 Euro für maximal 28 Tage zur Verfügung.

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