Ponys räumen groß ab

Dean Mihaljev züchtet beim Alten Sägewerk in Geislingen Deutsche Reitponys. Mit der ersten Generation hat er bereits Preise geholt.

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  • Dean Mihaljev und sein Liebling, Reitpony Crown Café Au Lait. 1/2
    Dean Mihaljev und sein Liebling, Reitpony Crown Café Au Lait. Foto: 
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    Großpferd Matarè teilt sich das Gelände mit 13 Reitponys, Gänsen, Hühnern und Enten. Foto: 
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Wie ein Wirbelwind fegt das Fohlen über den Platz und wirft übermütig die langen Beine in alle Richtungen. Die Mutterstute, stets nur ein paar Schritte entfernt, lässt sich davon nur wenig beeindrucken.

Staufer Ilaya ist, obwohl „nur“ mit Silber prämiert, ein besonderes Fohlen. Sie ist weltweit das einzige Deutsche Reitpony mit amber-champagnerfarbenem Fell und hellblauen Augen. Zusammen mit den beiden anderen mit Gold prämierten Stutfohlen ist sie fest in die Zukunft der Zucht Staufer Reitponys eingeplant.

„Die erste Generation soll im Haus bleiben“, erklärt Dean Mihaljev. Der Geislinger ist sichtlich stolz auf die drei Stütchen. Vier Wochen dürfen sie noch bei den Mamas bleiben, erzählt er, dann werden sie entwöhnt. Die Zuchtstuten sind bereits wieder tragend, der werdende Vater Timms My Fritz steht im Hengststall auf dem Gelände beim Alten Sägewerk in Geislingen.

Dean Mihaljev kennen die meisten Geislinger von der Bühne: Der 28-Jährige ist Musical-Darsteller, Tänzer und stellvertretender Leiter der Geislinger New Stage Company, die er mit Torsten Moll betreibt und die ihre Heimat ebenfalls auf dem ­Sägewerk-Gelände hat.

Aufs Pferd gekommen ist Mihaljev schon früh. Nach dem ersten eigenen Pferd hat er sich mit Büchern und auf Lehrgängen weitergebildet, und schließlich das erste Tier selbst ausgebildet. Nicht viel später keimte in ihm der Wunsch, zu züchten. „Ich wollte schon immer Ponys haben und hätte fast einen dreijährigen Hengst gekauft. Am Ende ist es dann aber eine vierjährige Warmblutstute geworden, die ich bis zur schweren Klasse ausgebildet habe“, erzählt Mihaljev. Den Namen Staufer Reitponys hat sich Mihaljev schützen lassen, das Logo zieren einen Ponykopf sowie die Burgruine Helfenstein. Jedes Fohlen der Zucht wird das Präfix Staufer tragen.

Neben Timmy My Fritz und dem einzigen Großpferd Matarè steht auch der zweijährige Crown Café Au Lait im Stall. Ihn holt Mihaljev aus der Box. Im Alter von sechs Tagen hat er ihn im Internet gesehen und sich sofort verliebt. „Der hatte einen gewissen Esprit“, erzählt er. Und auch bei der Frage, welches sein Lieblingspony ist, fällt seine Entscheidung auf den schlanken Falben. „Da passt die Chemie wirklich“, sagt er. Wieso seine Wahl ausgerechnet auf die Deutschen Reitponys gefallen ist? Das liege an seiner kleineren Statur, meint Mihaljev – deshalb fühle er sich zu Ponys eher hingezogen. Deren Gestalt sei im Übrigen, im Vergleich zu den Großpferden, nicht minder beeindruckend, betont er.

Die Stuten samt Fohlen toben bei dem herrlichen Herbstwetter über die Koppel. Für ihr Immunsystem ist das am gesündesten. Im März und April kamen die Fohlen auf die Welt, erzählt Mihaljev. „Kurz darauf hat es nochmal geschneit – den Fohlen hat das aber nichts ausgemacht, die haben sich einfach in den Schnee gelegt“, fügt er hinzu.

13 Ponys und ein Großpferd ­sowie Gänse, Hühner und Enten leben auf dem Gelände am Fuß der Geislinger Steige. Für den 28-Jährigen bedeutet das „schon ein enormes Arbeitspensum“, wie er selbst sagt. „Aber wenn man dann fertig ist und sieht, wie sich die Fohlen auf der Koppel vergnügen, kommt man schon in eine leichte Meditations- und Entspannungphase“, meint er und lacht. 

Überhaupt wirkt Dean Mihaljev rundum zufrieden und entspannt. Die Entscheidung, mit gerade einmal 28 Jahren ins Zuchtgeschäft einzusteigen, hat er nicht bereut. Jahre zu warten, bis er seinen Traum verwirklichen kann, das wollte er nicht. „Wer mich kennt, weiß, dass ich es mit vollem Einsatz durchziehe, wenn ich etwas angefangen habe.“

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