Polizei braucht Hilfe der Jugend

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Diskussion mit Jugendlichen über Kriminalität in Geislingen mit Polizeirevierleiter Jens Rügner.  Foto: 

„Es riecht nach Gras – Soll ich die Polizei rufen?“ Fragen wie diese hat kürzlich der Geislinger Polizeichef Jens Rügner beantwortet. Er traf sich mit Jugendlichen zu einem Gespräch in den Räumen des Kreisjugendrings in der Schlachthausstraße. Rügners Antwort: „Informiert uns, wenn ihr denkt, dass eine Straftat vorliegt“.

Polizei und Jugendliche an einen Tisch zu setzen, war die Idee von Sarah Buchwald. Die Geschäftsführerin des Geislinger Jugendgemeinderats (JGR) wollte den Jüngeren die Möglichkeit bieten, alles zu fragen, was ihnen auf der Zunge liegt.

Neben Jens Rügner, Polizeioberrat und Leiter des Geislinger Reviers, beantwortete der Jugendsachbearbeiter Harald Isser die Fragen der Jungen und Mädchen. Viele von ihnen gehörten dem Jugendgemeinderat an. Eineinhalb Stunden diskutierten sie mit Rügner und Isser über das Thema „Kriminalität in der Stadt“.

„Wir sprechen heute über alles“, kündigte Rügner an. Er habe gemerkt, dass es viele Fragen vonseiten der Jugend gebe. „So war es für mich selbstverständlich, an der Veranstaltung teilzunehmen“, sagte er. Der gebürtige Schwarzwälder bewies, dass ihm die Probleme der Geislinger Jugend nicht fremd sind. Außerdem betonte er, „dass man nur gemeinsam ein gelingendes Miteinander gestalten könnte“. Auch private Angelegenheiten konnten nach der Diskussionsrunde unter vier Augen besprochen werden. „Kommt mit allem, was euch bedrückt“, fügte Harald Issler hinzu. Der 58-Jährige ist den Umgang mit Jugendlichen als Jugendsachbearbeiter durch seine jahrelange Arbeit gewohnt. Vor allem bei Strafverfolgung und Drogenkriminalität ist Issler ein Experte.

Die jungen Geislinger stellten 32 Fragen – und ihr Spektrum war breit gefächert: Viele erkundigten sich bei den Beamten, wann man die Polizei rufen solle und wann nicht. Die Botschaft von Jens Rügner war eindeutig: Wer glaube, Zeuge einer Straftat zu werden, solle sich schnell melden. Das gelte beispielsweise für getunte Roller und Autos, die mit zu hoher Geschwindigkeit durch Geislingen fahren. Tatsächlich sind Verkehrskontrollen einer der Schwerpunkte der Polizei in der Fünftälerstadt. „Im vergangenen Jahr führten wir 170 Verkehrskontrollen in Geislingen durch“, erzählte Rügner. Die Polizei habe zirka 1000 Temposünder erwischt. Rügner erinnerte an einen Fall, der für viel Aufsehen im Oktober gesorgt hatte. Da war ein Autofahrer mit über 120 Stundenkilometern über die Bahnhofsstraße gerast (wir berichteten).

Das Lachen kam im Gespräch mit der Polizei ebenfalls nicht zu kurz. Ein Jugendlicher fragte scherzhalber, ob man nachts die Polizei auch als Taxi verwenden könne? Die klare Antwort der Geislinger Polizisten: „Nein, natürlich nicht. Wir empfehlen ein Taxi zu rufen, da es sehr teuer für euch wird, wenn wir euch nach Hause fahren,“ erklärten die Beamten. Des Weiteren interessierte sich eine Schülerin, ob die Fernsehserien über die Einsätze der Zivilpolizei real seien. Auch auf diese Frage gab es ein deutliches „Nein“ als Antwort. „Fernsehen und Realität sind zwei Paar Schuhe“, betonte Jens Rügner, der seit Oktober 2015 das Geislinger Polizeirevier leitet.

Während des Abends notierten sich die Polizisten wichtige Schlüsselinformationen, um den Problemen der Jugendlichen in den folgenden Tagen nachzugehen. „Kommt zu uns, wenn ihr Probleme habt, wir helfen euch gerne,“ betonten die beiden mehrmals.

Abschließend erläuterte Jens Rügner, dass die Polizei nicht da sei, um die Jugendlichen zu ärgern. „Die jungen Menschen in Geislingen sind super. Die Vereine leisten eine tolle Arbeit“, sagte Rügner. Es gebe nur wenige, die nicht gehorchen würden. „Hand in Hand schaffen wir das“ – da ist sich der Polizeioberrat sicher.

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