Reanimations-Aktion des DRK im Nel Mezzo

Bereit für den Notfall: Zum fünften Mal präsentiert der DRK-Ortsverein Geislingen im Nel Mezzo das Projekt „100-pro-Reanimation“.

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Ran an den Dummy: DRK-Mitarbeiter frischen bei Passanten im Nel Mezzo Erste-Hilfe-Kenntnisse auf.  Foto: 

Es ist ein ungewöhnliches Bild, das sich im Geislinger Nel Mezzo auf dem Flur im ersten Stock bietet: Da knien Mitglieder des DRK-Ortsvereins gegenüber von ebenfalls knienden Besuchern des Einkaufszentrums, zwischen ihnen liegt ein Erster-Hilfe-Dummy.

Die DRK-Experten erklären, die Passanten hören konzentriert zu. Pressen dann ihren Handballen auf das untere Drittel des freigelegten Brustkorbs der Puppe, legen die zweite Hand zur Unterstützung auf die erste und drücken. Sie drücken schnell, 100 mal pro Minute lautet die Vorgabe. So lange, bis der Notarzt kommt.

„100-pro-Reanimation“, so lautet das Projekt, mit dem das Rote Kreuz seit vier Jahren an die Öffentlichkeit geht und präsentiert, wie einfach die grundlegenden Fähigkeiten sind, mit denen Leben gerettet werden kann.

„Viele wissen noch irgendwas, aber kriegen es nicht mehr wirklich zusammen“, erzählt Rettungssanitäter Sebastian Grothe von den Erfahrungen der ersten eineinhalb Stunden. Ziel des Projekts ist es, die Hemmschwelle zu verringern, anderen Menschen im Notfall zu helfen, wenn Erste Hilfe notwendig wird. „Die Mund-zu-Mund-Beatmung muss bei Erster Hilfe nicht mehr sein. Wichtig ist, mit der Reanimation den Sauerstoff, der sich noch im Blut befindet, den Organen zukommen zu lassen.“ Das bedeutet, bei einer am Boden liegenden Person den Atem zehn Sekunden zu kontrollieren, sie bei Bewusstlosigkeit  – sofern sie atmet – in die stabile Seitenlage zu legen und sofort den Notruf 112 zu wählen.

Den Notruf muss man ebenso wählen bei Bewusstlosigkeit ohne Atmung. Und dann loslegen mit dem Pumpen. 100-mal pro Minute. Das entspricht – als Eselsbrücke – dem Takt von „Stayin’ alive“ von den Bee Gees oder – ironischerweise – dem von „Highway to Hell“ von AC/DC.

Die fünf DRKler müssen die Passanten ansprechen, sonst trauen sie sich nicht an den Dummy. Dann aber sind sie mit Begeisterung dabei. Über alle Sprach- und Altersgrenzen hinweg lassen sie sich erklären, worauf es ankommt. Ein Mann Mitte 40 freut sich über die Gelegenheit, sein Wissen aufzufrischen. „Das hab ich mal gelernt, aber das ist schon  eine Weile her“, bekennt er.

Wie wichtig es ist, firm in Erster Hilfe zu sein, berichtet Susanne Bopp vom Café Bopp, die zufällig vorbeischlendert: „Vor Jahren, kurz nach der Eröffnung des Nel Mezzo, hatte eine Frau einen Herzstillstand und brach zusammen“, erzählt sie: „Einer unserer Kunden sprang sofort auf und half ihr. Er hatte kurz zuvor einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht. Und er hat der Frau damit das Leben gerettet.“

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