REPORTAGE: Der Schweinehund hat keine Chance

Nach vier Wochen: Die "Laufend fitter"-Gruppe des TV Altenstadt wird immer schneller und legt auch weitere Strecken zurück.

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TVA-Trainer Kai Weible blickt auf seine Armbanduhr. "Die vorderen Läufer holen wir ein", ruft er. Die Stunde, in der die "Laufend fitter"-Gruppe ein Mal in der Woche in Geislingen unterwegs ist, teilt der Trainer in Intervalle auf: Eine Minute schnell gehen, zwei Minuten langsam. "So treiben wir den Puls kurzzeitig in die Höhe", erklärt Kai. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Höhere Geschwindigkeit oder größere Steigung.

Erika ist ganz vorne. Sie ist über 70 und hält die ganze Stunde lang an der Spitze durch. Sie sei früher mit vier anderen Frauen in der Gruppe gelaufen, erzählt Erika. Nach und nach seien die anderen dann ausgestiegen. Erika ist aber drangeblieben: Sie bewege sich jeden Tag, sagt sie. "Ich bin zu Fuß aufgewachsen. Nach dem Krieg hatten wir kein Auto." Über einen Bericht in der GEISLINGER ZEITUNG ist sie auf den TVA-Kurs aufmerksam geworden. Es motiviert sie, zur Abwechslung wieder in einer Gruppe mitzulaufen.

Zum vierten Mal haben sich die Teilnehmer am Dienstagabend getroffen, um "laufend fitter" zu werden. "Bisher ist noch niemand abgesprungen", sagt Trainer Kai. Im Gegenteil: Die Männer und Frauen, die sich in der vergangenen Zeit eher selten zum Laufsport aufgerafft haben, halten den Schweinehund gut im Zaum: Sie machen auch bei Regen und Kälte mit und geben nicht auf, wenn's einmal in der Wade zieht oder wenn sich der Muskelkater meldet.

"Und jetzt machen wir einen zweiminütigen Sonntagsspaziergang", weist Kai an. Ein langsames Intervall - das verschafft Zeit zum Durchatmen. Außerdem können die Teilnehmer, die hinten gehen, aufholen. Kais Mutter Helga Weible hat dieses Mal Walking-Stöcke als Hilfsmittel mitgebracht: "Ich hoffe, dass ich damit schneller vorankomme", sagt die 62-Jährige. Früher ist sie viel gelaufen, erzählt sie, aber jetzt hat sie häufig Schmerzen im Bein. Um fit zu bleiben, geht Helga zwei bis drei Mal in der Woche schwimmen. "Aber das ist kein Sport", meint sie. Sie zieht gemütlich ihre Bahnen und unterhält sich nebenher. "Hauptsache, man bewegt sich", ermutigt Kai seine Mutter. Um die Ausdauer zu halten, reiche es aus, ein Mal in der Woche Sport zu treiben, sagt der Trainer. Um die Ausdauer zu verbessern, müsse man sich mindestens zwei Mal pro Woche aktiv bewegen. "Der Körper hält sich in Bereitschaft", erklärt Kai. Der Stoffwechsel stelle sich mit der Zeit darauf ein, dass sich der Körper regelmäßig bewegt. Zwischen den Sporteinheiten empfiehlt der TVA-Trainer einen Tag Pause, um sich zu regenerieren.

Die Gruppe steht auf einem Parkplatz zwischen Geislingen und Eybach. Die Stunde ist geschafft. Kai blickt wieder auf seine Armbanduhr: "Fast sechs Kilometer haben wir zurückgelegt", sagt der Trainer. Das ist zwar weniger als beim vergangenen Mal, aber immerhin mehr als bei den ersten beiden Treffen. Das Versprechen, "laufend fitter" zu werden, ist eingehalten. Die Teilnehmer steigen etwas erschöpft in ihre Autos. Erika macht sich auch auf den Heimweg - aber zu Fuß.

GZ-Serie zu "Laufend fitter"

Bewegung Für die aktuelle Serie "Gesund & fit" begleitet die GZ den TVA-Kurs "Laufend fitter" über mehrere Wochen. GZ-Volontärin Isabelle Jahn berichtet als Laufanfängerin über die Gruppe für alle Leistungs- und Gewichtklassen. Media-Redakteurin Katharina Gottschalk schließt sich einer Gruppe an, deren Teilnehmer sich regelmäßig bewegen oder wieder in den Laufsport einsteigen.

SWP

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