Privater Bieter ersteigert Gingener Bahnhof

Ein privater Bieter hat Gingens Bahnhof für über 50.000 Euro ersteigert. Für Bürgermeister Marius Hick gelangt ein Kulturschatz in fremde Hände.

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"Das Haus muss in gute Hände kommen." Ob sich der Wunsch des Gemeinderats erfüllt, muss sich noch zeigen.  Foto: 

Zwölf Bahnhöfe hatte das Berliner Auktionshaus Karhausen im Angebot - repräsentative wie das Gebäude in Brandenburg an der Havel, unscheinbare wie das Haus in Geisenhausen (Bayern) und denkmalgeschützte wie die Anlage in Gingen. Letztere hätte die Gemeinde jetzt gerne erworben, um darin mit einem EU-Zuschuss für die "Route der Industriekultur" im Filstal zum Beispiel ein Museum der Bahntechnik einzurichten.

Doch der Versuch schlug zumindest fürs Erste fehl. Den Kauf für 70.000 Euro hatte der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung abgelehnt. Bei einer privaten Versteigerung in Berlin erhielt nun ein anderer Bieter den Zuschlag für 53.000 Euro; wer das ist, wurde vorerst nicht bekannt. Bürgermeister Marius Hick durfte laut Ratsbeschluss nur bis 45.000 Euro gehen.

Als letztes Mittel will die Gemeindeverwaltung prüfen, ob sie ein Vorkaufsrecht geltend machen kann. Ansonsten bleibe ihm nur die "Hoffnung, dass es jemand erworben hat, der etwas Gutes damit vorhat, etwas, das auch der Gemeinde zugute kommt", sagte Hick. Er betrachte den Bahnhof nach wie vor als einen "Kulturschatz", den sich die Gemeinde bewahren sollte: "Das Haus muss in gute Hände kommen". Das sei auch der Wunsch des Gemeinderats gewesen.

Angesichts der Kosten seien die Meinungen aber auseinander gegangen. Zum einen seien dem Gemeinderat die geforderten 70.000 Euro zu viel gewesen; das Gremium habe gehofft, dass Gingen bei einer Versteigerung weniger zahlen müsste. Zum anderen sei der Platz, auf dem der Güterschuppen stand, wahrscheinlich mit Schadstoffen belastet; wer hier etwas Neues bauen wollte, müsste zuvor den Boden untersuchen lassen. Außerdem habe die Zeit gefehlt, eine Konzeption für das Areal auszuarbeiten.

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