Schul-Porträt: Die Uhlandschule in der Oberen Stadt

Bunt, heterogen und mit viel Praxisbezug: So versteht sich die Uhlandschule in der Oberen Stadt. Die Grund- und Werkrealschule besuchen 420 Schüler.

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In der Uhlandschule haben 75 Prozent aller Schüler einen Migrationshintergrund. Schulleiter Markus Beyer sagt, dass den Kindern die Herkunft ihrer Mitschüler egal ist.  Foto: 

Nur wenige Schulen sind so präsent im Geislinger Stadtbild wie die ­Uhlandschule. Wer auf der B 10 Richtung Ulm oder Göppingen fährt, kommt zwangs­läufig an dem Schulgelände mit den beiden großen Gebäuden in Orange und Gelb und dem sie verbindenden modernen Zwischenbau mit Flachdach vorbei.

„Unsere Schule spiegelt die Stadt wider“, sagt Schulleiter Markus Beyer. Die multikulturelle Gesellschaft in der Oberen Stadt mit ihren vielen Bewohnern aus unterschiedlichen Ländern findet ihren Ausdruck in der Schule: Mehr als 75 Prozent der 420 Schüler haben einen Migrationshintergrund. „Wir kennen es nicht anders“, sagt Beyer und erklärt, dass sein Kollegium dafür ein pädagogisches Konzept mit einer speziellen Sprachförderung im Grundschulbereich entwickelt hat. Seit 2000 gibt es zudem eine Schulsozialarbeiterin.

Im kommenden Jahr feiert die Uhlandschule ihren 118. Geburtstag – dass sie als Grund- und Werk­realschule immer noch besteht, ist nicht selbstverständlich: Landauf, landab sterben Werkrealschulen; die Uhlandschule verzeichnet für das kommende Schuljahr dagegen wieder steigende Anmeldezahlen. Entspannt zurücklehnen will sich Schul­leiter Beyer aber nicht. „Die Zahlen sprechen erst­­mal für uns, aber wir müssen jedes Jahr die Hürde von mindestens 16 Anmeldungen schaffen“, sagt er.

Den Vorteil der Werkrealschulen sieht Beyer darin, dass sie auf Grundniveau unterrichten – Eltern wissen also, was sie bekommen. „Wir haben sehr viele Schüler, die unterschiedliche Lernvoraussetzungen mitbringen. Das ist eine große Herausforderung, aber ich denke, die Werkrealschule kommt damit ganz gut klar.“

Herausforderungen für das Kollegium mit 37 Lehrern ergeben sich auch aus der Tatsache, dass an der Uhlandschule 75 Flüchtlings- und Migrantenkinder aus aller Welt in sogenannten Vorbereitungsklassen unterrichtet werden. Unterschiedliche Altersgruppen, Sprachkenntnisse und Bildungsniveaus machen die Vorbereitung auf den Regelschul­unterricht aufwendig. Lehrerin Margit Groß jongliert derzeit mit fünf Gruppen und macht Laut-, Grammatik- und Wortschatzübungen mit den Kindern und Jugendlichen. Die Vorbereitungsklassen böten den Mädchen und Jungen einen geschützten Raum, um im deutschen Schulleben anzukommen, erklärt die Lehrerin: „Je schneller sie Deutsch lernen, umso schneller können sie in die Schulgemeinschaft und die Gesellschaft integriert werden.“

Das Miteinander steht auch bei der inklusiven Beschulung im Mittelpunkt: In der 2b mit ihren 24 Schülern werden beispielsweise sechs lernbehinderte oder entwicklungsverzögerte Kinder inklusiv beschult. Dafür steht Klassenlehrerin Natalie Wonenberg die Sonderpädagogin Sabine Reiff zur Seite. Dies sei ein Gewinn für alle Schüler wie für den Unterricht, sagen beide.

Die Lehrer der Uhlandschule haben es sich zum Ziel gesetzt, ihren Schülern das Wissen und die nötigen Kompetenzen fürs Arbeitsleben zu vermitteln, sie vorzubereiten und gute Übergänge in Ausbildung und Job zu schaffen. Dabei hilft die Schülerfirma „sUScat“: Sie beliefert Veranstaltungen im Raum Geislingen mit Häppchen, nimmt also reale Aufträge etwa von Unternehmen an. Die jungen Mitarbeiter lernen unter Anleitung von Lehrerin Anke Grimm, wie wichtig Zuverlässigkeit, Teamarbeit und Pünktlichkeit im Beruf sind. Die 16-jährige Bensu Demir hat selbst mitgearbeitet und viel Freude daran gehabt, Essen zuzubereiten oder in der Verwaltung mitzuarbeiten.

Bensu macht ebenso wie ihr Klassenkamerad, der 17-jährige Can Kanat, dieses Schuljahr ihren Abschluss. An der Uhlandschule haben sich beide sehr wohl gefühlt. „Es wird komisch sein, nicht mehr hier zu sein“, meint Bensu. Und Can sagt: „Ich hatte sehr viel Spaß, die Jahre hier waren sehr schön.“

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