Renovierung der Türkheimer Kirche ist beendet

Nach mehr als zehn Monaten ist die Renovierung der Türkheimer Kirche abgeschlossen - sie erstrahlt in neuem Glanz. Den vierten Advent können die Gemeindemitglieder wieder in ihrer Kirche feiern.

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Die vergangenen Monate über dominierten Baugerüste und Staub das Innenleben der Türkheimer Kirche. Jetzt sind die Renovierungsarbeiten bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen.

Eigentlich wollten die Gemeindemitglieder schon zum ersten Advent wieder vom Provisorium im Pfarrhaus in ihre Kirche ziehen. Doch zu diesem Zeitpunkt waren die Arbeiten noch nicht beendet, "da hätten wir einiges nach hinten verschieben müssen", sagt Dorothea von Lünenschloß, die Vorsitzende des Türkheimer Kirchengemeinderats.

Bauarbeiter und ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich insgesamt mit über 1000 Arbeitsstunden einbrachten, waren fleißig: Zum vierten Advent wird es nun klappen. Beim Festgottesdienst am 23. Dezember um 17 Uhr können die Besucher die neue alte Kirche bewundern.

Die augenfälligste Veränderung ist die Farbgebung des Innenraums: Die grauen Elemente - Säulen, Windfang - sind allesamt weiß gestrichen worden. Die bislang ebenfalls grauen Kirchenbänke haben eine warme braune Farbe erhalten. Nur die grünen Sitzpolster fehlen noch. Das Treppengeländer aus Hartholz wird dunkelbraun - damit war in den vergangenen Tagen noch Restaurator Bruno Kübler beschäftigt.

Der Altarblock ist grau statt wie bisher rosa marmoriert, die Orgel erstrahlt in schlichtem Weiß - bisher war auch sie in Lachsrosa und Gold gehalten. Auch die ehemals marmorierten Deckenfelder sind nun weiß. Mit den farblichen Veränderungen nähere man sich wieder der Originalausstattung an, erklärt Dorothea von Lünenschloß. Nur die Empore bleibt aus finanziellen Gründen und auf Bitten des Denkmalamtes lichtgrau mit lachsrosa marmorierten Feldern. "Mir gefällt das Helle sehr gut", sagt Dorothea von Lünenschloß zufrieden.

Auch im Hintergrund hat sich viel getan: Die Elektrik, Auslöser für die Renovierungsarbeiten, wurde erneuert, neue Lautsprecher und Leuchter montiert. Risse an der Decke wurden verfüllt. Die ehemals verstopfte Drainage auf der Dorfseite funktioniert wieder, von feuchten Stellen an den Wänden ist nichts mehr zu sehen.

Erst während der Arbeiten entdeckte man, dass die in den 1970er Jahren eingezogene große Betonstützmauer auf der Talseite keine Drainage hat. "Das ist vermutlich die Erklärung für die Feuchtigkeit im Turm", sagt die Kirchengemeinderatsvorsitzende. Man überlege nun, ob man Löcher für eine bessere Abtrocknung bohren solle. Viel größer als zuvor wirkt der Altarraum, seit hier das alte Kirchengestühl entfernt wurde. Neue Kalksteinplatten haben die alten beschädigten Böhmenkircher Bodenplatten ersetzt. Für Veranstaltungen werden hier künftig Klappstühle aufgestellt. Die für die Zeit der Arbeiten ausgelagerten Kirchenbänke stehen nun auf den behutsam reparierten originalen Holzdielen. Beheizt wird der Kirchenraum künftig mit einer Fußbodenheizung im Altarraum und Bankheizungen.

Wer genau hinschaut, erkennt auch an Kanzelabschluss und Altarbild Veränderungen: Restauratorin Christine Götz befreite den Kanzelabschluss mit seinem filigran gemalten Blumenschmuck von unsachgemäßen alten Übermalungen. Mit breitem Pinselstrich war irgendwann weiße Farbe aufgetragen worden, die Blütenranken grob ausgespart. "Der Kanzelabschluss ist der Höhepunkt dieser Kirche. Alles ist so gut erhalten und qualitätsvoll, da störte das Weiß", sagt die Expertin. Auf dem Altarbild entfernte sie zudem sogenannte Krepierungen, Trübungen des Firnisüberzugs.

Dorothea von Lünenschloß ist mit den Renovierungsarbeiten vollauf zufrieden: "Wir haben keine bösen Überraschungen erlebt und kommen wie geplant mit Kosten von 420.000 Euro hin." 80.000 Euro davon muss die Kirchengemeinde finanzieren, dieser Betrag ist noch nicht ganz erreicht. Dorthea von Lünenschloß großer Dank gilt den ehrenamtlichen Helfern für ihren großen Einsatz und den Spendern, die die Arbeiten allein 2011 und 2012 mit rund 45.000 Euro unterstützt haben.

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