Praxistag führte Schüler in KZ-Gedenkstätte

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Begleitet wurden die Schüler von den Lehrern Karl Flohr, Barbara Schmidberger, Steffen Barth, Joachim Traub, Sabine Köpf-Swallow, Gisela Strobel, Carolin Lange und Stefan Renner. Organisiert wurden Fahrt und Besuch von der Fachschaft Geschichte des MiGy.

In Dachau angekommen, hatten die Schüler zunächst ein kleines Zeitfenster, in dem sie das Gelände auf eigene Faust erkunden konnten, bevor die gebuchte Führung begann. Die freundlichen Guides erzählten vor dem Betreten der eigentlichen Gedenkstätte noch einige wichtige historische Daten und Fakten über das ehemalige Konzentrationslager, das als Einziges von seiner Errichtung 1933 bis zur Befreiung 1945 genutzt wurde. Die einstmalige Pulver- und Munitionsfabrik wurde unter der Leitung des Lager-Kommandanten Theodor Eicke zum Vorbild für andere KZ. Die traurige Bilanz des Rassenwahns der Nazis sind allein in Dachau 43 000 Tote. Das Erste, was die Schüler sahen, nachdem sie durch die schmale Eisenpforte mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" traten, war der riesige Appellplatz. Während das KZ in Betrieb war, wurden hier jeden Morgen und Abend Zählungen durchgeführt. Die Häftlinge waren der brutalen Willkür der SS-Männer ausgeliefert. Überlebende berichteten von Tagen, an denen sie 22 Stunden dort stehen mussten, und wer vor Hunger und Erschöpfung zusammenbrach, wurde hart bestraft.

Als Nächstes wurde das zur Gedenkstätte gehörende Museum besucht. Langsam bekamen die Schüler ein Bild davon, was es geheißen hatte, ein Häftling in Dachau gewesen zu sein, auch wenn sich wahrscheinlich kein Schüler solche Qualen vorstellen kann. Für nichtige Vergehen wurden grausame Strafen verhängt, von Prügelstrafen bis zu Dunkel- oder Stehhaft im Lagergefängnis, genannt "Der Bunker". Außerdem wurde erklärt, dass die Gefangenen verschiedenfarbige Winkel an ihren Anzügen tragen mussten, um wortwörtlich kategorisiert werden zu können. Wer hier eingeliefert wurde, musste seine Identität und Menschenwürde abgeben.

Gleich bei Ankunft wurden den Häftlingen die Haare abrasiert und Nummern zugeteilt. Sie waren für die SS-Wachleute lediglich "Untermenschen" und wurden als "minderwertig" angesehen. Grausame medizinische Experimente wurden an den Häftlingen durchgeführt oder sie mussten sich zu Tode arbeiten.

Eine ganz bedrückende Stimmung herrschte bei den Schülern, als sie das Krematorium besichtigten. Hier befand sich nicht nur die Gaskammer, die in Dachau allerdings nie zur Massenermordung genutzt wurde, sondern zu Versuchszwecken diente, sondern auch die Verbrennungsöfen, in denen die toten Gefangenen eingeäschert wurden. Besonders in den letzten Jahren, als die Baracken chronisch überfüllt waren und Krankheiten im Lager grassierten, wurden hier etliche Leichen am Tag verbrannt.

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