Paulusgemeinde: Alles unter einem Kirchendach

Am 10. Dezember entscheidet der Geislinger Gesamtkirchengemeinderat über die Zukunft der Pauluszentrum-Immobilien. Die Paulus-Kirchengemeinderäte ringen schwer an ihrem Beschluss-Vorschlag.

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Der Turm der Pauluskirche: Die anstehende Entscheidung fällt den Kirchengemeinderäten schwer.  Foto: 

Immobilien-Entscheidungen sind emotionale Entscheidungen. Das spürt die evangelische Kirchengemeinde Geislingen-Altenstadt, das merken die Kirchengemeinderäte in der Paulusgemeinde.

Im Seebach stehen das Kirchengebäude, der Kindergarten innerhalb des Pfarrhauses und die dortigen zwei Wohnungen zur Disposition. Die 57 Jahre alte Kirche steht 2014 zur Rundum-Sanierung an, für die laut einer Machbarkeitsstudie mit mindestens 1,5 Millionen Euro Kosten gerechnet werden muss. Der Paulus-Kindergarten braucht dringend mehr Platz, darüber hinaus soll eine Krippe für Kinder unter zwei Jahren eingerichtet werden.

Die Frage, die auch in einer Gemeindeversammlung im Oktober heftig diskutiert wurde, lautet: Soll der Kindergarten im Erdgeschoss des Kirchengebäudes integriert werden, dort, wo sich jetzt ein großer Saal und Nebenräume befinden? Dafür könnte der Saal samt Nebenräumen einen Stock höher im hinteren Kirchenbereich eingebaut werden, der Kirchenraum würde entsprechend verkleinert - alles jedoch mit beweglichen Wänden für den Fall, dass größere Räumlichkeiten benötigt würden.

Oder: Das Pfarrhaus wird renoviert und zu einem viel größeren Teil als heute für die Kindertagesstätte genutzt. Oder es wird ganz abgerissen und neu gebaut.

Die Meinungen gehen auseinander. Weil der Gesamtkirchengemeinderat am 10. Dezember einen endgültigen Beschluss zur Zukunft des Paulus-Gemeindezentrums fassen will, rangen die Paulus-Kirchengemeinderäte am Donnerstag über einer Empfehlung aus ihrem Gremium. Siegbert Moser erläuterte die Ergebnisse aus einem Ortstermin zweier Baufachleute aus dem Oberkirchenrat zum Pfarr- bzw. Kindergartengebäude. Notwendig seien eine energetische Sanierung, eine aufwendige Renovierung der Elektrik, Maßnahmen zum Lärmschutz- und gegen eindringende Feuchtigkeit in einem Zimmer. Die Fachleute konnten dazu jedoch keine konkreten Kosten nennen. Allein für den Einbau der Krippengruppe ins erste Geschoss des Pfarrhauses steht bis jetzt die Summe von 500 000 Euro im Raum. Die Idee, ein Zimmer hinten am Haus anzubauen, sei verworfen worden, weil dann die gesetzlich vorgegebene Größe der Freifläche für die Kinder nicht mehr zur Verfügung stünde.

Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Regina Menzel, bekam für ihre Beschluss-Formulierung, alle Kirchen- und Gemeinderäume sowie die Paulus-Kindertagesstätte in das Kirchengebäude zu konzentrieren, Zustimmung von ihren Kollegen Birgit Wohland, Andrea Wulf, Christa Czermin und Siegbert Moser. Pfarrerin Maren Pahl enthielt sich bewusst der Stimme, um, wie sie erklärte, "weiterhin für alle Gemeindemitglieder Seelsorgerin sein zu können". Die Befürworter argumentierten, nur mit dieser Lösung sei die Zukunft der Pauluskirche gesichert. "Darum ist das erst in zweiter Linie eine finanzielle Entscheidung, in erster Linie sichern wir unseren Gottesdienstraum."Hannelore Klein stimmte mit der Begründung dagegen, dass es nicht okay sei, wenn man über solche großen Vorhaben ohne konkrete Zahlen und Fakten entscheiden müsse. Sie forderte mehr Zeit, bis für alle Baumöglichkeiten klare Kosten und Pläne auf dem Tisch lägen. Ähnlich argumentierte Gabriele von Bock, die eine solche Entscheidung ebenfalls "nicht übers Knie brechen" wollte.

Mit fünf Stimmen wurden sie und Hannelore Klein überstimmt, die Beschlussvorlage von Regina Menzel wird dem Gesamtkirchengemeinderat zugestellt.

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