Reise durch das Land der Leprachauns

Lara Fehn hat mit ihren Freundinnen Irland besucht und so manche kuriose Erfahrung gemacht. Sie erzählt von einem Tempo-80-Schild und einer verrückten Klage.

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Reisten durch Irland (von links): Jacqueline Rau, Celine Stöckle, Ann-Katrin Schneider und Lara Fehn.  Foto: 

An einem sonnigen Tag und umgeben von Palmen hatte ich einen Sonnenstich. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches. Ist man jedoch mit ein paar Freundinnen in Irland und das Thermometer zeigt nicht einmal 20 Grad an, ist das doch überraschend.

Aber auch wenn man die Sonne nicht unterschätzen darf, trägt die Grüne Insel ihren Namen nicht grundlos. Es regnet regelmäßig und die Landschaft erstrahlt in den saftigsten Grüntönen. Glaubt man Johnny Cash sind das bis zu „Forty Shades of Green“, 40 unterschiedliche Grüntöne. Das hatten wir schon aus dem Flugzeugfenster heraus bewundert. Wir waren in Shannon bei Limerick gelandet, wieder im Besitz unserer Backpacker-Rucksäcke, und unsere Uhren hatten wir um eine Stunde zurückgedreht. Der nächste Bus sollte laut Plan erst in einer Stunde kommen, aber die Geduld hatten wir nicht. Wir wollten unsere Reise starten, also stiegen wir in den erstbesten Bus.  Zu unserer Freude setzte uns der Fahrer freundlicherweise direkt vor der Tür unserer ersten Unterkunft ab. Die Fahrer sitzen auf der rechten Seite, denn in Irland herrscht Linksverkehr.

In den Städten machen „look left“- und „look right“-Zeichen auf der Straße darauf aufmerksam, wie sich der Fußgänger an Kreuzungen verhalten sollte. Lediglich unser Versuch, uns mit gemieteten Fahrrädern in den Stadtverkehr von Killarney einzugliedern, brachte uns anfangs beim Abbiegen aus dem Konzept. Da kam es schon mal vor, dass wir, verfolgt von Autos, unsere Räder schiebend über eine Kreuzung rannten.

An Killarney schließt sich der Killarney National Park sowie der Ring of Kerry an. Wir tourten einen Tag mit dem Fahrrad durch den Nationalpark und fuhren am nächsten Tag den Ring of Kerry mit einem Bus ab. So hatten wir die Gelegenheit, zu den traumhaften Felsküsten Irlands zu gelangen. Einmal wunderte ich mich über ein Tempo-80-Schild, das an einem Feldweg stand, aber für die irischen Fahrer scheinen ein paar Schluchten und Erdhügel kein Problem zu sein.

Auf der Busfahrt entlang des Kerry erfuhren wir, dass Hurling eine der beliebtesten Sportarten in Irland ist. Hurling ist eine Mischung aus Feldhockey und Mördern – so sagte man uns. Gespielt wird es mit einem Lederball, so groß wie ein Tennisball.

Ab und zu sahen wir „famine houses“, kleine Häuserruinen mit winzigen Fenstern, die aus der Zeit der großen Kartoffelfäule von 1845 stammen. Sie bilden einen Konstrast zu den prachtvollen „Keltic tiger houses“, die während des großen Wirtschaftswachstums, dem Keltischen Tiger, von 1995 bis 2007 gebaut wurden.

Unsere Reise führte uns schließlich nach Dublin . Die Straßen hier sind relativ eng, links und rechts vom Straßenrand schließt sich ein rotes Backsteinhaus an das nächste an. Dabei entdeckt man an zirka jeder dritten Hauswand ein „O’Sullivans“-Schild, was dem deutschen „Müller“ oder „Mayer“ entspricht. Hinzu kommen die Irish Pubs. Der Autor Markus Bäuchle hat das Trinkverhalten der Iren so zusammengefasst: „Vergleichsweise wenig Iren trinken vergleichsweise viel – und dazu noch bei vergleichsweise wenig Anlässen.“ Ganz nach dem Motto „Wenn, dann schon richtig“ gibt es in Dublin die „Zwölf Apostel“, eine zwölf Stationen umfassende Kneipentour.

Irland ist ein Land der skurrilen Schadensersatzklagen. So hat ein Fünfjähriger 7500 Euro Schadensersatz zugesprochen bekommen, weil er zu Unrecht verdächtigt wurde, eine Chipstüte gestohlen zu haben.

Der letzte Tag unserer Reise war herrlich sonnig. Nach einem typisch irischen Frühstück mit Toast, gesalzener Butter, Marmelade und schwarzem Tee endete unser Urlaub. Im Geldbeutel lagen noch drei irische Cents, und die Uhren waren wieder vorgestellt.

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