Ortschaftsräte auf den Spuren des Mülls

Was geschieht mit dem Müll? Dieser Frage ging jetzt der Eybacher Ortschaftsrat samt einiger weiterer Bürger nach. Ziel einer Informationsfahrt war deshalb das Göppinger Müllheizkraftwerk.

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Mit einem Bagger, der von einer Arbeitskanzel aus per Joystick bedient wird, gelangt der Abfall in den Ofen. Die Ortschaftsräte schauen zu. Foto: Dieter Gugenhan

Der Landkreis Göppingen hat 1975 in Göppingen sein Müllheizkraftwerk gebaut, seit 1998 wird es von einer Tochtergesellschaft des Energiekonzerns "Eon" betrieben. Diese nennt sich "Energie aus Abfall Göppingen GmbH", wobei die englische Schreibweise ("Energy from Waste") offenbar auf das weit verbreitete Engagement des Unternehmens hindeuten soll; bundesweit sind es 13 eigene Anlagen und fünf, bei denen es die Betriebsführung übernommen hat. Allerdings ist "Eon" gerade dabei, einen Käufer für seine gesamte Abfallsparte zu suchen.

Den Besuchern aus Eybach erläuterten Instandhaltungsleiter Rudolf Zimmer sowie Industrie- und Ausbildungsmeister Berthold Fink (verantwortlich für die mechanische Instandhaltung) die Funktionsweise der Anlage, in der täglich zwischen 400 und 800 Tonnen Müll aus Haushalt und Gewerbe verbrannt werden - jährlich etwa 155 000 Tonnen. Metallische Reststoffe, die eigentlich nicht in den Mülleimer gehören, fallen mit der Schlacke aus - oder sie führen in Einzelfällen zu einer Betriebsstörung. Die Besucher warfen bei ihrem Rundgang unter anderem einen Blick in den Abfallbunker, der 5000 Kubikmeter angelieferten Mülls aufnehmen kann. Mit einem Bagger, der von einer räumlich getrennten Arbeitskanzel aus per Joystick bedient wird, gelangt der Abfall in den Müllofen, in dem das "Höllenfeuer" rund um die Uhr brennt. Mit der gewonnenen Energie wird über eine Dampfturbine Strom für rund 20 000 Haushalte ins Netz gespeist; außerdem werden die Klinik am Eichert, die dortige Wohnsiedlung Bergfeld sowie das Areal der Bereitschaftspolizei mit Fernwärme versorgt. Deutlich wurde den Besuchern auch, dass ein Großteil des Gebäudes von der aufwendigen Technik der Rauchgasreinigung eingenommen wird.

Beim Blick in den Abfallbunker war insbesondere älteren Ortschaftsräten bewusst geworden, dass noch in jüngster Vergangenheit derlei Müllmengen ziemlich sorglos in der Landschaft deponiert wurden. Ältere Eybacher erinnern sich jedenfalls lebhaft an den "Franzosenkübel", einer einst tief eingeschnittenen Schlucht abseits von Stötten. Bis zur Inbetriebnahme des Müllheizkraftwerks war dort Haus- und Gewerbemüll in die Tiefe gekippt worden. Später musste der abrutschende Müllberg mit Betonverbauungen (sogenannte Tetrapoden) gesichert werden.

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