Raubgräber auf der Hiltenburg

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Kreisarchäologe Dr. Reinhard Rademacher ist entsetzt. Auf dem Gelände der Hiltenburg in Bad Ditzenbach haben sich in den vergangenen Wochen offenbar Raubgräber ans Werk gemacht. „Wir sind auf unseren regelmäßigen Rundgängen auf zwei verdächtige Stellen gestoßen“. Eine liegt im Bereich des Burgareals, im 2006 restaurierten Keller mit Spitzbogengewölbe. Die andere befindet sich am abschüssigen Steilhang Richtung Bad Ditzenbach.

Rademacher vermutet professionelle Sondengänger als Täter. Sie suchen gezielt nach Metall, antiken oder mittelalterlichen Münzen oder metallenen Gebrauchsgegenständen. Das Thema Raubgräber sei hier –  wie auch bis hin zu den Ruinenanlagen im Vorderen Orient – ein ständiges Problem, erläutert Rademacher: „Ob es eine wertvolle Vase aus einem griechischen oder einem babylonischen Grab ist oder eine keltische Münze aus einer unserer Siedlungen im südwestdeutschen Raum, auch eine Münze aus einer Burgstelle im Landkreis Göppingen – es gibt weltweit Käufer für diese illegal geborgenen Kulturobjekte“. Diesen Käufern sei es vollkommen egal, wie die Stücke aus dem Boden kamen und sie zahlen sehr gut dafür“.

Somit gehe Kulturgut für immer verloren und verschwinde in privaten Sammlungen. Was bleibt, sind beschädigte Bodendenkmäler, die eigentlich der Allgemeinheit gehörten. Wichtige Geschichtsquellen verschwänden für immer. Rademacher weist ausdrücklich darauf hin, dass Sondengänge in historischen Arealen illegal seien, gegen das Denkmalschutzgesetz verstießen und dass seine Behörde Anzeige erstattet hat. Ganz wichtig seien Hinweise aus der Bevölkerung, wenn Spaziergängern oder Burgbesuchern etwas Verdächtiges auffalle. Sie sollten Nummernschilder notieren oder am besten gleich die Polizei informieren. Kreisarchäologie und Forstamt werden in den folgenden Wochen die Hiltenburg besonders aufmerksam beobachten“. Eva Heer

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